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01.12.2009 11:41

Neues Verfahren zum Aufspüren von Lernfortschritten

Dr. Helge Möller Rektorat
Universität Flensburg

    In den vergangenen drei Jahren hat Prof. Dr. Jürgen Walter vom Institut für Heilpädagogik (HPI) an der Universität Flensburg mit Studierenden ein Verfahren entwickelt, mit dem in Deutschland der Lernfortschritt von Kindern im Lesen einfach und schnell dokumentiert werden kann. Es kann somit Grundlage von individuellen Förderplänen sein, das Verfahren eignet sich aber auch dazu, die Qualität von Unterricht zu untersuchen.

    Lehrerinnen und Lehrer haben die Aufgabe, ihren Schülern Wissen und Fertigkeiten zu vermitteln, die diese später im Leben brauchen. Um beurteilen zu können, ob ein Kind spezielle Förderung braucht, müssen Lehrkräfte wissen, ob ein Kind beim Lernen Fortschritte macht und wie groß diese Fortschritte sind. Prof. Dr. Jürgen Walter, der an der Universität Flensburg in der Lernbehinderten- und Förderpädagogik lehrt und forscht, hat mit Hilfe Studierender ein Verfahren entwickelt, mit dem der Lese-Lernverlauf von Kindern in kurzer Zeit getestet werden kann.

    "Die traditionelle Schulleistungsdiagnostik hat den Nachteil, dass sie für Lehrkräfte und Schüler zeitaufwendig ist", erläutert Prof. Dr. Walter. Er hat eine Entwicklung in den USA verfolgt, die er im Bereich Lesekompetenz auf Deutschland übertragen hat. US-Wissenschaftler entwickelten in den vergangenen Jahren einen alternativen Evaluationsansatz, das curriculum-based-measurement, curriculumbasiertes Messen (CBM), ein Verfahren, das ein Lernziel mit einbezieht und Leistungsfortschritte von Schülerinnen und Schülern über einen Zeitraum erfasst. Prof. Dr. Jürgen Walter hat diesen alternativen Evaluationsansatz genutzt, um ein Verfahren zu entwickeln, das den Lernfortschritt im Lesen abbildet: Das LDL-Verfahren (LDL = Lernfortschrittsdiagnostik Lesen). Bei diesem Verfahren dient die Anzahl von richtig gelesenen Wörtern pro Minute als Indikator für die Lesekompetenz und besteht aus 28 Lesetexten, die je eine Minute lang vom Schüler laut gelesen werden müssen. Mit Hilfe eines Auswertungsbogens können die Lehrkräfte jeweils die Anzahl der richtig gelesenen Wörter festgestellt. Indem LDL den Leseunterricht auswertet, kann es als Basis zur Erstellung individueller Förderpläne in allen Schularten genutzt werden. Als erstes standardisiertes Verfahren ist es nicht nur auf die Statusdiagnostik ausgerichtet, sondern auch auf das Aufspüren von Lernfortschritten. Es eignet sich aber nicht nur dafür, die Lernfortschritte der Schülerinnen und Schüler auszuwerten, sondern bietet auch die Möglichkeit, die Qualität von Unterricht zu evaluieren, somit ist mit LDL eine systematische formative Evaluation von Unterricht möglich.

    Der LDL Schultest ist im Hogrefe-Verlag in der Reihe "Deutsche Schultests" erschienen.

    Kontakt: Prof. Dr. Jürgen Walter, Universität Flensburg; Tel.: 0461 805 2678, E-Mail: walter@uni-flensburg.de, Web: http://www.foerderpaedagogik.uni-flensburg.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Pädagogik / Bildung
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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