idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
28.10.2010 18:49

Neue Technologie zur Keilschrifterkennung

Marietta Fuhrmann-Koch Kommunikation und Marketing
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

    Eine neue Technologie zur Keilschrifterkennung hat der Heidelberger Informatiker Hubert Mara entwickelt. Das Verfahren basiert auf 3D-Scans der Oberflächen von archäologischen Fundstücken, die mit mathematischen Methoden automatisiert analysiert werden können. Vorgestellt wurde sie in einer Forschungsveröffentlichung, die auf einem internationalen Symposium in Paris als „Best Paper“ im Bereich Computergrafik ausgezeichnet wurde. Hubert Mara ist Doktorand in der Arbeitsgruppe „Visualisierung und Numerische Geometrie“ am Interdisziplinären Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen der Universität Heidelberg.

    Pressemitteilung
    Heidelberg, 28. Oktober 2010

    Neue Technologie zur Keilschrifterkennung
    Heidelberger Nachwuchswissenschaftler für herausragende Veröffentlichung ausgezeichnet

    Eine neue Technologie zur Keilschrifterkennung hat der Heidelberger Informatiker Hubert Mara entwickelt. Das Verfahren basiert auf 3D-Scans der Oberflächen von archäologischen Fundstücken, die mit mathematischen Methoden automatisiert analysiert werden können. Vorgestellt wurde sie in einer Forschungsveröffentlichung, die auf einem internationalen Symposium in Paris als „Best Paper“ im Bereich Computergrafik ausgezeichnet wurde. Hubert Mara ist Doktorand in der Arbeitsgruppe „Visualisierung und Numerische Geometrie“ am Interdisziplinären Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen der Universität Heidelberg.

    Die Oberflächen von Fundstücken ließen sich bisher bereits mit hochauflösenden Streifenlicht-Scannern dreidimensional abbilden. Bei dieser Methode mussten die im Computerscan erkennbaren Schriftzeichen allerdings manuell durch Abschreiben weiterverarbeitet werden. Mit dem von Hubert Mara entwickelten Verfahren wird das Computerbild mit Methoden der algorithmischen Geometrie detailliert analysiert, um die Einkerbungen der Keilschrift zu ermitteln.

    Die neue Methode wird die Arbeit von Assyriologen, die oft mit großen Mengen von Keilschrift-Dokumenten konfrontiert sind, wesentlich erleichtern. Nach Angaben von Hubert Mara erhöht das von ihm entwickelte Verfahren die Bilderkennung um etwa 25 Prozent gegenüber herkömmlichen Technologien. So lassen sich auch Fundstücke, die bereits in Museen archiviert sind, noch detaillierter analysieren. Dabei sind die Möglichkeiten nicht nur auf die Keilschrift beschränkt: Bei der Inschrift eines stark verwitterten jüdischen Grabsteins aus dem 12. Jahrhundert haben Mara und seine Kollegen die Mustererkennung bereits erfolgreich eingesetzt. Die Methode lässt sich zudem bei komplexen Darstellungen nutzen. So hat Hubert Mara etwa bei Reliefs im Stil von Angkor Wat aus der Tempelanlage Banteay Chhmar in Kambodscha künstlerische Details enthüllt, die dem bloßen Auge verborgen bleiben.

    Der ausgezeichnete Aufsatz mit dem Titel „GigaMesh and Gilgamesh – 3D Multiscale Integral Invariant Cuneiform Character Extraction“ ist im Rahmen von Hubert Maras Dissertation zum Thema „Schriftzeichenextraktion mit neuer 3D-Technologie“ entstanden. Der Wissenschaftler wird seine Promotion voraussichtlich Anfang 2011 abschließen. Das „Best Paper“ hat er zusammen mit seinen Kollegen Dr. Susanne Krömker, Dr. Stefan Jakob und Dr. Bernd Breuckmann verfasst. Die Auszeichnung wurde Ende September im Rahmen der Tagung VAST 2010 zum Thema virtuelle Realität und Archäologie im Pariser Louvre verliehen.

    Kontakt:
    Hubert Mara
    Interdisziplinäres Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen
    Telefon (06221) 54-4949
    hubert.mara@iwr.uni-heidelberg.de

    Kommunikation und Marketing
    Pressestelle, Telefon (06221) 54-2311
    presse@rektorat,uni-heidelberg.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie, Informationstechnik
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


    Die Grafik zeigt eine von Hubert Mara bearbeitete Keilschrift. Das Netz aus Dreiecken enspricht dem Relief der Keilschrifttafel-Oberfläche. Mara hat die Schriftzeichen farbig markiert.


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).