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25.08.2009 10:08

Wege und Welten der Religionen

Axel Burchardt Referat Öffentlichkeitsarbeit
Friedrich-Schiller-Universität Jena

    Festschrift für Religionswissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena liegt vor

    Jena (25.08.09) 60 ist kein Alter für einen Wissenschaftler. Doch der 60. Geburtstag kann Anlass sein für eine Reflexion über das Wirken und Schaffen. Für Prof. Dr. Udo Tworuschka haben andere das Reflektieren unternommen und das Ergebnis 2009 in einer "Festschrift für Udo Tworuschka zum 60. Geburtstag" zusammengefasst. 78 Autorinnen und Autoren haben zu dem umfassenden Band "Wege und Welten der Religionen. Forschungen und Vermittlungen", den Jürgen Court und Michael Klöcker herausgegeben haben, zu Ehren des Jenaer Lehrstuhlinhabers für Religionswissenschaft beigetragen und dabei das Fachgebiet und Tworuschka aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

    Udo Tworuschka gehört zu den Pionieren einer "Praktischen Religionswissenschaft" und wurde deshalb oft kritisiert, bis sich nun langsam seine Sichtweise durchsetzt. Er reflektiert Religion methodisch und inhaltlich im Plural, thematisiert über die normativen Aussagen hinaus die 'gelebte Religion' und bezieht damit eine eigenständige Position: die interdisziplinäre und konstruktivistische Perspektive betonend, die Religionsphänomenologie nicht einfach borniert verurteilend, vielmehr teils weiter-, teils mit Perspektiverweiterungen fortführend. Tworuschka nennt es "kontextuelle Religionsphänomenologie". Dazu gehören zwar einerseits gezielte Rekurse auf fruchtbare Ansätze und Forschungsergebnisse der klassischen Vertreter der Religionsphänomenologie, vor allem auf seinen akademischen Lehrer Gustav Mensching (1901-1978). Anderseits ist aber vor allem das alltägliche Leben Teil dieses Religionenverständnisses. Das die klassische Religionsphänomenologie interessierende ,Wesen' der Religion (im Singular) stand noch nie im Fokus der Religionswissenschaft Tworuschkas.

    In der Festschrift präsentieren - Tworuschkas Ansatz aufgreifend - (inter-)national bekannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihren Zugang zu Religion oder Religionen. Es entfaltet sich eine breite Spanne unterschiedlicher Ansätze: von "Begegnung mit dem Heiligen" über kritisch analysierte Funktionen, Erforschung religiöser Ausdrucksformen bis zu vielfältigen Bemühungen um Vermittlung in Medien und Institutionen. In dem Band ist die Crème de la Crème der "pluralistischen Religionstheologie" versammelt: John Hick, Paul Knitter, Perry Schmidt-Leukel und Leonard Swidler sind Beispiele für Verfechter dieser pluralistischen Theologie der Religionen. Sie bestreitet den Absolutheitsanspruch einer einzelnen Religion und steht ein für die Existenz verschiedener gleichberechtigter Formen von Offenbarung und Heilswegen: "Nathan reloaded", wie Tworuschka einmal diesen friedenstiftenden Ansatz genannt hat.

    Die Festschrift beweist, dass der Jenaer Religionswissenschaftler und sein vielfältiges Werk bereits über Landes- aber auch Fachgrenzen hinaus wirken. So sind die Herausgeber des Bandes ein philosophisch orientierter Sportwissenschaftler, Prof. Dr. Jürgen Court (Universität Erfurt), und ein Historiker, Prof. Dr. Michael Klöcker (Universität zu Köln). Dass Tworuschkas religionsdialogisches Anliegen, insbesondere gegenüber dem Islam, gewürdigt wird, beweist eindrucksvoll ein Grußwort in dem neuen Band: Es stammt vom ehemaligen iranischen Staatspräsidenten Seyyed Mohammed Khatami.

    Jürgen Court/Michael Klöcker (Hg.): Wege und Welten der Religionen. Forschungen und Vermittlungen - Festschrift für Udo Tworuschka, Frankfurt/M. 2009, 762 Seiten, Preis 39,90 Euro, ISBN 978-3-87476-591-6

    Kontakt:
    Prof. Dr. Udo Tworuschka
    Theologische Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
    Fürstengraben 6
    07743 Jena
    Tel.: 03641 / 941160
    E-Mail: Udo.Tworuschka[at]uni-jena.de


    Weitere Informationen:

    http://www.uni-jena.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Religion
    regional
    Personalia, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Cover der Festschrift für Prof. Dr. Udo Tworuschka von der Universität Jena.


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