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14.04.2010 12:38

FiBS-Umfrage unter Nachhilfeanbietern: G8 steigert die Nachfrage nach Nachhilfe

Birgitt A. Cleuvers PR und Projektmanagement
Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS)

    In einer explorativen Studie der unabhängigen Beratungsgesellschaft FiBS Consulting zur Entwicklung des Nachhilfemarktes zeigt sich, dass 58 Prozent der institutionellen Anbieter in Deutschland in den vergangenen Jahren eine steigende Nachhilfe verzeichnen können. Der Anstieg wird von den Anbietern auf die sukzessive Umsetzung des achtjährigen Gymnasiums zurückgeführt. Auch für die Zukunft wird ein Wachstum des Nachhilfemarktes erwartet.

    Zentrale Entwicklungen im Nachhilfemarkt stehen im Vordergrund der Umfrage unter institutionellen Nachhilfeanbietern, die die FiBS Consulting soeben abgeschlossen hat. Danach ist die Einführung des achtjährigen Gymnasiums ein maßgeblicher Treiber für steigende Schülerzahlen bei der Nachhilfe. Bundesweit sagen knapp 58 Prozent der Anbieter, dass die Nachfrage in den vergangenen fünf Jahren sprunghaft oder stetig gestiegen sei. Fast 70 Prozent aller Anbieter sehen die Ursache in der stufenweisen Einführung der verkürzten Schulzeit (G8) und rechnen aus diesem Grund auch in Zukunft mit einer steigenden Nachfrage. Nur 15 Prozent der Anbieter im gesamten Bundesgebiet berichten über sinkende Schülerzahlen.

    Mehr als jede fünfte Einrichtung berichtet zudem von merklich steigender Nachfrage durch Gymnasiasten und ein Viertel von steigenden Anteilen bei den Grundschüler/innen, wenn es um die Verteilung der Nachhilfeschüler/innen auf die verschiedenen Schulformen geht. Die Studie ermittelt, dass aktuell 40 Prozent der Nachhilfe-Schüler/innen das Gymnasium, knapp 25 Prozent die Realschule und 17 Prozent die Grundschule besuchen. Die übrigen Kinder und Jugendlichen kommen vor allem von Hauptschulen (8 Prozent) und Gesamtschulen (6 Prozent). Es fällt allerdings auf, dass insbesondere die großen Anbieter mit mehr als 1.000 Nachhilfeschüler/innen mit 28 Prozent einen deutlich höheren Anteil an Grundschüler/innen, und mit einem knappen Drittel einen deutlich geringeren Anteil an Gymnasiasten angeben als kleinere Institute.

    Als zentrale Motive für die Nachhilfe nennen die Befragten den Ausgleich schlechter Noten (85 Prozent), das Ermöglichen von Übergängen (53 Prozent) und das Aufholen von Rückständen (49 Prozent). Jeweils rund 35 Prozent der Nachhilfeinstitute geben an, dass eine Verschlechterung der Noten vermieden oder dass gute Noten weiter verbessert werden sollen. Die konkrete Prüfungsvorbereitung spielt nur eine untergeordnete Rolle.

    Bemerkenswert ist auch, dass über ein Viertel der befragten Anbieter weniger als fünf Jahre am Markt ist. Auch dieser Indikator spricht somit für ein Wachstum des Nachhilfemarktes.

    Die aktuelle Studie der FiBS Consulting schließt an die Anfang 2008 veröffentlichte Untersuchung des FiBS Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie "Was wissen wir über Nachhilfe?" an. Das damals im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durchgeführte Gutachten betrachtete erstmals umfassend und übergreifend sowohl den Anbieter- und Nachfragermarkt als auch die Wirkungsforschung und internationale Erfahrungen mit Nachhilfe.

    Die neue explorative Erhebung unter 122 institutionellen Nachhilfeanbietern, darunter auch alle großen Anbieter, behandelte aktuelle Entwicklungen im Markt.

    (Insgesamt: 37 Zeilen à 85 Anschläge, 3.190 Zeichen)

    Kontakt:
    Birgitt A. Cleuvers (FiBS), Tel. 0 30 - 84 71 22 3-20
    Wir freuen uns über einen Hinweis auf Ihre Berichterstattung. Vielen Dank!

    Publikationshinweise:
    Dohmen, Dieter, Annegret Erbes, Kathrin Fuchs, Juliane Günzel (2008), Was wissen wir über Nachhilfe? Sachstand und Auswertung der Forschungsliteratur zu Angebot, Nachfrage und Wirkungen, W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld.

    Dohmen, Dieter, Rocío Ramírez-Rodriguez et al. (2010), Aktuelle Entwicklungen im Nachhilfemarkt, FiBS-Forum Nr. (i.V.), Berlin.

    FiBS Consulting:
    FiBS Consulting GbR wurde 2009 aus dem Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie ausgegründet, um als eher unternehmensorientierte Beratung der verstärkten Nachfrage nachkommen zu können. Es ist eine unabhängige Einrichtung für wissenschaftlich fundierte Beratung von Unternehmen und Bildungseinrichtungen mit Sitz in Berlin.
    Das Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie wurde 1993 von Dr. Dieter Dohmen als interdisziplinäre Forschungseinrichtung mit dem Fokus auf wissenschaftlich basierter Politik- und Organisationsberatung in Köln gegründet; 2006 erfolgte der Umzug des FiBS nach Berlin. Beide Organisationen arbeiten im Verbund.


    Weitere Informationen:

    http://www.fibs.eu


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    überregional
    Forschungsergebnisse, Schule und Wissenschaft
    Deutsch


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