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23.05.2001 15:52

Bürgerkonferenz Streitfall Gendiagnostik

Christoph Wingender Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stiftung Deutsches Hygiene-Museum

    Bürgerkonferenz Streitfall Gendiagnostik
    Ein Projekt des Deutschen Hygiene-Museums, Forum Wissenschaft

    Der Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit über Fragen der Gentechnologie ist heute von größter Aktualität. Die Debatte über diese Zukunftsfrage der Gesellschaft sollte sich jedoch nicht auf Expertenrunden und die Feuilletons beschränken. Auch die Gründung des von der Bundesregierung geplanten nationalen Ethikbeirates kann die Beteiligung der breiten Öffentlichkeit nicht ersetzen. Vor diesem Hintergrund soll das jetzt beginnende Projekt des Deutschen Hygiene-Museums die Rolle der Bürger stärken und deren Stimme größeres Gewicht verleihen.

    Das bis zum November 2001 dauernde Modellprojekt einer bundesweiten "Bürgerkonferenz Streitfall Gendiagnostik" ist ein Verfahren der Politikberatung, das in Deutschland noch nicht praktizierte wurde. Es handelt sich dabei um einen ergebnisoffenen Prozess der Wissensvermittlung, Meinungsbildung und öffentlichen Diskussion im Dialog zwischen Wissenschaftlern und interessierten Bürgern.

    Gendiagnostische Testverfahren werden heute unter anderem bei der Pränataldiagnostik, der humangenetischen Beratung und der Kriminalistik angewandt. Darüber hinaus wird der Einsatz solcher Tests auch für die Präimplantationsdiagnose und die Arbeitsmedizin erwogen. Aufgrund dieser vielfältigen Anwendungsoptionen ist die Gendiagnostik heute einer der am heftigsten umstrittenen Gegenstände in den kontroversen Diskussionen zwischen Naturwissenschaftlern und Ethikern, Ärzten und Patienten, Politikern, Journalisten und den verschiedensten Interessengruppen.

    Die Methodik der jetzt beginnenden "Bürgerkonferenz Streitfall Gendiagnostik" orientiert sich am Modell der vom dänischen Technologierat mehrfach durchgeführten Konsensus-Konferenzen, die sich mit dem Einsatz und den Auswirkungen neuer und umstrittener Technologien auseinandersetzten. Andere Konsensus-Konferenzen fanden in den Niederlanden, der Schweiz und den Vereinigten Staaten statt.

    Für das jetzige Dresdner Verfahren werden im April und Mai 2001 bundesweit Bürger geworben. Eine 20-köpfige Bürgergruppe aus allen Bundesländern wird sich in mehreren Etappen ehrenamtlich mit den medizinischen, ethischen und gesellschaftlichen Aspekten der Gendiagnostik beschäftigen. Nach zwei vorbereitenden Wochenenden im September und Oktober mündet das Verfahren am 23. und 24. November 2001 in ein öffentliches Forum, das am Deutschen Hygiene-Museum stattfinden wird. Während dieser Konferenz werden die Bürger untereinander und mit Sachverständigen eingehend über die Gendiagnostik diskutieren. Als Ergebnis wird am 26. November 2001 ein Positionspapier zu den Chancen und Risiken der Gendiagnostik vorstellen.

    Die "Bürgerkonferenz Streifall Gendiagnostik" wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gefördert. Die Schirmherrschaft hat Bundesministerin Edelgard Bulmahn übernommen. Ein unabhängiger wissenschaftlicher Beirat (Prof. Dr. Jörg T. Epplen, Dr. Leonhard Hennen, Dr. Simon Joss, Prof. Dr. Dietmar Mieth) berät das Organisationsteam am Deutschen Hygiene-Museum. Die gesamte Konferenz wird wissenschaftlich evaluiert vom Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung in Karlsruhe.


    Weitere Informationen:

    http://www.dhmd.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Informationstechnik, Medizin, Philosophie / Ethik, Politik, Recht, Religion
    überregional
    Forschungsprojekte, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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