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03.07.2009 08:07

Neuerscheinung: Die Spätfolgen von ERASMUS

Christine Mandel Abt. Kommunikation und Internationales
Universität Kassel

    In diesem Band präsentieren Kerstin Janson, Harald Schomburg und Ulrich Teichler die wichtigsten Ergebnisse einer Studie des INCHER-Kassel zum langfristigen Einfluss von ERASMUS-Mobilität auf Beruf und Karriere. Ehemals mobile Studierende und Hochschullehrer aus etwa 30 Ländern wurden in die Untersuchung einbezogen.

    Kassel. Das ERASMUS-Programm zur Unterstützung studentischer Mobilität in Europa ist das Flaggschiff unter den europäischen Programmen im Bildungsbereich, seit über 20 Jahren schreibt es Erfolgsgeschichte: Mehr als 2 Millionen Studierende konnten seit 1987 mithilfe von ERASMUS in einem anderen europäischen Land studieren.

    Die Programmpraxis ist in verschiedenen Aspekten umfassend untersucht - durch groß angelegte Evaluationsstudien des INCHER-Kassel lässt sich die Entwicklung der studentischen Mobilität und die Wirkung des Programms auf die Hochschulen über die Jahre hinweg gut beurteilen.

    Wie sieht es jedoch mit den Spätfolgen von ERASMUS aus? Wirkt sich eine Teilnahme an ERASMUS tatsächlich positiv auf den späteren Berufsweg der Geförderten aus, wie die Initiatoren des Programms erwarteten? Zur Beantwortung dieser Frage seitens der Europäischen Kommission unternahm ein Kasseler Forschungsteam (Ulrich Teichler Harald Schomburg, Oliver Bracht, Constanze Engel, Kerstin Janson und Albert Over) eine Studie mit dem Titel "The Professional VALue of ERAsmus Mobility" (kurz VALERA). Die Studie wurde von der Europäischen Kommission finanziert. Die Academic Cooperation Association förderte die englischsprachige Publikation.

    Untersucht wurde der Einfluss des ERASMUS-Aufenthalts auf den späteren Beruf unter der Annahme, dass Mobilität nicht nur für die Lernprozesse und -ergebnisse innerhalb der Hochschulen bedeutsam ist, sondern dass ein ERASMUS-Aufenthalt auch einen bedeutsamen Effekt für das Leben nach dem Studienabschluss und für Beschäftigung und Beruf leistet. Neben den ehemaligen Studierenden wurden auch ehemals mobile Hochschullehrerinnen und -lehrer nach den Wirkungen des ERASMUS-Aufenthalts auf ihren Berufsweg befragt. In die Auswertung konnten frühere Studienergebnisse vergleichend einbezogen werden, so dass Veränderungen im Zeitverlauf betrachtet werden konnten.

    Insgesamt zeigten sich einige bemerkenswerte Ergebnisse im Hinblick auf Stabilität und Wandel: stabil geblieben ist der Befund, dass der persönliche Ertrag des Auslandsstudium für den Einzelnen vor allem in dem kontrastierenden Lernerlebnis in einem anderen Land liegt. Verändert hat sich hingegen der Vorteil, den ERASMUS-Studierende im Hinblick auf internationale Beschäftigung und Berufstätigkeit haben. Er ist im Laufe der Zeit geringer geworden. Außerdem meinen die ehemaligen ERASMUS-Studierenden, kaum höhere Positionen oder höheres Einkommen im Vergleich zu nicht mobilen Studierenden zu haben. Die Autoren der Studie erklären dies damit, dass in einer immer internationaler werdenden Welt internationale Kompetenzen allgemein zunehmen und daher der besondere Stellenwert der ERASMUS-Erfahrung im Vergleich schwindet. Sie ziehen den Schluss, dass das ERASMUS-Programm wieder stärkere Impulse in Richtung einer curricularen Verbesserung setzen müsste, damit die Auslandsstudienphase langfristig mehr gewinnbringende Wirkung hat.

    Einen erstaunlich großen Effekt angesichts des relativ kurzen ERASMUS-Aufenthalts fanden die INCHER-Forscherinnen und -forscher bei den ehemals mobilen Dozenten. Obwohl diese in der Regel bereits vorher international erfahren und im Beruf gut etabliert waren, berichteten sie von einem bemerkenswert hohen beruflichen Ertrag dieser Lehrtätigkeit im Ausland. Die Mehrheit von ihnen ist später besser in internationale Forschungskooperationen eingebunden und ist der Ansicht, dass sich ihre wissenschaftlichen Kompetenzen durch den Auslandsaufenthalt insgesamt gesteigert hätten; etwas geringer ist der Anteil derjenigen, die wertvolle Erträge für ihre spätere Lehrtätigkeit sehen.

    Kerstin Janson, Harald Schomburg, Ulrich Teichler:
    THE PROFESSIONAL VALUE OF ERASMUS MOBILITY
    The Impact of International Experience on Former Students' and on Teachers' Careers
    Bonn: Lemmens 2009 (ACA Papers on International Cooperation in Education). Mit einem Vorwort von Bernd Wächter.

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    Info
    Christiane Rittgerott
    tel: (0561) 804 2440
    e-mail: rittgerott@incher.uni-kassel.de
    Universität Kassel
    Internationales Zentrum
    für Hochschulforschung Kassel (INCHER-Kassel)


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Pädagogik / Bildung
    überregional
    Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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