Das 60-jährige Bestehen der Bundesrepublik Deutschland ist auch für den internationalen Studentenaustausch der Universität Stuttgart ein Jubiläumsjahr: Zum Wintersemester 1949/50 wurde als damals erstes Austauschprogramm an einer deutschen Universität die Partnerschaft zwischen der Universität Stuttgart und dem Georgia Institute of Technology (kurz Georgia Tech) in Atlanta /USA ins Leben gerufen. Heute ist das Programm mit Schwerpunkten in den Fächern Ingenieurwissenschaften und Architektur eines der meist gefragten Austauschprogramme mit den USA.
Waren es in den ersten Jahren nur einzelne Studierende, die nach einem äußerst schwierigen Auswahlverfahren am GeorgiaTech studieren durften, so nehmen seit den 1990er-Jahren jährlich zwischen drei und sieben Studierende der Uni Stuttgart - sie müssen auch heute noch zu den fünf Prozent besten ihres Jahrgangs gehören - an dem Programm teil. Insgesamt haben seit der Gründung weit über 200 Stuttgarter Studierende ein Jahr an der amerikanischen Hochschule verbracht, die neben dem Massachusetts Institute of Technology (MIT), dem California Institute of Technology und der Universität Berkeley zu den besten Hochschulen für Ingenieurwissenschaften in den USA gehört.
Im Gegensatz zu vielen anderen Austauschprogrammen können die Stipendiaten am Georgia Tech einen amerikanischen Masterabschluss erwerben, der im Zusammenwirken mit dem deutschen Abschluss hervorragende Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt eröffnet. Einige der Stuttgarter Studierenden bekommen zudem eine so genannte Research Assistantship (Forschungsassistenz) angeboten. Damit einher gehen neben finanziellen Vorteilen die direkte Mitarbeit an in einem Institut und eine besonders individuelle Betreuung durch die Wissenschaftler vor Ort.
Tatsächlich promovieren viele ehemalige "Georgia Techler" nach ihrer Rückkehr erfolgreich oder finden schnell eine gut dotierte Position in der Wirtschaft. Sie profitieren dabei auch von ihren verbesserten englischen Sprachkenntnissen sowie davon, dass sie an der sehr international ausgerichteten amerikanischen Hochschule gelernt haben, in interkulturellen Teams mit Vertretern aus aller Herren Länder zusammenzuarbeiten.
Austauschstudent der ersten Stunde: Prof. Max Bächer
Wie zukunftsweisend ein Semester am Georgia Tech für den beruflichen Weg sein kann, zeigt auch das Beispiel des ehemaligen Architekturstudenten Max Bächer, der 1949 nach sieben Auswahlrunden als Teilnehmer der ersten Stunde für ein Jahr nach Atlanta reisen durfte. Zurück in Deutschland, legte der heute 84-Jährige bei Rolf Gutbrod die Diplomprüfung ab, lehrte von 1964-1994 als Professor für Entwerfen und Raumgestaltung an der Technischen Hochschule Darmstadt und leitete Architektur-Büros in Stuttgart und Darmstadt. Darüber hinaus veröffentlichte Bächer zahlreiche Texte zu Architektur und Städtebau und war 20 Jahre lang Redaktionsmitglied der Zeitschrift "Der Architekt".
Auch persönlich hat der Austausch in der Nachkriegszeit den jungen Architekturstudenten sehr berührt. "Ich fand hier eine wunderbare Atmosphäre der Freundschaft, des Verständnisses, der Gastlichkeit und der Hilfsbereitschaft", schrieb Bächer bei seinem Abschied vom Georgia Tech in der Hochschulzeitschrift "TheTechnique" - und versprach, sich für Idee der Freundschaft zwischen den beiden Ländern zu Hause in Deutschland weiterhin stark zu machen.
Weitere Informationen zum Austauschprogramm bei Katja Striegel, Internationale Angelegenheiten, Tel. 0711/685-68558, e-mail: striegel@ia.uni-stuttgart.de
Interviewtermine mit Prof. Bächer können über die Pressestelle der Universität Stuttgart, Tel. 0711/685-82297 sowie unter presse@uni-stuttgart.de vereinbart werden.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
fachunabhängig
überregional
Kooperationen, Studium und Lehre
Deutsch

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