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16.11.2009 09:17

Bikini Atoll - Ein strahlendes Paradies?

Dr. Stefanie Beier Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz Universität Hannover

Forscher der Leibniz Universität Hannover dokumentiert Strahlenbelastung auf dem Bikini Atoll

Dr. Claus Brunnenberg vom Zentrum für Strahlenschutz und Radioökologie der Leibniz Universität Hannover hat Boden- und Pflanzenproben auf der Insel Bikini stichprobenartig auf Radioaktivität untersucht. Er kam während seines einwöchigen Aufenthalts dort durch Messungen mit elektronischen Personendosimetern zu einem überraschenden Ergebnis: Die durchschnittliche Tagesdosis auf Bikini liegt heute unter dem Dosis-Mittelwert von Hannover, der im selben Zeitraum bei ungefähr 1,6 Mikrosievert/Tag liegt. Allerdings weisen bestimmte Pflanzen und Gebiete der Insel deutlich erhöhte Radioaktivität auf.

Bei Rundfahrten und Rundgängen über die Insel Bikini führte Dr. Claus Brunnenberg neben dem Personendosimeter ein kombiniertes Dosisleistungs- und Kontaminationsmessgerät mit. Damit wurden etwa 50 Ortsdosisleistungsdaten (ODL) aufgenommen und rund 100 Kontaminationsmessungen an verschiedenen Oberflächen durchgeführt, beispielsweise an Straßen, Haus- und Bunkerwänden, am Strand, bewachsenen Böden, Grabsteinen, Baumaschinen und Kokosnüssen. Die ODL-Werte stiegen vom Strand zum Inselinneren an. Dabei waren die Strandwerte vier Mal niedriger als der norddeutsche Mittelwert, der bei 0,08 Mikrosievert/Stunde liegt. In der Mitte der Insel überstiegen sie jedoch den Mittelwert um den Faktor 2. Noch höhere ODL-Werte wurden auf dem Friedhof gemessen. Hier lagen sie um den Faktor 3 über dem norddeutschen Mittelwert. "Obwohl der Friedhof in Strandnähe liegt, gibt es hier die erhöhte Dosis. Die Ursachen sind alte Grabsteine und Grabumrandungen, die vor den Atomversuchen auf dem Bikini Atoll aufgestellt worden sind. Sie bestehen aus sehr porösem Sandstein, in den Fallout und Washout tief eingedrungen sind", erklärt Dr. Brunnenberg. Die Grabsteine sind vor den Atomversuchen auf dem Bikini Atoll angefertigt worden. An diesen Oberflächen wurde die höchste Flächenkontamination festgestellt.

Erhöhte Konzentration von Cäsium-137 (CS-137) findet sich in den Kokosnüssen, die auf Bikini wachsen. Gamma-spektrometrische Messungen ergaben Gehalte von 1,6 kBq/kg an CS-137 für Kokosmilch und 1,3 kBq/kg für Kokosfleisch. Damit sind die Cäsiumwerte der untersuchten Kokosnuss über dem Richtwert der IAEA Basic Safety Standards, der bei 1,0 kBq/kg für Nahrungsmittel liegt, und gelten somit bei Verzehr als gesundheitsgefährdend.

Dem Zentrum für Strahlenschutz liegen weitere Proben vom Bikini Atoll vor, an denen Forscherinnen und Forscher des Zentrums auch andere radioaktive Inhaltsstoffe bestimmen. So werden beispielsweise in einer Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich mittels Beschleunigungsmassenspektrometrie die Proben auf unterschiedliche Plutoniumzusammensetzungen aus dem Fallout der Spalt- und Fusionsbomben untersucht. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf die Effektivität der unterschiedlichen Bombenkonstruktionen ziehen.

Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen Dr. Claus Brunnenberg, Zentrum für Strahlenschutz und Radioökologie der Leibniz Universität Hannover, per E-Mail unter brunnenberg@zsr.uni-hannover.de gern zur Verfügung.


Ergänzung vom 23.11.2009

Sehr geehrte Damen und Herren,

uns ist leider ein kleiner Fehler bei dem Namen unterlaufen. Herr Dr. Claus Brunnenberg heißt richtig: Dr. Claus Bunnenberg und ist unter der E-Mail bunnenberg@zsr.uni-hannover.de zu erreichen.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen,

die Pressestelle der Leibniz Universität Hannover


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Chemie, Physik / Astronomie, Umwelt / Ökologie
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsprojekte
Deutsch


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