Know-how von Prof. Dr. Arnold Kühhorn und seinem Team soll Eigenschaften der Bobs verbessern
In Vorbereitung der Olympischen Winterspiele im Februar 2010 im kanadischen Vancouver forschen die Wissenschaftler um Prof. Arnold Kühhorn am Lehrstuhl Strukturmechanik und Fahrzeugschwingungen der BTU Cottbus seit Monaten unter Hochdruck an einer technischen Verbesserung des früheren Bobs des mehrfachen Olympiasiegers und achtmaligen Weltmeisters, André Lange.
Das Team arbeitet dabei aus Sportbegeisterung mit dem in Berlin-Adlershof ansässigen Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) unentgeltlich zusammen. Zwar wird der frühere Bob von André Lange heute im Juniorenbereich eingesetzt, doch die jüngsten Forschungsergebnisse des Lehrstuhls dienen dem FES zur Weiterentwicklung der Rennschlitten für die jetzige Saison und darüber hinaus
Wie bei allen Sportarten, die mit Hilfe eines Gerätes ausgeübt werden, stehen insbesondere bei Misserfolgen die Sportgeräte sowie deren Hersteller schnell im Fokus der sportinteressierten Öffentlichkeit. So widerfuhr es auch dem FES, das sich aufgrund der Kritik am Bob von André Lange an Prof. Kühhorn wandte, mit dem das Institut seit 2004 zusammen arbeitet. Optimierungen von Prof. Kühhorn und seinen Mitarbeitern hatten bereits an anderen Sport-Geräten zu deutlichen Verbesserungen geführt: Sie haben die Schlittschuhe von Anni Friesinger modelliert und an der Optimierung des Bahnrennrades von René Wolf gefeilt, mit dem er dann 2005 tatsächlich Weltmeister wurde.
Auf Grund dieser Erfahrungen wurden an der BTU Cottbus in den vergangenen Sommermonaten eine Vielzahl von experimentellen Schwingungsuntersuchungen am "Lange-Bob" durchgeführt: so zum Beispiel an den Achsen und der Faserverbundverkleidung, um dann das Gesamtsystem zu untersuchen. Mit dem Ziel, unvermeidbares und geschwindigkeitsverringerndes Abheben der Kuven infolge von Schwingungen zu reduzieren, sollten in einem ersten Schritt Stahllegierungen gefunden werden, welche sich durch besonders gute Dämpfungseigenschaften auszeichnen. Die Cottbuser Forscher wollen zudem die Schwingungsintensität der Faserverbundverkleidung hinsichtlich der Materialdämpfung optimieren. Stellgrößen sind hierbei das Material, die Faserdicke und die Faserorientierung.
Bei den Untersuchungen kommen modernste Technologien und Messverfahren zur Anwendung. Beispielsweise sollen durch das Aufbringen von Bitumklebefolie die Schwingungen minimiert werden - ähnlich wie im Automobilbau, wo diese Folie zur Schallreduktion eingesetzt wird.
Die BTU-Forscher sind sich bewusst darüber, mit ihren Erkenntnissen lediglich einen kleinen Beitrag auf der Jagd nach den im Wettkampf entscheidenden Tausendstelsekunden zu leisten. Dennoch wollen die Sportbegeisterten helfen, in der kommenden Olympiasaison das Bestmögliche zu erreichen.
Weitere Informationen:
Prof. Dr.-Ing. Arnold Kühhorn,
Lehrstuhl Strukturmechanik und Fahrzeugschwingungen der BTU Cottbus, Tel.: 0355/69-4817
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Werkstoffwissenschaften
überregional
Forschungsprojekte
Deutsch

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