Um die Rolle der Bioinformatik bei den weltweiten Anstrengungen zur Bekämpfung des Hungers geht es in einem öffentlichen Vortrag, den Dr. Theo van Hintum im Rahmen der internationalen Bioinformatik-Konferenz "German Conference on Bioinformatics 2009" (GCB) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) halten wird. Auch nicht angemeldete Gäste sind herzlich zu diesem Vortrag am Abend des 29. September um 17.30 Uhr ins Audimax (Universitätsplatz) eingeladen.
Van Hintum wird in seinem englischsprachigen Vortrag darauf eingehen, wie Methoden der Bioinformatik dazu beitragen können, die Ernährungssituation durch optimierte Nutzung der vorhandenen Ressourcen, wie Wasser und Boden, und Anpassung von Nutzpflanzen an schwierige klimatische und geografische Bedingungen - insbesondere in Entwicklungsländern - zu verbessern.
Wie überall auf der Welt stehen auch die Bauern in den Entwicklungsländern vor großen landwirtschaftlichen Veränderungen. Im Gegensatz zu ihren Kollegen im Norden haben sie allerdings nicht immer die Hilfsmittel, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Insbesondere vor dem Hintergrund der Trockenheit, die sich in Zeiten des Klimawandels fortlaufend verschlimmert, bestimmt der Zugang zu geeigneten Entwicklungen die Schwelle zwischen gesunden und hungernden Familien.
Das "Generation Challenge Programme" (GCP) der "Consultative Group on International Agricultural Research" (CGIAR) hat sich zum Ziel gesetzt, unter Ausnutzung der modernen Molekularbiologie und der weltweit vorhandenen genetischen Resourcen von Nutzpflanzen, Züchtern in den Entwicklungsländern Alternativen zu bieten. Durch seine fünf Teilprogramme unterstützt das GCP die Züchtung neuer Generationen von Pflanzen, die den Bedürfnissen der Bauern gerecht werden. Mit Mitteln neuester Genomforschung ermittelt es potentiell nützliche Gene und setzt sie zu den genetischen Grundlagen in Beziehung, so dass sie für lokale Züchter nutzbar sind. Das GCP entwickelt molekulare Marker zur markergestützten Züchtung, und ermöglicht deren Nutzung durch lokale Züchter, indem Labore geschaffen und das notwendige Personal bereit gestellt werden.
Dieser öffentliche Vortrag stellt das "Generation Challenge Programme" vor und hebt dabei insbesondere hervor, welche Rolle die Bioinformatik in dieser globalen Anstrengung zur Bekämpfung des Hungers spielt. Das Thema des Vortrags lautet "The role of bioinformatics in a global attempt to fight hunger".
Theo van Hintum
Dr. Theo van Hintum stammt aus den Niederlanden, studierte Pflanzenzüchtung an der Universität von Wageningen und promovierte an der schwedischen Universität für Landwirtschat in Uppsala. Er hat langjährige Erfahrung in allen Bereichen des Managements genetischer Resourcen, das wird auch in der Breite seiner Publikationen zu Nutzpflanzen und entsprechender Methoden deutlich. Seine Tätigkeit hatte jedoch immer Bezug zu Genbanken: Informationsmanagement, quantitative Genetik und die Entwicklung und Anwendung neuer Technologien aus der Informations- und Kommunikationstechnik und der Molekularbiologie. Er ist willkommener Redner auf internationalen Konferenzen zum Management genetischer Resourcen, Biometrie und Bioinformatik. Als das "Generation Challenge Programme" im Januar 2004 startete, schloss er sich dem Programm als Manager für Bioinformatik und Nutzplanzen-Informationssysteme an. Für einen kurzen Zeitraum war er sogar Übergangsdirektor des Programms und kennt es daher aus erster Hand. Obwohl er das Führungsteam des GCP im vergangenen Jahr verließ, fühlt er sich dessen Zielen und Ansätzen weiterhin verbunden, ohne seine kritische Grundhaltung aufzugeben.
Die "German Conference on Bioinformatics 2009" (GCB) lockt vom 28. bis 30. September 2009 knapp 300 Teilnehmer aus aller Welt nach Halle. Veranstalter sind die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gemeinsam mit den Leibniz-Instituten für Pflanzenbiochemie (IPB) in Halle und Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) Gatersleben. Die German Conference on Bioinformatics findet dieses Jahr erstmals in Sachsen-Anhalt statt.
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Ivo Große
Institut für Informatik der MLU
Telefon: 0345 55-24774
E-Mail: ivo.grosse@nformatik.uni-halle.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Biologie, Informationstechnik
regional
Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.
Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).
Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.
Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).
Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).