Das Institut für Informatik der Universität Potsdam hat erfolgreich am Zweiten Internationalen Wettbewerb der Antwortmengenprogrammierung teilgenommen. Beim kürzlich von der Katholischen Universität Leuven, Belgien, organisierten Wettstreit belegten beide angetretenen Mannschaften der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Torsten Schaub die Plätze eins und zwei. Grundidee der Antwortmengenprogrammierung ist es, komplexe Berechnungsprobleme logisch zu beschreiben und mit effektiven anwendungsunabhängigen Verfahren automatisch zu lösen.
Am Zweiten Internationalen Wettbewerb der Antwortmengenprogrammierung nahmen 16 Mannschaften mit Mitgliedern von 15 europäischen und nordamerikanischen Universitäten teil. Alle Mannschaften hatten die Aufgabe, 38 vorgegebene Berechnungsprobleme möglichst effizient zu modellieren und zu lösen, wobei die Bandbreite der Probleme von Puzzles wie dem populären Sudoku über logistische Fragestellungen bis hin zur Handlungsplanung reichte. Dass die Potsdamer Uni-Wissenschaftler der Arbeitsgruppe für Wissensverarbeitung und Informationssysteme dabei so gut abgeschnitten haben, ist kein Zufall. Hintergrund ist die nach Einschätzung der beteiligten Forscher flexible Einsetzbarkeit und der technologische Reifegrade der in Potsdam entwickelten Methoden und Computerprogramme für die Antwortmengenprogrammierung.
Eine Antwortmenge beschreibt ein logisches Modell einer Problemstellung. Die Grundidee ist es, komplexe Berechnungsprobleme logisch zu beschreiben und automatisch mit effektiven anwendungsunabhängigen Verfahren zu lösen. Vorteil und Ziel dieser Herangehensweise liegen in der Einfachheit des Entwurfs computergestützter Lösungen für komplexe Probleme, für die nach der vorherrschenden komplexitätstheoretischen Annahme keine garantierbar effizienten Lösungsverfahren existieren. Derartige Probleme treten in der Praxis häufig auf. Zu finden sind sie etwa bei der Routenberechnung, Stundenplanung oder bei Puzzles wie Sudoku. Daher stellt die Entwicklung allgemeiner Verfahren, mit denen viele praktische Probleme hinreichend effizient gelöst werden können, einen Kernbereich der Informatik dar. Gegenüber verwandten Ansätzen bildet die besondere Kompaktheit bei der Problemmodellierung ein wesentliches Merkmal der Antwortmengenprogrammierung. Anwender werden dadurch in die Lage versetzt, komplexe Probleme mit vergleichsweise geringem Aufwand zu beschreiben und mit existierenden Computerprogrammen zu lösen. Praktische Anwendungen der Antwortmengenprogrammierung gibt es zum Beispiel in der Bioinformatik, der Produktkonfiguration und der Kontrolle des Space Shuttles.
Die Vorstellung der Ergebnisse des Wettbewerbs und die Preisverleihung finden im Rahmen der Internationalen Konferenz für Logisches Programmieren und Nichtmonotones Schließen statt, die vom 14. bis 18. September 2009 an der Universität Potsdam durchgeführt wird.
Hinweis an die Redaktionen:
Als Ansprechpartner steht Ihnen Prof. Dr. Torsten Schaub vom Institut für Informatik der Universität Potsdam unter Tel.: 0331/977-3080, E-Mail: torsten@cs.uni-potsdam.de zur Verfügung
Diese Medieninformation ist auch unter http://www.uni-potsdam.de/pressmitt/2009/pm187_09.htm im Internet abrufbar.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Informationstechnik, Mathematik
regional
Wettbewerbe / Auszeichnungen
Deutsch

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