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29.10.2009 11:58

Drei neue linguistische Organisationen auf dem Bremer Festival der Sprachen gegründet

Eberhard Scholz Pressestelle
Universität Bremen

    Beim Bremer Sprachen-Festival im September und Oktober 2009 sind drei neue internationale sprachwissenschaftliche Organisationen aus der Taufe gehoben worden. Sie befassen sich mit der Etnosprache der Marianen-Inseln, mit den indigenen Sprachen Amerikas oder den Indianersprachen sowie mit wenig verbreiteten Sprachen.

    In allen drei Fällen ist die Linguistik an der Universität Bremen der Sitz der neuen Institution.

    Ethnosprache der Marianen-Inseln

    Auf dem Chamorro-Tag des Festivals am 27. September 2009 wurde im Überseemuseum das "Chamorro Linguistics International Network" (CHIN)(http://www.fb10.uni-bremen.de/chin/) gegründet. Es handelt sich um den weltweit erstmaligen Zusammenschluss aller Experten, die aktiv über die mittelbar vom Aussterben bedrohte Sprache der Marianen-Inseln - das Chamorro - im Westpazifik forschen. Zum Präsidenten von CHIN wurde Dr. Rafael Rodríguez-Ponga (Madrid) gewählt, als Vizepräsident fungiert Professor Thomas Stolz (Uni Bremen), Ehrenpräsident ist Dr. Robert A. Underwood, der Rektor der Universität Guam. CHIN hat momentan 20 Mitglieder aus sieben Staaten weltweit. Ziel von CHIN ist es, durch die Koordination von Forschungsaktivitäten einen substanziellen Beitrag zum Erhalt und Ausbau der durch das dominante Englisch zusehends verdrängten Ethnosprache der Marianen zu leisten. Seit 1996 wird im Rahmen des Arbeitskreises von Thomas Stolz kontinuierlich zum Chamorro geforscht. Aus diesen Tätigkeiten ist u. a. die Kooperation der Universitäten Guam und Bremen hervorgegangen.

    Indianersprachen

    Der 4. Oktober 2009 war beim Sprachenfestival ganz den indigenen Sprachen Amerikas, den Indianersprachen gewidmet. Bei dieser Gelegenheit wurde von den mehr als 40 Teilnehmern aus elf Staaten das "European Network of Amerindian Linguistics" (ENAL) (http://www.fb10.uni-bremen.de/enal/) ins Leben gerufen. Der bekannte Bremer Hispanist Professor Klaus Zimmermann wurde wegen seiner herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Indianersprachforschung zum Ehrenpräsident von ENAL ernannt. Sein Kollege aus der Bremer Linguistik, Professor Thomas Stolz, wurde einstimmig als Präsident von ENAL eingesetzt. Ihm stehen mit Professor Bernhard Hurch (Graz), Dr. Jeanette Sakel (Bristol), Professorin Marianne Mithun (Santa Barbara), Dr. José Antonio Flores Farfán (Mexiko) und Professor Wilfried Dietrich (Münster) international ausgewiesene Fachleute auf dem Gebiet der Indianersprachforschung zur Seite. Die Hauptaufgabe von ENAL besteht darin, der großen europäischen Gemeinde von Forschern, die sich zumindest zeitweise mit Indianersprachen beschäftigen, ein festes gemeinsames Forum für den Gedankenaustausch, die Planung und Durchführung gemeinsamer Projekte zu bieten. Gegenwärtig hat ENAL über 50 Mitglieder aus der ganzen Welt. In den Arbeitskreisen der Professoren Klaus Zimmermann und Thomas Stolz wird seit ihrer Berufung nach Bremen in Forschung und Lehre zu Indianersprachen gearbeitet. So sind zahlreiche Dissertationen und Habilitationen zu Sprachen wie Quechua, Yukatekisch und Zapotekisch entstanden.

    Wenig verbreitete Sprachen

    Zum Abschluss des Festivals der Sprachen wurde am 7. Oktober 2009 das "International Center for the Study and Teaching of Lesser-Used Languages" (CeSTeaLuL) (http://www.fb10.uni-bremen.de/cestealul/) gegründet. Das Anliegen der neuen Organisation ist es, den weniger weit verbreiteten Sprachen einen festen akademischen Ort zu geben, an dem über sie geforscht wird und wo sie erlernt werden können. CeSTeaLuL ist eine weltweit einmalige Einrichtung, die sich momentan noch im Aufbau befindet. Auch hier hat der Bremer Linguist Professor Thomas Stolz die Leitung inne. Zu den Gründungsmitgliedern gehören auch Dónall Ó Riagáin (Irland) und Dr. Steven Fischer (Neuseeland). Seit 1999 besteht an der Bremer Universität eine von Stolz geleitete Initiative, die sich der Vorbereitung von CeSTeaLuL widmet. Die Bremer Linguistik bietet regelmäßig Veranstaltungen zu weniger verbreiteten Sprachen (vom Walisischen bis zum Grönländischen) an und führt in Form von Drittmittelprojekten Forschungsvorhaben zu weniger verbreiteten Sprachen auf vier Kontinenten durch.

    Mit diesen drei neuen sprachwissenschaftlichen Organisationen weist sich die Bremer Linguistik als international hoch angesehene Adresse aus. Sie verfügt jetzt über eine ganze Reihe von weltweiten Alleinstellungsmerkmalen, zu denen u. a. auch seit 2007 die "International Association of Maltese Linguistics" (GHILM) (http://www.fb10.uni-bremen/ghilm/) zählt. Die Bremer Linguistik macht sich zu einer zentralen Aufgabe, auch die Themen zu ihrem akademischen Recht zu verhelfen, die sonst eher unbeachtet bleiben.

    Weitere Informationen:

    Universität Bremen
    Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften
    Institut für Allgemeine und Angewandte Sprachwissenschaft
    Prof. Dr. Thomas Stolz
    Tel. 0421 218 68300
    E-Mail: stolz@uni-bremen.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Sprache / Literatur
    überregional
    Organisatorisches
    Deutsch


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