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03.10.2001 10:03

Valentin Thurn mit "DGfG-Journalistenpreis" ausgezeichnet

Dr. Peter Wittmann Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Geographie (DGfG)

    Der von der Deutschen Gesellschaft für Geographie (DGfG) und dem Westermann Schulbuchverlag gestiftete Preis würdigt herausragende journalistische Darstellungen geographischer Inhalte für ein breites Publikum

    Leipzig, 3. Oktober 2001. Bei der Schlussveranstaltung des 53. Deutschen Geographentages überreichten Prof. Dr. Manfred Meurer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geographie, und Rainer Jüngst, Redakteur der Zeitschrift "Geographische Rundschau", im Leipziger Gewandhaus erstmals den "DGfG-Preis für Journalisten". Der Preis ist mit 10.000 Mark dotiert. Ausgezeichnet wurde der Kölner Journalist Valentin Thurn.

    Von seinen Filmen, allesamt vom Bildungsfernsehen des Südwestrundfunk produziert, hob die Jury folgende Werke besonders hervor:

    In seinem Film "Jurassic Alb" erzählt der Autor die Geschichte des Ölschiefers im Schwarzjura der Schwäbischen Alb. In dem Film erwachen versteinerte Saurier dank aufwendiger 3D-Animationen zum Leben. Beleuchtet wird auch das Schicksal der KZ-Häftlinge, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in den Schieferöl-Fabriken zwischen Tübingen und Rottweil zu Tode geschunden wurden.

    In seiner zweiteiligen Serie über Wälder und Wassernot in Spanien (Teil 1: "Die Wüste greift nach Spanien" / Teil 2: "Spaniens durstige Erde") schildert Valentin Thurn eindrucksvoll die dramatischen Folgen des Raubbaus an der Natur am Beispiel Spaniens, das durch Abholzung und Wasserverschwendung wie kein zweites Land in Europa von der Verwüstung betroffen ist.

    Der Film "Die Schwabenkinder" erzählt von Kinderarbeit und Kindermärkten in Oberschwaben. Noch bis in die 1930er-Jahre wurden Kinder aus armen Bergdörfern in Vorarlberg, Tirol und Graubünden zu Tausenden auf oberschwäbischen Märkten an reiche Bauern "verkauft". Besonders eindrücklich sind die Schilderungen noch heute lebender "Schwabenkinder" an ihren Dienstorten in Oberschwaben oder zuhause in den Bergdörfern.

    Ebenfalls hob die Jury das WDR-Radio-Feature "Ein Tag - ein Schiff - ein Toter" hervor. Es handelt von verseuchten Schrottschiffen, die deutsche Reeder in Indien kostengünstig entsorgen lassen, und von indischen Arbeitern, die dabei ihr Leben aufs Spiel setzen. Valentin Thurn zieht jedoch auch Parallelen mit Deutschland, wo durch die Verschrottung von Schiffen in der Nachkriegszeit Tausende von Arbeitern mit Asbest verseucht wurden, bis strengere Umweltgesetze in den achtziger Jahren die Entsorgung verteuerten und die Reeder auf Indien auswichen - eine menschenverachtende Folge der Globalisierung.

    Nach Auffassung der Jury ist es Valentin Thurn durch seine Fernsehfilme, Radiobeiträge und Zeitschriftenartikel beispielhaft gelungen, geographische Sachverhalte und Zusammenhänge anschaulich und allgemeinverständlich zu vermitteln. "Offenbar ist mein Geographiestudium am Kölner Geographischen Institut doch nicht umsonst gewesen", so der Preisträger mit einem gewissen Augenzwinkern. Auch heute noch pflegt Thurn engen Kontakt zum Kölner Geographischen Institut und greift dabei für seine vielfältigen journalistischen Arbeiten immer wieder auch Anregungen seines Lehrers, Professor Schweitzer, auf.

    Das Südwestfernsehen wird die prämierten Beiträge im Januar 2001 erneut ausstrahlen.

    Ihre Ansprechpartner:
    Deutsche Gesellschaft für Geographie
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Dr. Peter Wittmann
    Tel./Fax: (0711) 2 26 14 02
    E-Mail: p.wittmann@epost.de
    (bis 5.10.01 erreichbar unter 0341-973 11 51 im Pressebüro des 53. Deutschen Geographentags in Leipzig)


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Geowissenschaften, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Personalia, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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