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18.05.2011 10:33

Bibliotheken als Orte der Forschung

Dr. Rembert Unterstell Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

    DFG unterstützt Projekte an herausragenden Forschungsbibliotheken

    Nr. 20
    18. Mai 2011

    Um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern noch bessere Arbeitsmöglichkeiten zu bieten, will die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Bibliotheken als „Orte der Forschung“ ausbauen und sichtbar machen. Erstmals werden jetzt 21 Projekte in der DFG-Förderlinie „Herausragende Forschungsbibliotheken“ unterstützt und in den nächsten Jahren mit rund vier Millionen Euro finanziert. Nach Entscheidung durch den DFG-Hauptausschuss haben die Bibliotheken soeben ihre Bewilligungsschreiben erhalten. „Die neue Förderlinie trägt zur Leistungsfähigkeit und Profilschärfung ausgewiesener Bibliotheken in Deutschland bei“, unterstreicht Dr. Johannes Fournier von der Gruppe Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme in der DFG-Geschäftsstelle, „und ermöglicht im Interesse der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine engere Verzahnung mit konkreten Forschungsaktivitäten.“

    Unterstützt werden Vorhaben aus einem breiten disziplinären Spektrum – von den Kunst- und Musikwissenschaften, den Sprach- und Literaturwissenschaften über die Pädagogik und Rechtswissenschaft bis zur Mathematik. Das verbindende Ziel ist, wichtige Fachressourcen noch besser zugänglich zu machen und die Dienstleistungen der jeweiligen Forschungsbibliothek zu verbessern. Das stellt die neuen Projekte vor höchst unterschiedliche Aufgaben: Das Deutsche Volksliedarchiv in Freiburg beispielsweise baut eine Sammlung zur populären Musik und ihrer Kultur auf, bestehend aus Notendrucken, Archivalien, Tonträgern und Musikvideos aus den Jahren 1950 bis 2000. Das multimediale Archiv soll den Unterbau für ein interdisziplinäres Kompetenzzentrum zur Erforschung der Popularkultur im deutschsprachigen Raum etablieren.

    Um die Bündelung und Vernetzung von Informationsgrundlagen geht es auch in Heidelberg und in der Zusammenarbeit des dortigen Zentrums für Ostasienwissenschaften mit der Universitätsbibliothek. Gemeinsam wird das Projekt „Aus 9 mach 1 – Heidelberger Ostasienliteratur unter einer (Benutzer-)Oberfläche“ angegangen. Das Projekt steht vor der besonderen Herausforderung, Dokumente und Daten auch in fernöstlichen Schriften elektronisch „auszulesen“, miteinander zu verknüpfen und im World Wide Web verfügbar zu machen. Von der hohen Sichtbarkeit werden grenzüberschreitend Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaftler profitieren.

    Auch das Institut für Arbeitsrecht und Arbeitsbeziehungen in der Europäischen Gemeinschaft an der Universität Trier will Schneisen in unüberschaubare Datenlandschaften schlagen. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet das Institut an einem Fundstellenverzeichnis zur Aufsatzliteratur und zu Gerichtsentscheidungen aus den EU-Mitgliedsstaaten. Mithilfe der DFG wird der komplexe Datenpool in eine Internetdatenbank eingehen, die offen und frei zugänglich sein wird. Darüber hinaus soll künftig ein Online-Newsletter interessierte Nutzer über relevante Zeitschriftenbeiträge und aktuelle Gerichtsentscheidungen im europäischen Arbeitsrecht informieren.

    Viele Fach-Communities nehmen wissenschaftliche Bibliotheken in neuer Weise als Partner und Zentren wissenschaftlicher Arbeit wahr. Die Kooperation „auf Augenhöhe“ und auf Projektebene zwischen Forschenden und Bibliothekaren hat sich in den letzten Jahren ausgeweitet und intensiviert. Die DFG-Förderlinie will hochkarätige Initiativen an Forschungsbibliotheken unterstützen und nachwirkende Impulse in die Forschungslandschaft hineintragen. Die Resonanz auf die erste DFG-Ausschreibung vom Mai 2010 war ebenso groß wie qualitätsvoll. Es ist beabsichtigt, die Ausschreibung 2012 fortzuführen.

    Weiterführende Informationen

    Übersicht zu den bewilligten Projekten 2010/11:
    www.dfg.de/download/pdf/foerderung/programme/lis/forschungsbibliotheken_projekte_uebersicht.pdf

    Fachlicher Ansprechpartner in der DFG-Geschäftsstelle:
    Dr. Christoph Kümmel, Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme (LIS),
    Christoph.Kuemmel@dfg.de, Tel. +49 228 885-2857


    Weitere Informationen:

    http://www.dfg.de/download/pdf/foerderung/programme/lis/forschungsbibliotheken_p...


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    fachunabhängig
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Organisatorisches
    Deutsch


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