Die ETH Zürich richtet eine neue Professur in Medizintechnik ein. Diese soll orthopädische Technologien entwickeln und eng mit der Forschungsgruppe der Schulthess Klinik Zürich zusammenarbeiten. Finanziert wird die Professur mit zehn Millionen Franken, die eine private Stiftung der ETH Zürich Foundation gespendet hat.
Die Alterung des Bewegungssystems stellt Mediziner, Chirurgen und Sozialpartner vor grosse Probleme: Osteoporose, Arthrose, Rückenschmerzen und Rheuma gehören zu den häufigsten Erkrankungen bei älteren Menschen. In der Schweiz haben sich beispielsweise die durch Knochenschwund verursachten Schenkelhalsbrüche von 1980 bis 1995 fast verdoppelt. Jährlich werden 700'000 Spitaltage durch Osteoporose bedingte Knochenbrüche verursacht.
Bereits heute ist der Standort Zürich mit ETH und Universität sowie den verschiedenen spezialisierten Kliniken ein wichtiges Kompetenzzentrum für die Medizintechnik. Mit der Initiative "Medizintechnik und Gesundheit" hat die ETH Zürich 2008 diesen Bereich zu einem ihrer Forschungsschwerpunkte erklärt. Die neue Professur für "Orthopädische Technologie im Alter" ist ein bedeutender Schritt in der Umsetzung dieser Initiative. Durch die Zusammenarbeit mit der Schulthess Klinik Zürich werden dringende Fragen aus dem klinischen Alltag in die Grundlagenforschung der ETH Zürich fliessen. Im Gegenzug sollen ganz allgemein Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen des Bewegungsapparates rascher von neuen Technologien profitieren können.
Medizinische Fortschritte beschleunigen
Die ETH Zürich will verstärkt mit renommierten medizinischen Institutionen zusammenarbeiten und mit ihrem natur- und ingenieurwissenschaftlichen Wissen die medizinischen Fortschritte beschleunigen. "Durch die neue Zusammenarbeit mit der Schulthess Klinik stärken wir den Standort Zürich in einem wichtigen Gebiet. Die neue Professur wird die schon beträchtlichen Kompetenzen an der Universität, in den Spitälern und an der ETH ergänzen und ausbauen. Damit gewinnen wir für das Bündnis noch einen starken Partner", erklärt Peter Chen, Vizepräsident für Forschung und Wirtschaftsbeziehungen der ETH Zürich.
Rund die Hälfte der jährlich 7'000 stationären Patientinnen und Patienten der Schulthess Klinik sind grundversichert. Dass ein Privatspital und eine Hochschule gemeinsam Forschung betreiben, ist neu in der Schweiz. "Dank der verstärkten Zusammenarbeit mit der ETH Zürich kann die Schulthess Klinik als grösste orthopädische Institution der Schweiz ihr Potenzial voll ausschöpfen", sagt Beat Simmen, langjähriger Chefarzt Orthopädie an der Schulthess Klinik. "Die Anbindung an die Hochschule bestätigt die Leistungen, welche unsere Klinik in der Orthopädie seit Jahrzehnten erbringt", führt er weiter aus.
Eigener Wissenschaftszweig entstanden
Möglich wird die nun intensivierte Zusammenarbeit zwischen den beiden Institutionen dank einer privaten Stiftung. Durch die Schenkung von zehn Millionen Franken an die ETH Zürich Foundation ist die Stiftungsprofessur für zehn Jahre gesichert. Eine weitere Million wird in den Ausbau der Forschungsgruppe an der Schulthess Klinik investiert. Die neue Professur "Orthopädische Technologie im Alter" wird voraussichtlich im Spätherbst 2009 ausgeschrieben.
Die Erkenntnis, dass mehr Wissen aus der Grundlagenforschung Patienten zu Gute kommen sollte, hat dazu geführt, dass in den letzten Jahren ein eigener Wissenschaftszweig mit der Bezeichnung "Translational Research/Medicine" entstand. In den USA wurden zum Beispiel bisher 24 Zentren gegründet; in der Europäischen Union wird dieser Wissenschaftszweig zentraler Bestandteil des Programms "Health Related Research", das mit sechs Milliarden Euro gefördert werden soll.
http://www.ethlife.ethz.ch/archive_articles/090716_interview_medizintechnik_mm/i...
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Maschinenbau, Medizin
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Kooperationen
Deutsch

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