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08.07.2009 08:49

Einzelmoleküle als elektrische Leiter: Forscherteam gelingt entscheidender Fortschritt

Mag. Alice Senarclens de Grancy Büro des Rektorates - Medienarbeit
Technische Universität Graz

    Klein und effizient: Die Verwendung von Molekülen als stromleitende Elemente in elektronischen Schaltungen birgt großes Potential. Eine der Herausforderungen bisher: Die Stromleitung durch Moleküle setzt erst ab einer gewissen Schwellspannung ein. Einem internationalen Forscherteam ist nun der Durchbruch gelungen: Mit einer ungeraden Anzahl an Elektronen sind Moleküle, die mit Metallelektroden im Kontakt sind, nämlich schon im niedrigen Spannungsbereich extrem leitfähig. Diese Grundlagenerkenntnis bringt viele Anwendungsmöglichkeiten: Etwa effizientere Mikrochips und Bauelemente mit stark erhöhten Speicherdichten. Diese Ergebnisse präsentieren die Forscher im Fachjournal "Nano Letters".

    Ein Elektron statt zwei: Ist die Anzahl der Elektronen, also der Träger der elektrischen Ladung, in einem Molekül ungerade, so wird das Molekül auch schon bei niedrigen Spannungen zum Leiter mit geringem Widerstand. Was in der Beschreibung simpel klingt, ist eine fundamentale Erkenntnis im Bereich der Nanotechnologie: Metallische Elemente in molekularen elektronischen Schaltungen können damit nämlich durch Einzelmoleküle ersetzt werden. "Damit kommen wir der ultimativen Miniaturisierung elektronischer Bauteile einen entscheidenden Schritt näher", erklärt Egbert Zojer vom Institut für Festkörperphysik der TU Graz.

    Moleküle statt Metall

    Antrieb für diese Grundlagenforschung ist die Vision von Schaltungen, die nur mehr aus wenigen Molekülen bestehen. "Gelingt es, dass molekulare Bausteine vollständig die Rolle der verschiedenen Elemente einer Schaltung übernehmen, eröffnet sich eine Vielzahl an Anwendungsmöglichkeiten, deren ganzes Potential sich erst im Laufe der Zeit offenbaren wird; in unserer Arbeit zeigen wir den Weg zur Realisierung der elektrisch hoch leitenden Elemente", schwärmt Zojer von der Tragweite der Erkenntnis. Konkrete Perspektiven bieten sich etwa im Bereich der molekularen Elektronik, der Sensorik oder der Entwicklung biokompatibler Grenzflächen zwischen anorganischen und organischen Materialien: Letzteres meint den Kontakt zu biologischen Systemen wie etwa menschlichen Zellen, die durch die leitenden Moleküle in biokompatibler Art mit elektronischen Schaltungen verbunden werden können.

    An dem Forschungsprojekt sind neben der TU Graz auch Wissenschafter der Humboldt Universität zu Berlin, des M.I.T., der Montanuniversität Leoben und des Georgia Institute of Technology beteiligt.

    Originalarbeit:
    Georg Heimel, Egbert Zojer, Lorenz Romaner, Jean-Luc Brédas and Francesco Stellacci: "Doping Molecular Wires", Nano Letters Vol.9, Issue 7 (2009)

    Rückfragen:
    Ao. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Egbert Zojer
    Institut für Festkörperphysik
    Email: egbert.zojer@tugraz.at
    Tel.: +43 (316) 873 - 8475


    Weitere Informationen:

    http://www.presse.tugraz.at/webgalleryBDR/data/physik/index.htm Honorarfreies Bildmaterial


    Bilder

    Das extrem leitfähige Molekül ermöglicht den Stromfluss von Metallkontakt zu Metallkontakt
    Das extrem leitfähige Molekül ermöglicht den Stromfluss von Metallkontakt zu Metallkontakt
    Quelle: Heimel

    Egbert Zojer, Institut für Festkörperphysik der TU Graz
    Egbert Zojer, Institut für Festkörperphysik der TU Graz
    Quelle: TU Graz/Golubkov


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Chemie, Informationstechnik, Physik / Astronomie, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Das extrem leitfähige Molekül ermöglicht den Stromfluss von Metallkontakt zu Metallkontakt


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    Egbert Zojer, Institut für Festkörperphysik der TU Graz


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