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03.11.2009 10:13

Mit verstärkten Kräften für den Erhalt nationalen Kulturguts

Dr. Gesine Steiner Pressestelle
Museum für Naturkunde - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin

    - Humboldt-Ring, Deutschlands größte Einrichtung für Biodiversitäts- und Evolutionsforschung, nimmt weiteres Mitglied auf. Mitglieder verpflichten sich zu gemeinsamer Vorgehensweise beim Erhalt national bedeutender Naturobjekte.

    Stuttgart: Der am 24. September 2009 als Konsortium von ursprünglich fünf großen, international tätigen Forschungsmuseen gegründete Humboldt-Ring hat sich am 28. Oktober um einen weiteren Partner erweitert: den Botanischen Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem (BGBM). Damit sind die beiden wichtigsten botanischen Gärten und Herbarien Deutschlands in Berlin und München Mitglied im Humboldt-Ring. Das Konsortium einigte sich außerdem auf ein abgestimmtes Vorgehen beim Erwerb von herausragenden naturkundlichen Sammlungen und Einzelobjekten.

    Anstoß für dieses abgestimmte Vorgehen war die Abwanderung so wichtiger naturkundlicher Objekte wie dem 10. Archaeopteryx-Exemplar ("Thermopolis-Exemplar") und weiterer bedeutender Funde von Deutschland ins Ausland. Reinhold Leinfelder, Sprecher des Humboldt-Rings: "Solche Abwanderungen gefährden in hohem Maße die Verfügbarkeit dieser herausragenden Naturobjekte für die naturwissenschaftliche Forschung. Es muss uns allen deshalb ein wichtiges Anliegen sein, derartige Objekte für ein öffentliches Forschungsmuseum und damit für die Forschung zu sichern." Die Partnereinrichtungen im Humboldt-Ring verpflichteten sich aus diesem Grunde auf ihrem Treffen vom 28. Oktober am Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart zu folgender Vorgehensweise bei zum Ankauf angebotener wertvoller Sammlungen oder Einzelobjekte:
    1. Die Partnereinrichtungen informieren sich gegenseitig, um Preissteigerung durch Konkurrenzangebote zu vermeiden.
    2. Sofern der Kaufpreis den finanziellen Rahmen der Einrichtung, die das Angebot erhält, übersteigt, und
    o der Ankauf von nationalem Interesse ist sowie
    o in Einklang mit dem Sammlungsprofil der Einrichtungen steht,
    bemühen sich die Mitglieder des Humboldt-Rings, eine unter Umständen gemeinsame Ankaufsmöglichkeit zu finden. Vorrangiges Ziel ist die dauerhafte Sicherung solcher Objekte oder Sammlungen in einer öffentlichen Sammlung der Humboldt-Ring-Mitglieder unter Einhaltung aller nationalen und internationalen gesetzlicher Regelungen und ethischer Codes. Bei Objekten oder Sammlungen aus Deutschland wird mit dem Ankauf dem nationalen Interesse am Erhalt des Natur- und Kulturerbes Rechnung getragen.

    Der Humboldt-Ring, das Konsortium großer, international tätiger Forschungssammlungen in Deutschland, besteht aus folgenden Einrichtungen: dem Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin-Dahlem (BGBM), dem Museum für Naturkunde Berlin (MfN), dem Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn (ZMKB), dem Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart (SMNS) dem Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe (SMNK) sowie den Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns (SNSB). Mit einem Umfang von nun über 80 Millionen Sammlungsobjekten, etwa 320 Wissenschaftlern sowie zahlreichen Laboren und Bibliotheken stellt der Ring die größte Forschungsinfrastruktur für Biodiversitäts- und Evolutionsforschung in Deutschland dar.

    Auf dem Stuttgarter Treffen der Direktoren der Partnerinstitutionen wurden folgende Ansprechpartner für die Themenbereiche des Verbundes definiert:
    o Prof. Dr. Reinhold Leinfelder (MfN): Wissenschaftspolitik, Sammlungsstrukturen, Sprecher des Humboldt-Rings.
    o Prof. Dr. Thomas Borsch (BGBM), Prof. Dr. Wolfgang Wägele (ZMKB): Forschung
    o Prof. Dr. Johanna Eder (SMNS): Sammlungsstandards, Richtlinienharmonisierung
    o Prof. Dr. Gerhard Haszprunar (SNSB): ): sammlungsbasierte akademische Lehre und Nachwuchsausbildung, Strukturfragen, Services
    o Prof. Dr. Norbert Lenz (SMNK): Ausstellungs- und Eventabstimmung, Planung gemeinsamer öffentlicher Aktivitäten

    Dr. Gesine Steiner
    Museum für Naturkunde
    Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin
    Invalidenstrasse 43
    10115 Berlin
    Tel. +49(0)30 2093 8917
    Fax. + 49(0)30 2093 8914
    e-mail:gesine.steiner@mfn-berlin.de
    www.naturkundemuseum-berlin.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Geowissenschaften, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Kooperationen, Wissenschaftspolitik
    Deutsch



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