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13.11.2009 09:47

Friedrich Schadeberg zum Ehrendoktor ernannt

Kordula Lindner-Jarchow M.A. Presse- und Informationsstelle
Universität Siegen

    Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsrecht der Universität Siegen hat am 12. November 2009 Diplom-Brauerei-Ingenieur Friedrich Schadeberg, Seniorchef der Krombacher Brauerei, den Grad eines Doktors der Wirtschaftswissenschaften ehrenhalber verliehen.

    Friedrich Schadeberg, Geschäftsführender Gesellschafter der Krombacher Brauerei, stellt eine der markantesten Unternehmerpersönlichkeiten der Region dar. Das von ihm über mehr als fünf Jahrzehnte erfolgreich geführte Unternehmen zeigt beispielhaft die gelungene Kombination technischer Innovationen und die Umsetzung moderner betriebswirtschaftlicher Forschungsergebnisse im Bereich der Marktdurchdringung und der Unternehmensführung. Friedrich Schadeberg, dessen unternehmerisches Lebenswerk geehrt werden soll, ist seit Jahrzehnten durch die Zusammenarbeit seines Unternehmens mit mehreren Lehrstühlen des Fachbereichs der Forschung und Lehre in der Universität Siegen eng verbunden.
    Rektor Professor Dr. Holger Burckhart Rektor sieht in der Ehrung Friedrich Schadebergs neben der fachlichen Würdigung "auch die Würdigung der außerordentlich guten und innovativen Vernetzung der regionalen Wirtschaft mit der Universität und ihren Fragestellungen" zum Ausdruck gebracht.

    Mit der Ehrung Friedrich Schadebergs wendet der Fachbereich zum ersten Mal die neue Promotionsordnung an, nach der nicht nur hervorragende wissenschaftliche Leistungen in der Forschung, sondern auch herausragende Anwendungen wirtschaftswissenschaftlicher Erkenntnisse in Unternehmen gewürdigt werden können.
    Die Vergabe eines Ehrendoktortitels ist die höchste akademische Ehre, die eine Universität verleihen kann. Die Universität Siegen hat seit ihrer Gründung 1972 insgesamt 25 Ehrendoktorwürden verliehen.

    Zur Person:

    Friedrich Schadeberg wurde am 23. April 1920 in Neuwied am Rhein geboren. Nach der Reifeprüfung im Jahre 1938 muss er die damals obligate Pflichtzeit im Reichsarbeitsdienst ableisten. Ein anschließend geplantes Chemie-Studium bricht Friedrich Schadeberg bereits in der Anfangsphase ab, da die politischen Entwicklungen unter der Herrschaft des Nationalsozialismus dies unmöglich machen. Er wird 1939 zum Wehrdienst eingezogen, ist als Soldat zunächst im Krieg gegen Frankreich eingesetzt und geht dann mit dem sog. "Deutschen Afrikakorps", dass im Januar 1941 aufgestellt wird, nach Afrika. In Ägypten gerät er noch 1941 in Gefangenschaft australischer Truppen. Mit einem Gefangenentransport wird er nach Australien verbracht, wo er die nächsten fünfeinhalb Jahre in einem Kriegsgefangenenlager in Murchison, in der Nähe von Melbourne, zubringen wird. Während dieser Zeit absolviert er in improvisierten Kursen bei dem mit gefangenen Göttinger Professor Erler ein Jura-Studium. Aufgrund der besonderen Situation muss dieses Studium natürlich ohne Abschluss bleiben.
    1947 kehrt Schadeberg in das zerstörte Deutschland zurück. Er immatrikuliert sich an der Technischen Hochschule in München, Abteilung Brauereiwesen in Weihenstephan. Bereits im Frühjahr 1949 legt er erfolgreich die Prüfungen zum Diplom-Braumeister ab, im Herbst des gleichen Jahres folgt der Abschluss als Diplom-Brauingenieur. Es folgen weitere Jahre in der Praxis.
    Am 1. April 1951 tritt er als Leiter des Verkaufsaußendienstes in die Siegener Aktienbrauerei ein, in der er bereits in den 30er Jahren seine ersten Erfahrungen in der Brauwirtschaft machte. Anders als die Brauerei im benachbarten Krombach war die Siegener Aktienbrauerei im Krieg stark zerstört worden. So ist es folgerichtig, dass Friedrich Schadeberg, die Siegener Aktien-brauerei, an der er die Aktienmehrheit besaß, mit in die Krombacher Brauerei einbringt. Am 25. Februar 1953 erhält er durch Eintragung in das Handelsregister des Amtsgerichtes Siegen Pro-kura in der Krombacher Brauerei. Zu diesem Zeitpunkt war die Krombacher Brauerei eine regionale Brauerei mit relativ guter technischer Ausstattung und Bieren von guter Qualität und gutem Ruf.
    Die folgenden Jahrzehnte sind geprägt von einem zügigen Ausbau der Brauerei in allen Bereichen. Als Brauingenieur modernisiert Friedrich Schadeberg kontinuierlich den Brauprozess, begleitet von einem andauernden Ausbau der Kapazitäten. Zugleich baut er "Krombacher" zu einem der bekanntesten Markenartikel in der Lebensmittelbranche aus. Friedrich Schadeberg wird in einer mehr als fünfzigjährigen Schaffensperiode zu einem der erfolgreichsten Brauer, seine Unternehmung zu einer der modernsten und erfolgreichsten Brauereien Deutschlands.
    Die streng analytische Vorgehensweise Friedrich Schadebergs hat seinen Ursprung in der Haltung des Brauingenieurs zu Technologie und Wissenschaft. Sorgfältige Planung spielt eine wesentliche Rolle, jeder Sachverhalt und jede Entscheidung wurde immer und immer wieder hinterfragt - und das unter den verschiedensten Perspektiven. Hier bezieht Friedrich Schadeberg stets seine Mitarbeiter als kompetente Berater ein.

    Wenngleich er sich allmählich aus dem Tagesgeschäft zurückzieht, ist er bis auf den heutigen Tag als Geschäftsführender Gesellschafter in alle wichtigen strategischen Entscheidungen der Krombacher Gruppe eingebunden und gestaltet sie aktiv mit. Seit 1962 ist Friedrich Schadeberg mit Helga Schadeberg, geb. Sättele, verheiratet. Aus dieser Ehe gehen die Kinder Bernhard Schadeberg, geboren 1965, und Petra Schadeberg-Herrmann, geboren 1967, hervor. Beide sind heute als geschäftsführende Mitgesellschafter im Unternehmen tätig. Somit ist es Friedrich Schadeberg gelungen, sein unternehmerisches Lebenswerk erfolgreich an die nächste Generation zu übergeben.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    überregional
    Personalia
    Deutsch


    Dr. h.c. Friedrich Schadeberg mit dem Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften Prof. Dr. Carsten Hefeker


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