idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
02.09.2009 11:17

Über Leben im Umbruch. Theater und Wissenschaft Wittenberge 2009

Andreas Willisch Pressestelle
Thünen-Institut für Regionalentwicklung e.V.

    Das Forum, das am 1. und 2. Oktober 2009 in Wittenberge stattfindet, wird vom Forschungsverbund "Social Capital im Umbruch europäischer Gesellschaften - Communities, Familien, Generationen" organisiert. Die Mitglieder des Verbunds gehen in mehreren künstlerischen und sozialwissenschaftlichen Projekten der Frage nach, wie die Menschen die Umwälzungen in Europa erfahren und wie sie ihr Leben den veränderten Bedingungen anpassen. Referenten sind Regina Bittner (Dessau), Heinz Bude (Hamburg), Glen Elder (USA), Rosalind Edwards (London), Hans-Georg Soeffner (Konstanz) u.a.

    Die Zeit der Wende ist vorbei. Nach 20 Jahren Angleichung und einer aktuellen globalen Krise haben sich die sozialen Verhältnisse drastisch verändert. Das Überleben hat sich vor die Wohlfahrt gedrängt. In der deindustrialisierten Gesellschaft wird Arbeit neu organisiert, in der mobilen Gesellschaft werden Familienverhältnisse und -strukturen umgebaut. Im Umbruch werden die Fragen nach dem Fortbestand von Unternehmen, Gemeinschaften und Alltagspraktiken der Individuen immer wieder neu gestellt.
    Am Beispiel der schrumpfenden Stadt Wittenberge folgen Geistes- und Kulturwissenschaftler, Ethnologen, Soziologen und Künstler den Spuren dieses rapiden sozialen Wandels. Wissenschaftler aus fünf Projekten haben Interviews und Beobachtungen zu den Themen Vertrauen, Familie, Alltag, Gemeinschaft und Charisma als eine Art "Tiefenbohrungen" durchgeführt. In der Stadt sind Künstler unterwegs, die das wissenschaftliche Material mit eigenen Sichtweisen und Zugängen zu einem Panorama über das Leben im Umbruch kombinieren.
    Während des Forums 2009 werden Theater und Wissenschaft ihre jeweilige Sicht auf eine Umbruchsgesellschaft vorstellen. Das Maxim Gorki Theater (Berlin) hat im Rahmen einer Autorenwerkstatt an die Dramatiker Thomas Freyer, Juliane Kann, Philipp Löhle und Fritz Kater Aufträge vergeben. Die Stücke, die im Austausch mit den Wissenschaftlern des Projektverbunds und durch Einblicke in deren erste Forschungsergebnisse entstanden sind, werden in einer Abendveranstaltung von Studenten der Schauspielschule "Ernst Busch" Berlin (2. Studienjahr Regie/Schauspiel) zum ersten Mal öffentlich gelesen. Die Studenten werden von Wolfgang Engler (Rektor der Schauspielschule) und Andrea Koschwitz (Chefdramaturgin am Maxim Gorki Theater) angeleitet.
    Die Wissenschaft präsentiert ihre Ergebnisse im Kontext internationaler Forschung mit einer Tagung. Glen Elder (USA) referiert über sozialen Wandel und gesellschaftliche Krisen. Rosalind Edwards (London) hinterfragt die populären Theorien zum Sozialkapital. Regina Bittner (Dessau) spricht über den transnationalen Charakter von Überlebensökonomien des Kleinhandels und Hans Georg Soeffner (Konstanz) erörtert die Rolle von Charisma für moderne Vergemeinschaftungsprozesse. Auf diese Weise können die Forschungen des Verbundprojekts den Blick von den Besonderheiten des deutschen Vereinigungsprozesses weg und hin auf globale Veränderungs- und Umbruchsprozesse führen.
    Der Dialog zwischen den Geistesschaffenden und der lokalen Öffentlichkeit über das Leben im Umbruch ist die zentrale Idee des Projektverbunds "'Social Capital' im Umbruch europäischer Gesellschaften - Communities, Familien, Generationen". Der auf drei Jahre angelegte Verbund besteht aus dem Institut für Europäische Ethnologie der Berliner Humboldt-Universität, dem Fachbereich Soziologie der Universität Kassel, dem Hamburger Institut für Sozialforschung, dem Brandenburg-Berliner Institut für sozialwissenschaftliche Studien und dem Thünen-Institut Bollewick in Kooperation mit dem Maxim Gorki Theater. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Ausschreibung "Geisteswissenschaften im öffentlichen Dialog".

    Hinweise zur Teilnahme:
    Programm und Anmeldung zur Tagung bitte im Projektbüro:
    Thünen-Institut e.V.
    Edelgard Taepke / Andreas Willisch
    Bahnhofstr. 61
    19322 Wittenberge
    Telefon: 03877-600 0066
    ueberleben@thuenen-institut.de

    Tagungsgebühr 20 Euro


    Weitere Informationen:

    http://www.ueberlebenimumbruch.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Musik / Theater
    überregional
    Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).