Kassel. Fremde Kulturen im Schulunterricht besser kennen lernen und verstehen - das verspricht ein in den USA und Kassel für die Lehrerausbildung entwickeltes Unterrichtsmodell. "ABC's of Cultural Understanding and Communication" nennen Prof. Dr. Patricia R. Schmidt und Prof. Dr. Claudia Finkbeiner ihr Modell, das 12 Wissenschaftler aus Europa und USA vom 27. September bis 2. Oktober an der Universität Kassel untersuchen und weiter entwickeln wollen.
"Im Kontakt und Austausch von Angehörigen verschiedener Kulturen sollte nicht nur eine Auseinandersetzung mit anderen und deren kultureller Zugehörigkeit stattfinden, sondern immer auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und kulturellen Prägung", sagt Professor Finkbeiner. Deshalb beginnen die Schüler im ABC's-Modell mit A wie Autobiografie, um sich über wichtige Erfahrungen in der eigenen Lebensgeschichte ihrer eigenen Identität bewusst zu werden. Eine Biographie (B) über einen Interviewpartner, der seine Geschichte erzählt, wird im zweiten Teil verfasst. So werden das Gespür und die Voraussetzungen für das Verstehen des Anderen gefördert. Im letzten Teil C (= Comparison) vergleichen die ABC's-Partner die Ergebnisse auf kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Dabei reflektieren sie zudem positive, überraschende und schwierige Erfahrungen im Austauschprozess. Dieser letzte und wichtigste Schritt des ABC's-Modells fördert die Reflexion und Anerkennung von kulturellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten. "Idealerweise entwickeln die Teilnehmer in diesem Schritt ein Verständnis für die andere Kultur und erkennen, wie ihre Wahrnehmung durch die eigene kulturelle Prägung beeinflusst wird", sagt Finkbeiner, die an der Universität Kassel das Fachgebiet "Fremdsprachenlehr- und -lernforschung/ Interkulturelle Kommunikation" leitet.
In den USA zielt das Modell in der Lehrerbildung vor allem darauf, Mittelschicht-Lehrer für kulturelle Unterschiede in ihren Klassen zu sensibilisieren und auf diese Weise Schülerinnen und Schüler aus kulturellen Minderheiten stärker zu fördern. Im Kasseler Wokshop werden zwölf Wissenschaftler aus sechs Ländern ihre kulturellen Unterschiede reflektieren und u.a. an einer angemessenen Umsetzung für ihr Land arbeiten.
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Hinweis für die Redaktionen: Workshop-Teilnehmer stehen für Interviews in der Woche vom 27. September bis 2. Oktober zur Verfügung. Kontakt über Prof. Dr. Claudia Finkbeiner (s.u.)
Info
Prof. Dr. Claudia Finkbeiner
tel: (0561) 804 3353
e-mail: cfink@uni-kassel.de
Universität Kassel
Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Kulturwissenschaften, Pädagogik / Bildung, Sprache / Literatur
überregional
Forschungsprojekte, Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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