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12.01.2011 10:34

Systemische Mediation als Chance für den Umgang mit Konflikten in Familienunternehmen

Kay Gropp Pressestelle
Private Universität Witten/Herdecke gGmbH

    Aktuelle Forschungsarbeit am Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU) zeigt neue Möglichkeiten der Konfliktbearbeitung in Familienunternehmen auf

    Die für Familienunternehmen typische Verbindung der beiden sehr unterschiedlichen Sozialsysteme "Familie" und "Unternehmen" geht oftmals mit einem beträchtlichen Konfliktpotential einher. Konflikte in Familienunternehmen können massiv eskalieren und bis hin zu den oft zitierten Familienkriegen reichen. Dabei stehen häufig enorme Werte auf dem Spiel, die oft genug durch Familienstreit vernichtet werden. In einer aktuellen Studie zeigt die Wittener Familienunternehmensforscherin Nicola Neuvians neue Wege der Konfliktbearbeitung in Familienunternehmen auf und macht deutlich, dass die systemische Konfliktmediation ein geeignetes Instrumentarium zur Konfliktbearbeitung in dieser spezifischen Unternehmensform zur Verfügung stellt.

    Mit Hilfe eines qualitativ-empirischen Forschungsansatzes untersucht die soeben im Gabler Verlag erschienene Dissertation Konfliktdynamiken in Familienunternehmen, leitet hieraus Anforderungen an die Konfliktbearbeitung ab und überprüft die These, dass die systemische Mediation als prinzipiell geeignetes Verfahren zur Konfliktlösung betrachtet werden könne, erstmalig empirisch. "Die Studie zeigt, dass die systemische Mediation für die Konfliktdynamik gerade in jungen Familienunternehmen zwar geeignet ist, in ihrer Ausgestaltung jedoch stets an die spezifischen Konfliktanforderungen des betreffenden Unternehmens angepasst werden muss", so Nicola Neuvians.

    Die Konfliktmediation setzt auf eine Vermittlung durch unparteiische Dritte in Streitfällen und strebt konstruktive Konfliktlösungen an, die von allen Seiten akzeptiert werden. Dabei ist es weniger Aufgabe der Mediatoren, ein abschließendes Urteil zu fällen, als vielmehr eine konstruktive Konfliktbearbeitung zu ermöglichen, bei der die Konfliktparteien in die Lage versetzt werden, selbst eine konsensfähige Problemlösung zu erarbeiten. "Familienunternehmen sind oft genug blind für die Notwendigkeit, proaktive Regeln zur Konfliktlösung zu etablieren. Die Arbeit von Nicola Neuvians ist nicht nur wissenschaftlich anspruchsvoll, sondern zeigt zugleich die praktischen Implikationen ihrer Überlegungen klar auf. Sie stellt damit auch für Familienunternehmer einen Gewinn dar", so Prof. Dr. Arist von Schlippe, akademischer Direktor des WIFU.

    Das Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU) ist in Deutschland der Pionier und Wegweiser akademischer Forschung und Lehre zu Besonderheiten von Familienunternehmen. Drei Lehrstühle - Betriebswirtschaftslehre, Psychologie / Soziologie und Rechtswissenschaften - bilden das wissenschaftliche Spiegelbild der Gestalt von Familienunternehmen. Dadurch hat sich das WIFU eine einzigartige Expertise im Bereich Familienunternehmen erarbeitet. Seit 2004 ermöglichen die Institutsträger, ein exklusiver Kreis von über 40 Familienunternehmen, dass das WIFU auf Augenhöhe als Institut von Familienunternehmen für Familienunternehmen agieren kann. Mit aktuell neun Professoren leistet das WIFU mittlerweile seit über zwölf Jahren einen signifikanten Beitrag zur generationenübergreifenden Zukunftsfähigkeit von Familienunternehmen.
    Das Leiten und Führen von Familienunternehmen stellt eine komplexe und mitunter auch paradoxe Herausforderung dar. Ein neues Studienangebot leistet hier wichtige Unterstützung: Seit Oktober 2010 bietet die Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Universität Witten/Herdecke den deutschlandweit einzigartigen Studiengang "Master in Family Business Management (M.Sc.)" an. Er kann in Vollzeit oder aber berufsbegleitend studiert werden. Hierdurch kann das WIFU seine Expertise an potentielle Nachfolger, Fach- und Führungskräfte und Berater in Familienunternehmer weitergeben. Daneben gibt es für Studierende im Bachelorstudiengang "Business Economics (B.A.)" sowie im Masterstudiengang "General Management (M.A.)" die Möglichkeit, ein Vertiefungsfach im Bereich Familienunternehmen zu belegen bzw. Schwerpunktzertifikate zum Thema zu erwerben.

    Weitere Informationen erhalten Sie bei Dr. Tom Rüsen (02302-926-519; tom.ruesen@uni-wh.de).

    Nicola Neuvians: Mediation in Familienunternehmen. Chancen und Grenzen des Verfahrens in der Konfliktdynamik. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Arist von Schlippe. Gabler Verlag, 332 Seiten, ISBN 978-3-8349-2682-1


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter
    Politik, Psychologie, Recht, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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