"Macht" und "Hierarchie" existieren nicht einfach so - sie entstehen erst, wenn Menschen miteinander agieren. Einen neuen, fachübergreifenden Ansatz, die komplexe Entstehung von Macht im Laufe der Geschichte zu ergründen, verfolgen Wissenschaftler der Universitäten Bochum und Köln: Gemeinsam veranstalten sie vom 22. bis 24. Oktober 2009 in der Ruhr-Universität die internationale Tagung "Beyond Elites: Alternatives to Hierarchical Systems in Modelling Social Formations", unterstützt von der Gerda Henkel Stiftung.
Bochum, 15.10.2009
Nr. 330
Jenseits der Eliten
Fachübergreifende Tagung in der RUB
Die "unteren" Ebenen von Macht und Hierarchie
"Macht" und "Hierarchie" existieren nicht einfach so - sie entstehen erst, wenn Menschen miteinander agieren. Einen neuen, fachübergreifenden Ansatz, die komplexe Entstehung von Macht im Laufe der Geschichte zu ergründen, verfolgen Wissenschaftler der Universitäten Bochum und Köln: Gemeinsam veranstalten sie vom 22. bis 24. Oktober 2009 in der Ruhr-Universität die internationale Tagung "Beyond Elites: Alternatives to Hierarchical Systems in Modelling Social Formations", unterstützt von der Gerda Henkel Stiftung. 40 Referentinnen und Referenten u. a. aus Deutschland, England, Polen und den USA nehmen in dieser Form erstmals systematisch die "unteren" Ebenen von Macht und Hierarchie jenseits der Elitenforschung in den Blick. Dabei spannen sie den Bogen von der Antike über das Mittelalter bis zur Neuzeit.
Programm im Internet
Die Tagung mit insgesamt 130 teilnehmenden Wissenschaftlern und Studierenden findet im Veranstaltungszentrum der RUB im Mensagebäude statt (Ebene 04, Saal 2a), die Medien sind herzlich willkommen. Tagungssprachen sind Englisch und Deutsch. Das ausführliche Programm steht im Internet unter
http://www.ruhr-uni-bochum.de/archaeologie/home.htm
Im Blick: der Alltag und die Grundsteine
In der ur- und frühgeschichtlichen Archäologie liegt der Schwerpunkt traditionell auf dem Nachweis sozialer Eliten und Hierarchisierungsprozesse. "Was fehlt, ist eine umfassende Rekonstruktion der einstigen soziokulturellen Realität", so Juniorprofessor Dr. Tobias Kienlin vom Institut für Archäologische Wissenschaften der RUB. Zusammen mit Prof. Dr. Andreas Zimmermann vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität zu Köln richtet er die Tagung aus. Sie bringen Historiker, Archäologen, Kultur- und Sozialwissenschaftler zusammen. In zahlreichen Fallstudien beleuchten die Forscher alltägliche Praktiken und Identitäten sowie die "Grundsteine" verschiedener Gesellschaften wie Alter, Geschlecht und Abstammung. Zudem gibt es konkrete Beispiele für "konsensorientierte und kommunale Entscheidungsfindung, die vor oder neben politischer Macht existierten."
Demokratie - von oben und von unten gesehen
Konkret geht es beispielsweise um die athenische Demokratie "von oben und von unten gesehen" und damit um die Frage, ob es sich dabei nur um eine "verkappte Oligarchie" (Herrschaft Weniger) handelte. Thematisiert werden alternative, soziale Topographien römischer Städte, die komplexen Sozialstrukturen der Merowingerzeit, in der es weit mehr gab als "nur" Adlige und Bauern, aber auch "bandkeramische Hofplätze und Erbschaftsregeln" aus der Jungsteinzeit oder "Mining and Elites". "Mit dem fachübergreifenden, kulturanthropologischen Ansatz in Forschung und Lehre schärft das Bochumer Institut für Archäologische Wissenschaften sein Profil auch im Bereich archäologischer Theoriebildung und vernetzt sich mit anderen Fächern innerhalb wie außerhalb der Ruhr-Universität", sagt Jun.-Prof. Kienlin.
Weitere Informationen
Jun.-Prof. Dr. Tobias L. Kienlin, Institut für Archäologische Wissenschaften der RUB, Fakultät für Geschichtswissenschaft, Tel. 0234/32-28546, E-Mail: tobias.kienlin@rub.de
Redaktion: Jens Wylkop
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften
überregional
Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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