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04.03.2011 11:52

Ehrendoktorwürde für Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Förstner

Jessica Lumme Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz Universität Hannover

    Leibniz Universität Hannover ehrt Professor für Photogrammetrie aus Bonn

    Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Förstner hat die Ehrendoktorwürde der Fakultät für Bauingenieurwesen und Geodäsie der Leibniz Universität Hannover erhalten. Der Professor für Photogrammetrie an der Universität Bonn gilt als einer der meistgeachteten Vertreter seines Fachs. „Ihre Untersuchungen zum Problem der Bildzuordnung machten Sie Mitte der achtziger Jahre weltweit zum Vorreiter der digitalen Photogrammetrie“, sagte Prof. Dr.-Ing. Erich Barke in seiner Laudatio im Leibnizhaus in Hannover. Professor Förstners Ansätze seien heute, mehr als 30 Jahre später, nach wie vor aktuell. Die externen Gutachter attestieren Professor Förstner zudem eine international führende Rolle bei der Kooperation mit dem aus der Informatik und Elektrotechnik stammenden Gebiet der Computer Vision.

    Die Ehrenpromotion ist die höchste akademische Auszeichnung, die eine Universität zu vergeben hat und wird nur in besonderen Ausnahmefällen für hervorragende Leistungen in der Wissenschaft vergeben. Gleichzeitig ist sie eines der Instrumente einer Universität, um ihre Verbundenheit mit anderen Wissenschaftsinstitutionen deutlich zu machen.

    Prof. Wolfgang Förstner legte in den siebziger und achtziger Jahren entscheidende Grundlagen in der digitalen Photogrammetrie. Die Photogrammetrie umfasst als Teil der Geodäsie Messmethoden und Auswerteverfahren, um aus Fotografien und Messbildern Art, Größe, räumliche Lage und dreidimensionale Form eines Objekts zu bestimmen. In seiner Dissertation befasste sich Professor Förstner mit der Suche und Elimination grober Fehler in Lageblöcken. Auf der Basis einer theoretisch fundierten statistischen Analyse gelang es ihm, das Problem wissenschaftlich umfassend und auch für die Praxis nutzbar zu lösen. Danach widmete sich Förstner dem Problem der Bildzuordnung, das durch die erstmalige Verfügbarkeit digitaler Bilder hochaktuell war. In Zusammenarbeit mit der Firma Carl Zeiss sorgte Professor Förstner schon früh für die Umsetzung der neuen Theorien in kommerziell nutzbare Systeme, zum Beispiel in dem damals weltweit führenden Programmsystem InduSURF zur Nutzung in der Automobilindustrie. Noch heute beruhen weltweit fast alle aktuellen Systeme, die sich in der praktischen Arbeit bewährt haben, auf Ergebnissen aus Förstners Forschungsarbeiten.

    In den folgenden Jahren erweiterte Professor Förstner sein Arbeitsgebiet, das bald weit über die Photogrammetrie hinausging und Arbeiten der Mustererkennung und des Computersehens umfasste. Forschungen zur Gebäuderekonstruktion aus Luftbildern bildeten nach seiner Berufung nach Bonn im Jahr 1990 den wissenschaftlichen Schwerpunkt seiner Arbeit. Er initiierte das DFG-Bündelprogramm „Semantische Modellierung und Extraktion räumlicher Objekte aus Bildern und Karten“, das er von 1993 bis 1999 leitete. Dieses Bündel wurde nicht nur zu einem großen Erfolg im inhaltlichen Sinn, es dient bis heute als Modell, wie DFG-Bündelprojekte, die von mehreren Hochschulen gemeinsam bearbeitet werden, erfolgreich realisiert werden können. In den vergangenen Jahren widmete sich Förstner zudem der automatischen Auswertung von Nahbereichsbildern, blieb dabei seiner Liebe zu Gebäuden aber treu. Wesentliche Arbeiten betreffen die Auswertung von Fassaden und Hauseingängen. Professor Förstner wurde mit zahlreichen Preisen geehrt, etwa mit dem Photogrammetric Award der Amerikanischen Gesellschaft für Photogrammetrie und Fernerkundung (2005) oder dem Gino Cassini Award der ISPRS (2000), und er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen und mehrerer Buchkapitel in Standardwerken seines Fachs.

    Schon früh ergab sich auch eine Verbindung zur Leibniz Universität Hannover, etwa gemeinsame Forschung zum amerikanischen Space-Shuttle-Experiment MOMS-02/D2 (1993) und der deutsch-russischen Nachfolgemission MOMS-Priroda (1995/96). Langjährige Zusammenarbeit verbindet insbesondere Prof. Dr. Christian Heipke, Dekan der Fakultät für Bauingenieurwesen und Geodäsie, sowie Prof. Dr. Monika Sester, Leiterin des Instituts für Kartographie und Geoinformatik, mit Professor Förstner.

    Nicht nur seine fachliche Kompetenz, sondern auch seine persönliche Art haben Prof. Wolfgang Förstner weltweit viel Anerkennung und Sympathie eingebracht. Weggefährten beschreiben seine Persönlichkeit als begeisternd, von tiefem Wissen und hervorragender Didaktik geprägt.

    Hinweis an die Redaktion:
    Für weitere Informationen steht Ihnen Prof. Dr.-Ing. habil. Christian Heipke, Dekan der Fakultät für Bauingenieurwesen und Geodäsie der Leibniz Universität Hannover, unter Telefon +49 511 762 2481 oder per E-Mail unter heipke@ipi.uni-hannover.de gern zur Verfügung.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Bauwesen / Architektur, Geowissenschaften
    überregional
    Personalia
    Deutsch


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