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31.08.2009 17:39

Organe aus dem Reagenzglas: Pressegespräch anlässlich des Symposiums "Organotypic Tissue Culture for Substance Evaluation"

Dr. Kathrin Rübberdt Öffentlichkeitsarbeit
DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.

    Sind Tierversuche zur Sicherheitsüberprüfung von Chemikalien, Kosmetika und Medikamenten vielleicht schon in ein paar Jahren überflüssig? Wissenschaftler arbeiten daran, sie durch im Labor gezüchtete Organe zu ersetzen. Den Stand der Forschung diskutieren internationale Experten der Gewebekultur vom 22. bis 25. September 2009 auf dem Symposium "Organotypic Tissue Culture for Substance Evaluation" (Organotypische Gewebekultur zur Stoffbewertung) in Potsdam. Dabei geht es auch darum, welche Hürden bis zum praktischen Einsatz noch zu meistern sind. Journalistinnen und Journalisten haben bei einem Pressegespräch am 23. September um 13.15 h die Gelegenheit, sich aus erster Hand zu informieren.

    Organotypische Gewebekulturen sind im Labor erzeugte Gewebe, die in ihrem Aufbau und ihren Eigenschaften menschliche Organe nachahmen. Damit sollen nicht nur viele Tierversuche ersetzt werden können, die Ergebnisse pharmazeutischer Tests sollen sich auch leichter auf den Menschen übertragen lassen. Immer wieder zeigt sich, dass Tierversuche nicht unbedingt zur richtigen Einschätzung von Arzneimittelrisiken führen und es immer noch keine adäquaten Vorhersagemethoden für Wechselwirkungen von Substanzen mit dem menschlichen Organismus gibt. Zuletzt musste Merck im Jahr 2004 das Schmerzmittel VIOXX vom Markt nehmen, weil es das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko der Patienten stark erhöhte.
    Im Mittelpunkt des Symposiums wird deshalb die Frage stehen, wie und wann einzelne künstliche Organe zuverlässige industrielle Testsysteme für chemische und pharmazeutische Substanzen werden könnten. Obwohl erste Erfolge und Zulassungen bei einfacher gebauten Geweben wie z. B. der Oberhaut bereits zu verzeichnen sind, bedarf es bei den meisten komplexen Organen noch umfangreicher Forschung. Besonders die Bildung von Blutgefäßen innerhalb der Organe bereitet häufig Probleme und wird deshalb ein wichtiges Thema des Symposiums sein. Eine weitere wichtige Fragestellung ist der Einsatz von Multi-Organ-Systemen. Die Hintereinanderschaltung mehrerer Organe ermöglicht es, die Wirkung bestimmter Stoffe auf noch komplexere Strukturen zu testen. Das wirft jedoch auch ethische Fragen auf.
    Auch der mögliche industrielle Einsatz von Gewebekultursystemen wird Thema des Symposiums sein. Da die Pharmaindustrie bei der Suche nach neuen Wirkstoffen darauf angewiesen ist, möglichst viele Substanzen in möglichst kurzer Zeit zu testen, müssen künftige Kultursysteme darauf ausgelegt sein. So werden u. a. auf Biochips basierende Mikrosystemtechnologien für das Hochdurchsatzscreening vorgestellt und Anwendungen von Stammzellen bei der Identifikation von Wirkstoffen diskutiert.
    Der Vergleich von Sicherheitskonzepten bei der Anwendung von in vitro- ("im Glas") und in silico- ("im Computer") Tests im Rahmen der Stoffbewertung sowie der Blick in die Zukunft der organotypischen Gewebekultur unter dem Vortragstitel "Homunculus2020 for substance testing?!" runden das Programm des Symposiums ab.
    Veranstalter des Symposiums sind die DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. und die Vereinigung deutscher Biotechnologie-Unternehmen (VBU). Die VBU wurde 1996 gegründet und ist Teil der DECHEMA. Sie vertritt derzeit mehr als 210 Mitgliedsunternehmen aus allen Bereichen der Biotechnologie.


    Weitere Informationen:

    http://www.dechema.de/Presse/Pressetermine.html - Vollständiges Programm und Informationen zum Thema


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Chemie, Medizin
    überregional
    Pressetermine, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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