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21.06.2001 11:51

Barthlott erhält höchste Auszeichnung des vdbiol - Festvortrag im Deutschen Museum

Dr. Georg Kääb Geschäftsführung / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Verband Deutscher Biologen und biowissenschaftlicher Fachgesellschaften e.V.

    München. - Selbstreinigende Fassadenfarben, Holzlasuren und Dachziegel wurden nach dem Vorbild der Lotusblume, dem Symbol für Reinheit, bereits zur Marktreife entwickelt. Voraussetzung für diese Erfolgsgeschichte der Bionik war die Entdeckung des Prinzips einer wasserabweisenden Mikrostruktur auf den Lotusblättern durch den Bonner Botaniker Professor Dr. Wilhelm Barthlott. Er hält am Sonntag, den 24. Juni um 19.00 Uhr im Ehrensaal des Deutschen Museums einen Festvortrag. Im Anschluss daran erhält er aus der Hand des Präsidenten des Verbandes Deutscher Biologen und biowissenschaftlicher Fachgesellschaften e.V. (vdbiol), Professor Hans Jörg Jacobsen, Universität Hannover, die Treviranus-Medaille, die höchste Auszeichnung des vdbiol.

    Professor Barthlott wurde 1985 an den Lehrstuhl für Botanik an der Universität Bonn berufen. Als Vertreter der systematischen Botanik, einer Disziplin der klassischen Biologie, führte er ursprünglich vergleichende elektronenmikroskopische Untersuchungen von Blattoberflächen durch. Ziel dieser Grundlagenforschung war es, Verwandtschaftsverhältnisse unter den Blütenpflanzen und damit deren Evolution zu klären. Für seine dabei gemachte Entdeckung wasserabweisender rauer Mikrostrukturen auf bestimmten Blättern und der konsequenten Umsetzung dieser Entdeckung in technische Anwendungen von hohem wirtschaftlichem Nutzen erhielt Barthlott inzwischen zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den Karl Heinz Beckurts-Preis, den Deutschen Umweltpreis, die Nominierung zum Zukunftspreis für Technik und Innovation des Bundespräsidenten und den Phillip-Morris Forschungspreis.

    Den vdbiol erfüllt die Leistung von Professor Barthlott als herausragenden Vertreter der klassischen Biologie mit Genugtuung und Stolz. Der Präsident des vdbiol, Professor Jacobsen, ehrt ihn im Rahmen der "Münchner Wissenschaftstage Life Science Live" mit der höchsten Auszeichnung des Verbandes, der Treviranus-Medaille.

    Der Bremer Arzt und Naturforscher Gottfried Reinhold Treviranus hat in seinem zu Beginn des 19. Jahrhunderts erschienenen Hauptwerk "Biologie oder Philosophie der lebenden Natur für Naturforscher und Ärzte" den Begriff "Biologie" als Klammer des damals schon existierenden Spektrums an "Lebenswissenschaften" eingeführt. In der Einleitung schrieb er: "Die Gegenstände unserer Nachforschungen werden die verschiedenen Formen und Erscheinungen des Lebens sein, die Bedingungen und Gesetze unter welchen der Lebenszustand stattfindet und die Ursachen, wodurch derselbe bewirkt wird. Die Wissenschaft, die sich mit diesen Gegenständen beschäftigt, werden wir mit dem Namen Biologie oder Lebenslehre bezeichnen."

    Bisherige Preisträger der Treviranus-Medaille waren u.a. Professor Dr. Hubert Markl, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft und Professor Ludwig Winnacker, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Am Samstag und Sonntag, 24. und 25. Juni wird jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr auf dem Marienhof im Marktstand "Wunderbare Welt des Lebendigen" der Lotuseffekt der Öffentlichkeit vorgeführt.


    Weitere Informationen:

    http.//www.life-science-live.de
    http://www.vdbiol.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Gesellschaft, Informationstechnik, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Personalia
    Deutsch


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