Da die Zustimmung der Länder zum Nationalen Stipendienprogramm unsicher ist und der Bildungsbericht mehr Studienanfänger prognostiziert, regt das Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie an, die Finanzmittel des Stipendienprogramms zugunsten von mehr Studienplätzen umzuwidmen.
Der Bundestag entscheidet heute über das Nationale Stipendienprogramm. Insgesamt sollen für dieses Instrument rund 430 Millionen Euro bereitgestellt werden, Verwaltungskosten in den Hochschulen und Steuermindereinnahmen mit eingerechnet. Da derzeit unklar ist, ob die Länder diesem Vorschlag zustimmen werden, und einige gleichzeitig beginnen, die Mittel für den Hochschulbereich zu kürzen, stellt sich die Frage, ob die Gelder nicht besser zum Ausbau des Hochschulsystems eingesetzt werden sollten.
„Es ist nicht davon auszugehen, dass durch das Stipendienprogramm zusätzliche Studierende angelockt werden, da die Studienberechtigten im Vorhinein nicht wissen, ob sie ein Stipendium bekommen oder nicht“, erklärt der Direktor des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) Dr. Dieter Dohmen. „Mehr Studierende sind aber zur Verringerung des Fachkräftemangels erforderlich. Eine Umwidmung dieser Mittel wäre daher zukunftsorientiert und nachhaltig.“
Der gestern veröffentlichte Bildungsbericht hat einen zusätzlichen Bedarf von 64.000 Studienanfängerplätzen ermittelt. Mit den 430 Millionen Euro können rund 66.000 zusätzliche Studienplätze geschaffen werden. „Dies wäre ein wichtiger Schritt über den bisher verhandelten Hochschulpakt 2011 bis 2015 hinaus und würde einem ausreichenden Studienplatzangebot näher kommen“, sagt Bildungsökonom Dohmen.
Nach Berechnungen des FiBS sind bis zu 450.000 zusätzliche Studienplätze bis 2015 erforderlich, dies wären rund 175.000 mehr als im Hochschulpakt bisher für diesen Zeitraum verhandelt. Eine entsprechende Größenordnung ergibt sich auch aus dem oberen Szenario des Bildungsberichts.
Die Studienanfänger-Prognosen des FiBS werden mit EduSim© berechnet, das auch Prognosen u. a. auf Länderebene und nach Fachrichtung zulässt.
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Kontakt: Birgitt A. Cleuvers (FiBS), Tel. 0 30 – 84 71 22 3–20
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Merkmale dieser Pressemitteilung:
fachunabhängig
überregional
Studium und Lehre, Wissenschaftspolitik
Deutsch

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