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28.08.2009 16:19

Todesrisiko bei Raucherlunge einschätzen

Presse- und Informationsdienst Presse- und Informationsdienst
Schweizerischer Nationalfonds SNF

    Neue Grundlage für besser angepasste Therapien

    Die auch als Raucherlunge bezeichnete fortschreitende Ver-engung der Atemwege - in Englisch: chronic obstructive pulmo-nary disease (COPD) - befällt im Alter knapp die Hälfte aller Rauchenden. Obwohl Krankheitsbild und Schweregrad stark variieren, behandeln die Ärzte heute alle Patienten ungefähr gleich. Eine vom Schweizerischen Nationalfonds geförderte Stu-die ebnet den Weg, um dies zu ändern.

    Milo Puhan hat in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Spanien und den Niederlanden einen Risikoindex entwickelt für Personen, die an der Lungenkrankheit chronic obstructive pulmonary disease (COPD) leiden. Mit diesem Index können Ärzte den Schweregrad der Krankheit sowie das Risiko, an ihr zu sterben, objektiv beurteilen. "Dies bildet die lang ersehnte Grundlage für eine ans Risiko angepasste Behandlung, wie sie etwa Kardiologen für Herz-Kreislauf-Patienten kennen", sagt Puhan.
    Fortschreitende Zerstörung der Lunge
    Trotz dem ungelenken Namen zählt COPD weltweit zu den fünf wichtigsten Todes¬ursachen. Sie befällt vor allem im Alter die Hälfte aller Rauchenden. In der Schweizer Bevölkerung leiden jeder zehnte Mann und jede zwanzigste Frau an den Folgen der im Krankheitsverlauf zunehmenden Zerstörung der Lunge: Die Entzündungsprozesse und die immer grössere Atemnot führen mit der Zeit auch zu Muskelschwäche, welche für Patienten eines der grössten Probleme im Alltag darstellt.
    "Bisher werden alle Patienten ungefähr gleich - und deshalb oft inadäquat - behandelt, auch weil die alleinige, heute übliche Messung der Leistungsfähigkeit der Lungen nicht geeignet ist, um den Verlauf der Krankheit abzuschätzen", sagt Puhan. Mit seinen Kollegen hat er die medizinischen Daten von 232 schweizerischen und 342 spanischen Patienten ausgewertet.
    Einfacher Risikoindex
    Wie die Forschenden in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Lancet berichten (*), ist dabei ein einfacher Risikoindex ent-standen, den auch Hausärzte - die die grosse Mehrheit von COPD-Patienten betreuen - ermitteln können. Dieser so ge-nannte ADO-Index (für Age, Dyspnoea, Obstruction) berück-sichtigt neben der Leistungsfähigkeit der Lungen auch, wie alt die Patienten sind und wie stark sie an Atemnot leiden. Er sagt voraus, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Patienten in den nächsten drei Jahren sterben.
    "Dieser praktikable Index zeigt das Sterberisiko jedes ein-zelnen Patienten auf und hilft somit, die Patienten zu identifizieren, die von einer umfassenderen Behandlung profitieren könnten", sagt Puhan. Neben dem Rauchstopp und inhalierbaren Medikamenten sind vor allem auch nicht-medikamentöse Behandlungen wie etwa die Lun-genrehabilitation wirksam. In einer soeben angelaufenen klinischen Studie mit Hausärzten in den Niederlanden und in der Schweiz (www.icecolderic.com) untersucht Puhan nun, wie diese Behandlungen im Krankheitsverlauf angepasst werden müssen, um ihn möglichst günstig zu beeinflussen.

    (*) M. A. Puhan, J. Garcia-Aymerich, M. Frey, G. ter Riet, J. M. Antó, A. G. Agustí, F. P. Gómez, R. Rodríguez-Roisín, K. G. M. Moons, A. G. Kessels and U. Held (2009): Expansion of the prognostic assessment of patients with chronic obstructive pulmonary disease: the updated BODE index and the ADO index. Lancet 374: 704-711. Als PDF beim SNF erhältlich: E-Mail pri@snf.ch.


    Kontakt:
    Prof. Dr. Milo A. Puhan
    Department of Epidemiology
    Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health
    Baltimore, MD 21205, USA
    Tel. +1 443 287 8777
    E-Mail: mpuhan@jhsph.edu

    und

    Horten-Zentrum
    für praxis-orientierte Forschung und Wissenstransfer
    Universitätsspital Zürich, 8091 Zürich


    Weitere Informationen:

    http://www.snf.ch > Medien > Medienmitteilungen


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Gesellschaft, Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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