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06.05.2011 12:05

Fukushima zum Trotz: Lateinamerika hält an seinen Nuklearprogrammen fest

Verena Schweiger Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
GIGA German Institute of Global and Area Studies

    GIGA Focus Lateinamerika (4/2011)
    von Christian E. Rieck und Mariana Carpes

    Kostenloser Download unter:
    http://www.giga-hamburg.de/giga-focus/lateinamerika

    Lateinamerika steht unbeschadet der sich neuerlich jährenden Atomkatastrophe von Tschernobyl und der jüngsten Reaktorhavarie in Fukushima vor einer Renaissance seiner Nuklearpolitik: Traditionelle Nuklearmächte wollen weiterhin neue Atomkraftwerke bauen, andere Staaten in der Region erstmals solche errichten.

    Die im März 2011 havarierten Reaktoren von Fukushima haben – anders als speziell in Deutschland – in Lateinamerika nur eine begrenzte Atomdebatte losgetreten. Insbesondere Argentinien, Brasilien und Chile halten unbeirrt am Bau neuer Atomkraftwerke fest.

    — Es geht beim Bau von neuen Atomkraftwerken in der Region ausschließlich um die zivile Nutzung der Kernenergie (Stromgewinnung, medizinische und Forschungszwecke). Selbst in Brasilien und Argentinien, die ihre Urananreicherung wieder aufgenommen haben, droht weder eine Reaktivierung der militärischen Programme noch ein technologischer Rüstungswettlauf.

    — Das Nichtproliferationsregime in Lateinamerika ist gleichermaßen engmaschig wie intakt. Die zivile Nuklearkooperation in der Region feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen.

    — Die im vergangenen Jahrzehnt auf dem Subkontinent neu ins Leben gerufenen Regionalorganisationen stellen bislang keine ernsthaften Alternativen zum Mercosur dar. Über dessen Fortbestehen besteht in allen gesellschaftlichen Lagern weitgehender Konsens.

    — Einen Kernreaktor zu kaufen heißt nicht, selbst Nukleartechnologie zu besitzen. Einzig Brasilien und Argentinien haben dieses Wissen und auch die Mittel, um solche Programme, die Autarkie und Autonomie garantieren sollen, überhaupt zu finanzieren.

    — Einige Staaten kooperieren beim geplanten Bau von Atomkraftwerken mit neuen Technologiepartnern. Russlands Interesse hierbei ist vor allem ein wirtschaftliches. Im Falle Irans ist die Zusammenarbeit noch nicht über ideologisch motivierte Deklarationen hinausgekommen. Eine Änderung des vorherrschenden, auf der Zusammenarbeit mit westlichen Partnern gründenden Kooperationsparadigmas in der Region droht deshalb nicht.

    Das GIGA gibt Focus-Reihen zu Afrika, Asien, Lateinamerika, Nahost sowie zu globalen Fragen heraus. Kostenloser Zugang zu allen Heften über:
    http://www.giga-hamburg.de/giga-focus.


    Weitere Informationen:

    http://www.giga-hamburg.de/giga-focus/lateinamerika - GIGA Focus Lateinamerika
    http://www.giga-hamburg.de/giga-focus - alle Reihen des GIGA Focus
    http://www.giga-hamburg.de/ilas - Website GIGA Institut für Lateinamerika-Studien
    http://staff.giga-hamburg.de/rieck - Website von Christian E. Rieck
    http://staff.giga-hamburg.de/carpes - Website von Mariana Carpes
    http://www.giga-hamburg.de - Homepage des GIGA


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter
    Energie, Gesellschaft, Politik
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


    Mariana Carpes


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    Christian E. Rieck


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