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25.06.2009 15:14

Elite an die Wand!

Stefan Grob Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Studentenwerk

    Elite als eine Art Lotterie; égalité, aus der élité wird; Elite, an eine männliche Brust getackert. Das Deutsche Studentenwerk hat die besten Plakate aus seinem Plakatwettbewerb "Elite! Für alle?" ausgezeichnet. Die Arbeiten sind provokant, verspielt, vielschichtig.

    Eine Hand hält dem Betrachter die berühmten Streichhölzer hin, von denen niemand weiß, welches das kürzere ist. Streichholzgleich hält einem die Hand aber auch den Begriff "Elite" hin. Man fragt sich: Ziehe ich "Elite"? Gewinne ich automatisch, wenn ich es tue? Mit seiner hintergründigen Arbeit "Zieh' einfach" gewann Henning Kreitel, der an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart Kommunikationsdesign studiert, den 23. Plakatwettbewerb des Deutschen Studentenwerks (DSW), der im Wintersemester 2008/2009 zum Thema "Elite! Für alle?" bundesweit ausgelobt worden war.

    Kreitel, der von Professor Gerwin Schmidt betreut wurde, erhielt am Montag von DSW-Präsident Prof. Dr. Rolf Dobischat im Museum für Kommunikation Berlin vor rund 200 Gästen für den ersten Platz 2.000 Euro überreicht. Andreas Storm, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das den Wettbewerb anteilig fördert, überreichte dem Sieger die Ehrenurkunde von Bundesbildungsministerin Dr. Annette Schavan. Eine Fachjury hatte außerdem zwei zweite Plätze zu jeweils 1.000 Euro und drei dritte Plätze zu jeweils 500 Euro vergeben.

    Zweite große Siegerin des Wettbewerbs ist Antje Kammrath. Sie studiert Kommunikationsdesign an der Hochschule Wismar und gewann gleich einen zweiten sowie einen dritten Preis und damit 1.500 Preisgeld. Betreut von Professor Arwed Voss, schaffte sie zwei eindrückliche Arbeiten: das "Elitepiercing" und das "Elitegedeck". Eine tätowierte männliche Brust, die Brustwarze mit einem Piercing-Ring, an dem metallene Buchstaben das Wort "Elite" bilden. Ein edles Tischgedeck mit einem angebissenen Hamburger, über das Ganze mit Ketchup das Wort "Elite" gespritzt.

    Henning Kreitel und Antje Kammrath mussten sich gegen harte Konkurrenz durchsetzen. Insgesamt 218 Design-Studierende von 35 Hochschulen hatten beim Deutschen Studentenwerk insgesamt 344 Plakate eingereicht. Dabei war man sich beim Studentenwerks-Bundesverband erst gar nicht sicher, wie das komplexe Elite-Thema bei den Design-Studierenden ankommen würde. "Elite in Bildern, das war ein kleines Wagnis und ein Experiment", gesteht DSW-Präsident Prof. Dr. Rolf Dobischat, "aber im Rückblick muss ich sagen: Es ist aufgegangen. Die Design-Studierenden in Deutschland behandeln in ihren Plakaten das Thema Elite respektlos, kreativ und vielschichtig. So kommt die Elite im wahrsten Sinne des Wortes gut an die Wand."

    Mit dem 23. Plakatwettbewerb wollte das Deutsche Studentenwerk die Sicht der Studierenden auf die Elite-Debatte an Deutschlands Hochschulen einfordern, erklärte Dobischat vor Medienvertretern. "Dank der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern haben wir neun Elite-Unis, aber diesen Titel gibt es für exzellente Forschungsleistungen. Wir wollten von den Design-Studierenden wissen, welches Bild sie von Bildungseliten haben, wie für sie Elite-Studentinnen und -Studenten aussehen, und welche Haltung sie gegenüber Eliten haben."

    "Welche Elite brauchen wir?": Das war auch die Leitfrage einer Podiumsdiskussion, die Kate Maleike vom Deutschlandfunk gestern Abend bei der Preisverleihung moderierte. Die studentische Sicht vertraten die Doppelgewinnerin Antje Kammrath von der Hochschule Wismar sowie Andreas Redeker, Kulturreferent im AStA der Universität Göttingen, und gleichzeitig Mitglied im Vorstand des Deutschen Studentenwerks. Mit ihnen diskutierten BMBF-Staatssekretär Andres Storm und Prof. Dr. Henrik Enderlein von der Hertie School of Governance, Berlin.

    Die besten 30 Plakate aus dem Wettbewerb gehen nach der Preisverleihung auf Tournee durch die Studentenwerke; erste Station ist das Akademische Förderungswerk in Bochum. Es zeigt die "Elite"-Plakate vom 29. Juni bis zum 17. Juli 2009 im Mensa-Foyer der Ruhr-Universität Bochum.

    23. Plakatwettbewerb "Elite! Für alle?" des Deutschen Studentenwerks 2008/2009
    Preisträgerinnen und Preisträger

    1. Preis, 2.000 Euro, für "Zieh' einfach"
    Henning Kreitel, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart,
    betreut von Professor Gerwin Schmidt

    2. Preis, 1.000 Euro, für "Elitepiercing"
    Antje Kammrath, Hochschule Wismar,
    betreut von Professor Arwed Voss

    2. Preis, 1.000 Euro, für "Wer ist Elite?"
    Eva Werner, Fachhochschule Trier,
    betreut von Professorin Anna Bulanda-Pantalacci

    3. Preis, 500 Euro, für "Elitegedeck"
    Antje Kammrath, Hochschule Wismar,
    betreut von Professor Arwed Voss

    3. Preis, 500 Euro, für "égalité"
    Florian Fischer, Fachhochschule Potsdam,
    betreut von Professor Lex Drewinski

    3. Preis, 500 Euro, für "je goldener Löffel, desto Elite"
    Stefan Schaubitzer, Berliner Technische Kunsthochschule,
    betreut von Professorin Katja Schnabel und Professor Markus Büsges

    Die Jury:
    Gregor Isenbort, Museum für Kommunikation Berlin
    Prof. Uwe Loesch, Bergische Universität Wuppertal
    Andreas Redeker, AStA Uni Göttingen, Vorstand des Deutschen Studentenwerks
    Matthias Spaetgens, Geschäftsführer Kreation Scholz & Friends Berlin
    Prof. Iris Utikal, Köln International School of Design

    Der Plakatwettbewerb des Deutschen Studentenwerks für Design-Studierende wird jedes Wintersemester zu wechselnden hochschulpolitischen Themen ausgeschrieben. Er wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung anteilig gefördert; das Museum für Kommunikation Berlin ist Kooperationspartner.

    Thema des 24. Plakatwettbewerbs im Wintersemester 2009/2010: "Studium Digitale - Chancen und Risiken"


    Weitere Informationen:

    http://www.studentenwerke.de/pdf/motive_preistraeger_2009.pdf - preisgekrönte Plakate
    http://www.studentenwerke.de - mehr Infos zum Wettbewerb


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Kunst / Design
    überregional
    Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


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