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28.11.2001 08:20

Vom Leben und Sterben: Juden in Creglingen

Robert Emmerich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Creglingen ist ein kleiner Ort an der Tauber, zwischen Rothenburg und Tauberbischofsheim gelegen. Über Jahrhunderte hinweg hatte das Dorf auch eine jüdische Gemeinde, deren Geschichte in dem Buch "Vom Leben und Sterben: Juden in Creglingen" aufgearbeitet ist.

    Die Autoren - der Oberstudienrat Hartwig Behr aus Bad Mergentheim und der evangelische Religionspädagoge Prof. Dr. Horst F. Rupp von der Uni Würzburg - schreiben über die ersten greifbaren Anfänge im 16. Jahrhundert bis hin zur Zeit des Nationalsozialismus.

    Mehrere Abschnitte des Buches sind dem 25. März 1933 gewidmet, denn an diesem Tag kam es den Autoren zufolge in Creglingen zum "wohl ersten systematischen Pogrom mit Todesopfern nach der so genannten Machtergreifung" der Nazis in Deutschland: Zwölf Polizisten und 15 SA-Leute durchsuchten an diesem Samstag vormittag die Häuser der jüdischen Einwohner nach Waffen. Da sich die meisten Betroffenen in der Synagoge aufhielten, ließ der SA-Führer Fritz Klein den Gottesdienst dort kurzerhand aufheben und einen Teil der Juden ins Rathaus bringen.

    Bei den Hausdurchsuchungen wurde nichts gefunden. Weil die SA nun vermutete, die Bewohner hätten ihre Waffen rechtzeitig versteckt, "vernahmen" Klein und seine Leute die im Rathaus befindlichen Juden. Dabei wurden 16 Menschen mit Polizeigerten derart misshandelt, dass zwei der Verprügelten an den Folgen der "Vernehmung" starben. Das nach dieser Tat angefertige Polizeiprotokoll vom 2. April 1933 ist im Anhang des Buches dokumentiert. Was mit den Tätern geschah? Damit befassen sich Behr und Rupp im Kapitel "Der Blick auf die nationalsozialistischen Täter".

    Hartwig Behr und Horst F. Rupp: "Vom Leben und Sterben. Juden in Creglingen", Verlag Königshausen & Neumann, 2. Auflage, Würzburg 2001, 278 Seiten, 15,50 Euro, ISBN 3-8260-2226-2.

    Hinweis für Journalisten/Redaktionen: Bei der Pressestelle der Universität Würzburg liegen leider keine Rezensionsexemplare vor. Bitte wenden Sie sich direkt an den Verlag.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie
    überregional
    Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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