idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
17.02.2010 14:30

Clausthaler Informatiker präsentieren intelligente Theke auf der CeBIT

Christian Ernst Pressestelle
Technische Universität Clausthal

    Clausthal-Zellerfeld. In der Kneipe kann es schon mal hoch hergehen. Wenn der Mann am Zapfhahn oder die Kellner den Überblick verlieren, fließt unfreiwillig Freibier über die Theke - und der Wirt ist hinterher der Dumme. Damit dies nicht passiert, entwickeln Clausthaler Informatiker eine intelligente Theke. Auf der CeBIT wird die neuartige elektronische Schankanlage erstmals vorgestellt.

    Elektronische Schanksysteme gibt es schon seit mehreren Jahren auf dem Markt. Doch in Deutschland haben sie sich bisher nicht richtig durchgesetzt, obwohl die Anlagen eine gezielte Dosierung erlauben und der Getränkeverbrauch somit um bis zu acht Prozent verringert werden kann. Nur jeder 20. Wirt leistete sich hierzulande eine solche Anschaffung. Die Kritik der Branche lautet: zu komplex, zu teuer, zu störanfällig und teilweise zu unhygienisch.

    Die Hinweise aus der Gastronomie stoßen am Lehrstuhl Software Systems Engineering von Professor Andreas Rausch auf offene Ohren. Unter dem Motto "SmartSchank - Informatik ist unser Bier" haben die Forscher der TU Clausthal zusammen mit der Firma Dirmeier Schanktechnik GmbH & Co. KG einen neuen Ansatz konzipiert. Der Grundgedanke, der dahinter steckt: Kleine Betriebe müssen sich nicht gleich ein großes, zentral gesteuertes Schanksystem für zigtausend Euro kaufen, sondern können angemessen mit einzelnen, intelligenten Modulen einsteigen und die Thekenanlage später schrittweise ausbauen.

    "Die kleine Kneipe könnte zum Beispiel mit einem Zählmodul anfangen, damit immer klar ist, wie viele Liter Bier ausgeschenkt wurden. Nach und nach ließe sich das System unproblematisch um Dosierzapfhähne, Kaffeemaschinen, Kassen, Flaschenzähler, Spirituosen- oder Cocktailstationen erweitern", erläutert Diplom-Informatiker Sebastian Herold. Mit den Kollegen Constanze Deiters und Benjamin Fischer wird er das Projekt "SmartSchank" dem Messepublikum vom 2. bis 6. März auf der CeBIT in Hannover (Halle 9, Niedersachsenstand B22) vorstellen. Neben dem Baukastenprinzip zeichnet sich die Clausthaler Technologie durch weitere Vorteile aus: sie ist einfach zu konfigurieren und fällt selten aus.

    Um diese Vorzüge zu gewährleisten, müssen die Informatiker eine softwarebasierte, dynamische Infrastruktur (Middleware) bereitstellen. Sie muss garantieren, dass die einzelnen Module wie etwa Zapfhahn oder Kasse sowohl unabhängig betrieben werden, aber auch als Bestandteil eines verteilten Systems mit den anderen kommunizieren und kooperieren können. Dazu soll die am Lehrstuhl entwickelte Infrastruktur für dynamische Systeme (DAiSI) auf "SmartSchank" angepasst werden. Die "intelligente Theke" dürfte der Gastronomie mittelfristig weniger Stress und mehr Geld in der Kasse bescheren. "An diesem Projekt zeigt sich", sagt Constanze Deiters, "dass Informatiker in Clausthal nicht nur am Computer vor sich hin programmieren, sondern praxisnahe Themen bearbeiten."


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Elektrotechnik, Informationstechnik
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
    Deutsch


    Mittels Clausthaler Technologie lässt sich das Zapfen optimieren. Foto: P. Kirchhoff/Pixelio


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay