"Bachelor und Master lösen keine Probleme, im Gegenteil: sie schaffen neue."

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28.10.2009 11:48

"Bachelor und Master lösen keine Probleme, im Gegenteil: sie schaffen neue."

Ricarda Wessinghage Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a. M.

    Fachbereich Medizin der Goethe-Universität Frankfurt lehnt
    Bachelor- und Masterabschlüsse als ungeeignet für Medizin und Zahnmedizin ab

    Auf seiner Oktobersitzung hat der Fachbereichsrat Medizin der Goethe-Universität Frankfurt einstimmig gegen die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen in die Medizin und Zahnmedizin votiert.
    Der Fachbereichsrat schloss sich der Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin "Qualität des Medizinstudiums erhalten - aber nicht durch Bachelor/Master" vom 8. Oktober 2009 an (siehe' http://www.hochschulverband.de/cms1/690.html).

    Wesentliche Argumente gegen die Einführung sind dabei:

    1. Die durch den so genannten Bologna-Prozess angestrebten geringen Abbrecherquoten sind in der Medizin und Zahnmedizin bereits lange und eindrucksvoll erreicht.

    2. Dies gilt auch für die Mobilität der Studierenden. Vorliegende Untersuchun-gen machen deutlich, dass die Medizin bereits zu den Studiengängen mit der größten Mobilitätsquote gehört.

    3. Die Vergleichbarkeit der europäischen Studienabschlüsse ist für die Medizin spätestens seit 1993 durch die Europäische Richtlinie 93/16/EWG abschließend geregelt.

    4. Ein dreijähriger "Bachelor of Medicine" verfügt über keinerlei Berufsbefähi-gung. Ärztliche sowie wissenschaftliche Tätigkeiten in der Forschung wären bei einer dreijährigen Ausbildung somit inakzeptabel.

    5. Angesichts des wachsenden Ärztebedarfs einerseits, der Abwanderung von Ärztinnen und Ärzten in nicht kurative Berufe in Deutschland und der Auswanderung vornehmlich in andere EU-Länder andererseits, ist die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Ärztinnen und Ärzte in der Patientenversorgung und in der Forschung das vordringliche Problem. Hierzu leisten Bachelor und Master keinen Beitrag.

    Der Dekan des Fachbereichs Medizin, Prof. Josef Pfeilschifter, kommentiert: "Weder gesundheits- und bildungspolitisch noch volkswirtschaftlich betrachtet ergeben Bachelor und Master in der Medizin und Zahnmedizin Sinn. Wir müssen uns - auch im Hinblick auf die noch zu stemmenden Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise im Wissenschaftssystem - auf die Lösung der drängenden Probleme konzentrieren. Bachelor und Master lösen keine Probleme, im Gegenteil: sie schaffen neue."

    Frankfurt am Main, 28. Oktober 2009

    Für weitere Informationen:

    Dr. Reinhard Lohölter
    Dekanatsleiter
    Dekanat des Fachbereichs Medizin
    Goethe-Universität Frankfurt am Main
    Fon: (0 69) 63 01 - 56 82
    Fax: (0 69) 63 01 - 59 22
    E-Mail: reinhard.lohoelter@kgu.de
    Internet: http://www.med.uni-frankfurt.de

    Ricarda Wessinghage
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
    Fon: (0 69) 63 01 - 77 64
    Fax: (0 69) 63 01 - 8 32 22
    E-Mail: ricarda.wessinghage@kgu.de
    Internet: http://www.kgu.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Medizin, Pädagogik / Bildung
    überregional
    Studium und Lehre
    Deutsch


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