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10.09.2009 10:20

EFIS-Schering Plough European Immunology Preis geht an Michael Reth

Dr. Julia Rautenstrauch Geschäftsstelle
Deutsche Gesellschaft für Immunologie

    Für seine Forschungsarbeit zur Aufklärung von Signalprozessen bei Immunzellen erhält Professor Michael Reth, Immunologe an der Universität und am Max-Planck-Institut für Immunbiologie, Freiburg, den mit 50.000 Euro dotierten EFIS-Schering Plough European Immunology Preis. Der Immunologe, der auch Sprecher des Exzellenzclusters bioss ist, klärte einen universellen Signalweg auf, der unter anderem zur Aktivierung von B-Zellen führt, die eine wichtige Rolle bei der Infektabwehr spielen. Die Preisverleihung erfolgt am 13. September 2009 im Rahmen des 2nd European Congress of Immunology in Berlin.

    Bei jeder Infektion durch Mikroorganismen werden Zellen unseres Immunsystems alarmiert, aktiviert und entwickeln sich zu Effektorzellen, die infektiöse Eindringlinge wirksam bekämpfen können. So produzieren die zu den weißen Blutkörperchen gehörenden B-Zellen Antikörper, die Mikroorganismen abfangen und auflösen. Wie aber kommt es zur spezifischen Aktivierung der B-Zellen, damit sie diese Aufgabe erfüllen können?
    Seit längerem war bekannt, dass Antiköper nicht nur frei im Blut schwimmend, sondern auch als Rezeptoren auf B-Zellen vorkommen, wo sie in der Plasmamembran verankert sind. Unklar blieb, wie die Bindung eines Erregers/Fremdstoffes an diese Rezeptoren zu einem Signal innerhalb der Zelle und zur Aktivierung führt, die die B-Zellen zur Produktion spezifischer Antikörper gegen den Eindringling veranlasst.
    Das von Reth geleitete Forscherteam entdeckte zwei neue Proteine, die Signaluntereinheiten des B-Zell-Rezeptors bilden. Bei einer genaueren Untersuchung dieser Proteine entdeckte Reth ein Sequenzmotiv, das mittlerweile den Namen "immunoreceptor tyrosine activation motif" (ITAM) trägt.

    Die weitere Forschung zeigte, dass ITAM-Sequenzen bestimmte Enzyme, sogenannte "Kinasen", innerhalb der Zelle aktivieren und so das Signal in das Zellinnere und zum Zellkern weiterleiten. "Interessanterweise kommt ein ITAM bei vielen Rezeptoren auf Immunzellen vor, es handelt sich hier also um ein universelles Prinzip der Signalentstehung bei Immunzellen", betont Reth. "Die ITAM-Signale spielen nicht nur eine Rolle für die Immunaktivierung und Infektabwehr, sondern auch bei einer Reihe von menschlichen Blutkrankheiten. So sind falsch regulierte ITAM-Signale maßgeblich an der Entstehung von Tumorkrankheiten des Blutes wie Leukämien und Lymphomen beteiligt."
    Wie genau ITAM-Signale verarbeitet und reguliert werden, wird jetzt im Rahmen des Exzellenzclusters bioss näher untersucht.
    Ins Leben gerufen wurde der EFIS-Schering Plough European Immunology Preis von der European Federation of Immunological Societies EFIS, mit großzügiger finanzieller Unterstützung des Unternehmens Schering Plough. "Mit Professor Michael Reth zeichnet EFIS einen der führenden Molekularimmunologen in Europa aus, sagt EFIS-Präsident Professor Stefan H. E. Kaufmann, Direktor des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie, Berlin. Der Preis würdigt herausragende immunologische Entdeckungen in der Prävention, Entstehung und Therapie von Krankheiten. Er wird im Rahmen des alle drei Jahre stattfindenden European Congress of Immunology ECI 2009 in Berlin vergeben und ist mit einem Preisgeld von 50.000 Euro ausgestattet. Darüber hinaus erhält der Preisträger/die Preisträgerin eine Reisekostenunterstützung zur Teilnahme am ECI-Kongress, wo die preisgekrönte Arbeit im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung vorgestellt wird. Eine zweite Präsentation erfolgt in einem der Schering-Plough Forschungszentren in Kalifornien oder Holland.

    Erstmals wurde der Preis beim 1st European Congress of Immunology ECI2006 in Paris an Prof. Dr. Alberto Mantovani aus Mailand verliehen.

    EFIS (European Federation of Immunological Societies) ist der Dachverband der nationalen immunologischen Fachgesellschaften in Europa. Zu EFIS zählen 28 nationale Fachgesellschaften in 31 europäischen Ländern mit insgesamt 13.000 Mitgliedern. Gemeinsame Plattform ist der European Congress of Immunology, der all drei Jahre stattfindet.

    Ansprechpartner für Rückfragen:

    Prof. Dr. Michael Reth

    Sprecher des Exzellenzclusters bioss (www.bioss.uni-freiburg.de)
    Professor für Molekulare Immunologie
    Universität Freiburg und Max-Planck-Institut für Immunbiologie
    Tel.: 0761/5108-420
    Fax: 0761/5108-423
    E-Mail: michael.reth@bioss.uni-freiburg.de
    http://www.immunbio.mpg.de/home/research/molimmun/index.html

    Prof. Dr. Anna Erdei
    Secretary General EFIS
    Department of Immunology
    University Eotvos Lorand
    Pazmany s 1/C
    H-1117 Budapest, Hungary
    E-Mail: anna.erdei@freemail.hu
    Internet: www.efis.org

    Prof. Dr. med. Reinhold E. Schmidt

    Klinik für Immunologie und Rheumatologie
    Medizinische Hochschule Hannover
    Carl-Neuberg-Str. 1
    30625 Hannover
    Tel.: +49-511-532-6656
    Fax: +49-511-532-9067
    E-Mail: immunologie@mh-hannover.de
    Internet: www.mh-hannover.de/kir.html

    Dr. med. Julia Rautenstrauch
    Pressereferentin ECI 2009 Berlin

    MedCongress GmbH
    Geschäftsführer:
    Dr. Julia Rautenstrauch, Hans-Joachim Erbel
    Postfach 70 01 49
    70571 Stuttgart
    Tel: +49 711 72 07 12 0
    Fax: +49 711 72 07 12-29
    Gerichtsstand: Amtsgericht Stuttgart HRB 22288
    jr@medcongress.de
    www.medcongress.de


    Weitere Informationen:

    http://www.eci-berlin2009.com
    http://www.bioss.uni-freiburg.de


    Bilder

    Prof. Michael Reth, Freiburg
    Prof. Michael Reth, Freiburg


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Chemie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


     

    Prof. Michael Reth, Freiburg


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