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15.02.2010 16:22

Fuggerpreis für die Wissenschaft

Klaus P. Prem Presse - Öffentlichkeitsarbeit - Information
Universität Augsburg

    Die Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen stellen anlässlich der Auszeichnung von Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl zum Professor des Jahres einen neuen Nachwuchsförderpreis zusammen mit dem Kernkompetenzzentrum Finanz- & Informationsmanagement vor.

    Augsburg/KPP - Die Verleihung der Auszeichnung "Professor des Jahres 2009" an den Augsburger Betriebswirt und Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl war am vorigen Mittwoch Anlass für einen Festakt am Kernkompetenzzentrum Finanz- & Informationsmanagement der Universität Augsburg, bei dem zugleich der neu errichtete "Wissenschaftspreis der Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen und des Kernkompetenzzentrums Finanz- & Informationsmanagement" vorgestellt wurde. Mit bis zu 10.000 Euro dotiert, ist dieser "Fuggerpreis für die Wissenschaft" der Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der Universität Augsburg gewidmet, deren Forschungen vorrangig in den einschlägigen Bereichen der Wirtschaftsinformatik, aber auch auf verwandten Gebieten geeignet sind, die Wirtschaft nachhaltig zu gestalten.

    Für Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl - seit 1994 Inhaber des Lehrstuhls für BWL, Wirtschaftsinformatik, Informations- & Finanzmanagement, seit 2002 wissenschaftlicher Leiter des Kernkompetenzzentrums Finanz- & Informationsmanagement und zudem Vorsitzender des Boards des 2004 eingerichteten Elitenetzwerk-Studiengangs Finanz- & Informationsmanagement (Universität Augsburg/TU München) - war der 10. Februar 2010 doppelter Feiertag: Zum einen waren aus Bochum bzw. aus Frankfurt Marc Dobberstein von der UNICUM Verlag GmbH & Co. KG und Christine Kreidl vom Vorstand der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft angereist, um dem Augsburger "Professor des Jahres 2009" diese Auszeichnung, die bereits Ende November vergangenen Jahres bekanntgegeben worden war, vor vielen Studierenden und hochkarätigen Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung offiziell zu verleihen.

    Effektive Verknüpfung von hervorragender Theorie und beruflicher Praxis

    Mit diesem Titel zeichnen die Zeitschrift UNICUM Beruf und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG jährlich in vier Sparten Hochschullehrerinnen und -lehrer aus, die aufgrund ihres besonderen Engagements und Erfolgs als Karrierewegbereiter und wegen einer nachweislich höchst effektiven Verknüpfung von hervorragender Theorie und beruflicher Praxis von Studierenden, aber auch von Kollegen, Absolventen und Arbeitgeber für diese Auszeichnung nominiert werden können. Nachdem er bereits 2008 bereits den zweiten Platz bei diesem Wettbewerb erreicht hatte, gelang Buhl 2009 nun in der Kategorie "Wirtschaftswissenschaften/Jura" der Sprung aufs Siegertreppchen.

    Buhl wiederholte bei der Feier seinen Dank an alle Studierenden der Augsburger Wirtschaftswissenschaften, insbesondere an diejenigen des Clusters Finance & Information sowie der Studiengänge Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsmathematik und Finanz- & Informationsmanagement: "Sie haben mir mit ihrem Votum diesen Spitzenplatz verschafft, den ich gerade auch deshalb als Verpflichtung und Verantwortung für meine weitere Arbeit betrachte."

    Nachhaltigkeit und Risikosteuerung in der Wirtschaft

    Die Präsentation eines neuen Instruments, das den Erfolg dieser durch die Symbiose von exzellenter Forschung, hervorragender Lehre und erfolgreicher Nachwuchsförderung gekennzeichneten Arbeit, war der zweite Anlass zum Feiern: Gemeinsam mit dem Kernkompetenzzentrum für Finanz- & Informationsmanagement haben die Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen einen neuen Wissenschaftspreis ins Leben gerufen. Von beiden Institutionen gemeinsam mit insgesamt bis zu 10.000 Euro, die "nur zum Zwecke weiterer öffentlicher Forschung zu verwenden" sind, dotiert, soll der "Fuggerpreis für die Wissenschaft" ab 2010 alle zwei Jahre an Nachwuchswissenschaftler der Universität Augsburg gehen, die sich in herausragenden Forschungsarbeiten auch mit Nachhaltigkeit und der sozialen Komponente in der Wirtschaft auseinandersetzen, wie I.E. Maria Elisabeth Gräfin Thun-Fugger betonte. Die Vorsitzende des Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Familienseniorat war gemeinsam mit S.D. Hubertus Fürst und I.D. Alexandra Fürstin Fugger-Babenhausen sowie S.E. Alexander Graf Fugger-Babenhausen, S.E. Albert Graf Fugger von Glött und S.H. Wolf-Dietrich Graf Hundt beim Festakt anwesend.

    In der Tradition der Fuggerschen Studienstiftungen

    Die Familie Fugger sieht ihr aktuelles wissenschaftsförderndes Engagement in der Tradition der von Anton Fugger in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts begründeten Studienstiftungen, deren Ziel bis in die Napoleonische Zeit hinein es war, die junge Intelligenz vor allem aus den Fuggerschen Herrschaftsgebieten zu fördern und zu mobilisieren und ihr Studien an damals führenden Universitäten wie Ingolstadt, Dillingen oder Löwen zu ermöglichen. In diese Tradition gestellt werden kann auch die Tatsache, dass Joseph Ernst Fürst Fugger es war, der im Frühjahr 1966 jene Initiativsitzung zur Gründung der Universität Augsburg anregte, zu der er dann in die Leonhardskapelle der Fuggerei einlud.

    Historische Krisenerfahrung und globalisierte Welt

    Auch die fachliche Ausrichtung des neuen Wissenschaftspreises stellt das Gründungspapier in einen engen Zusammenhang mit der Geschichte des Hauses Fugger: "Historische Erfahrungen der alten Fuggerschen und anderer Augsburger sowie Oberdeutscher Firmen", so heißt es dort, würden zeigen, "wie nicht nur Unternehmen, sondern ganze Staaten ausfallen können, ein Szenario, welches seit 2008 wieder in den öffentlichen Fokus gerückt ist. Historische Handelsstrukturen mit teils monopolistischen, teils oligopolistischen Märkten im Hinblick auf ihre Bedeutung in einer globalisierten Welt zur Bewältigung von künftigen Krisen zu untersuchen und daraus lernen zu können, erscheint trotz der zweifelsohne gegebenen Unterschiede in den Rahmenbedingungen sehr vielversprechend."

    Neue Methoden ertrags- und risikoabwägender Investitionssteuerung

    Die komplementäre Perspektive, in die die globale Finanzkrise weist, hat wiederum die Entwicklung neuer, wissenschaftlich fundierter Methoden im Blick, mit deren Hilfe Unternehmen aller Wirtschaftsbereiche in die Lage versetzt werden, ihre Investitionen unter Berücksichtigung von Ertrag und Risiko zu steuern. In der heutigen, vernetzten Welt reicht hier domänenspezifisches Wissen allein nicht mehr aus, gefordert ist zunehmend vielmehr auch interdisziplinäres Wissen, vor allem in den Bereichen des Finanz- und Informationsmanagements sowie insbesondere der Wirtschaftsinformatik. Denn die bereits gegebene und stetig zunehmende Komplexität kann nur durch entsprechende neue Konzepte im Bereich des Finanz- und Informationsmanagements innerhalb von Unternehmen und unternehmensübergreifend in Wertschöpfungsnetzwerken beherrscht werden. Wenn Unternehmen sich sowohl des Risikos und der Abhängigkeiten aller relevanten Investitionen, als auch der Grenzen der Anwendbarkeit ihrer Modelle bewusst wären, würde ein der Finanzkrise vergleichbarer zukünftiger Einbruch entweder vermieden oder er würde zumindest viel weniger Schaden anrichten.

    Breites Spektrum von Fragestellungen

    Vor diesem Hintergrund richtet sich der "Fuggerpreis für die Wissenschaft" trotz seiner inhaltlich spezifischen Ausrichtung an Forschungsarbeiten zu einem relativ breiten Spektrum von Fragestellungen und Herausforderungen:
    o Erkenntnisse aus wirtschaftshistorischen Erfahrungen und handelstheoretischer Untersuchungen zur Unterstützung einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung
    o Erkenntnisse über ökonomische Zusammenhänge, die zu Krisen führen können sowie über Maßnahmen zur Krisenreduktion und -vermeidung. Hierbei sind insb. auch wirtschaftshistorische Untersuchungen mit spieltheoretischen Methoden von Interesse.
    o Gestaltung und Integration von robusten, finanzwirtschaftlichen Modellen
    o Messung und Gestaltung von Ertrag und Risiko bisher vernachlässigter Unternehmenswerte (z.B. Kunden, Projekte, Prozesse) mit dem Ziel robuster, schockresistenter Unternehmensführung
    o Gestaltung von Informationssystemen zur verbesserten unternehmensinternen und unternehmensübergreifenden Steuerung von Erträgen und Risiken
    o Identifikation und Messung von Informationen zur Entscheidungsunterstützung des Managements
    o Entwicklung von IT-unterstützter Sensorik und Aktorik zur nachhaltigen und aktiven Steuerung von Unternehmen
    o Management der Verfügbarkeit und des (Preis-)Risikos von Ressourcen bei verschiedenen Marktformen (z.B. Monopol, Oligopol)
    o Entwicklung innovativer Methoden der Preisgestaltung und Ertrags-/Risikooptimierung
    o Erkenntnisse über Vor- und Nachteile der Gestaltungsalternativen von Stiftungen, die unternehmerisch tätig sind, bzgl. einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung
    o Erkenntnisse über ökonomische Zusammenhänge, die in einer globalisierten Welt zu einer staatlichen Überschuldung führen können sowie Maßnahmen zur Vermeidung von Staatskonkursen

    Vom Wirtschaftsinformatiker über Wirtschaftswissenschaftler bis zum Wirtschaftshistoriker

    "Mit dem neuen Fuggerpreis", betont Buhl, "werden qualifizierte Nachwuchsleute aus der Wirtschaftsinformatik, den Wirtschaftswissenschaften ebenso angesprochen wie junge Forscherinnen und Forscher, die wirtschaftshistorischen Fragestellungen nachgehen oder künftig im Bereich des Wirtschaftsingenieurwesens oder des geplanten Instituts für Materials Resource Managements arbeiten werden. Mit diesem Preis schaffen wir Rahmenbedingungen und Anreize, um die Forschung an der Universität Augsburg zu stärken. Zudem wollen wir mit so einem attraktiven Preis auch Studierende aus unseren wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen zur Mitarbeit an Forschungsprojekten motivieren und so schon früh an die Wissenschaft heranführen."
    ______________________________________

    Bewerbungen für den "Fuggerpreis für die Wissenschaft" 2010 sind bis zum 15. März an das Kernkompetenzzentrum Finanz- & Informationsmanagement zu richten.
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    Ansprechpartner:
    Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl
    Telefon: 0821/598-4800 oder -4801
    hans-ulrich.buhl@wiwi.uni-augsburg.de


    Weitere Informationen:

    http://www.wi-if.de
    http://www.fim-online.eu


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Wirtschaft
    überregional
    Organisatorisches, Personalia
    Deutsch


    Von Christine Kreidl (KPMG) und Marc Dobberstein (Unicum-Verlag) als "Professor des Jahres 2009" ausgezeichnet ...


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    ... konnte Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl (ganz links) am 10. Februar 2010 gemeinsam mit den Repräsentanten des Hauses Fugger den neuen "Fuggerpreis für die Wissenschaft" vorstellen.


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