Der Theaterwissenschaftler Professor Christopher Balme von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München wird mit einem Reinhart Koselleck-Projekt gefördert. Dabei handelt es sich um eine neue Förderart der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die besonders innovative Forschungsvorhaben unterstützt. Über fünf Jahre hinweg wird der LMU-Wissenschaftler mit 1,2 Millionen Euro gefördert.
In diesem Zeitraum will er die paradigmatische Rolle des Theaters untersuchen, die vor dem Hintergrund imperialer Expansions-Politik und Modernisierung im späten 19. und 20. Jahrhundert zur Entstehung einer transnationalen theatralen Öffentlichkeit führte.
Das Projekt "Globale Theatergeschichte: Modernisierung und die Entstehung einer transnationalen Öffentlichkeit (1860-1960)" bringt dabei auf innovative Weise zwei bisher getrennt verfolgte Wissenschaftsansätze zusammen: Die Diskussion um eine 'globale' oder 'Weltgeschichte' und die jüngste Debatte um die Entstehung einer 'transnationalen' öffentlichen Sphäre. Christopher Balme will die künstlerische Praxis der Theater-Moderne konzeptionell verknüpfen mit der Modernisierung in ihren politischen, ökonomischen und institutionellen Ausprägungen. Er versteht sein Projekt somit auch als Korrektiv traditioneller Prinzipien und Methoden von Theaterhistoriographie.
Als Ausgangspunkt seiner Untersuchung wählt Christopher Balme die Mitte des 19. Jahrhunderts. Von hier aus erforscht er die beschleunigte Entwicklung des Kolonialismus und Imperialismus bis zur politischen Dekolonialisierung in den 1960er Jahren. Der Fokus liegt dabei auf bisher wenig beachteten Forschungsgegenständen: Theatrale Handelsrouten, welche die Mobilität von Theaterkünstlern und Theaterproduktionen erst ermöglichen, die Entwicklung neuer Sphären von Öffentlichkeit im interkulturellen Kontaktraum multiethnischer Metropolen und die Dynamiken der Theatermoderne in nicht-westlichen Ländern.
Mit den Reinhart Koselleck-Projekten hat die DFG im Jahr 2008 ein neues Fördermodul eingerichtet, mit dem besonders innovative Forschungsvorhaben gefördert werden sollen. Das nach dem 2006 verstorbenen Bielefelder Historiker Reinhart Koselleck benannte neue Programm richtet sich an Forscherinnen und Forscher, die sich durch einen herausragenden wissenschaftlichen Lebenslauf auszeichnen und über großes wissenschaftliches Potenzial verfügen. Koselleck-Projekte können über fünf Jahre mit insgesamt bis zu 1,25 Millionen Euro gefördert werden.
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Christopher Balme
Direktor der Theaterwissenschaft München
Tel.: 089/2180 - 3686
E-Mail: theaterwissenschaft@lrz.uni-muenchen.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Kunst / Design, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Musik / Theater
überregional
Forschungsprojekte, Wettbewerbe / Auszeichnungen
Deutsch

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