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06.12.2001 12:55

Eichstätter Universitätsbibliothek gibt Einblicke in Werke der Kapuziner

Dr. Thomas Pleil Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

    10.400 von 400.000 Titeln seit 1999 bearbeitet - Bestand reicht von Handschriften und Drucken des 15. Jahrhunderts bis zu Fotoplatten von der Chile-Mission

    In den Jahren 1999 bis Anfang 2000 wurden die Bestände der Zentralbibliothek der bayerischen Kapuziner von Altötting zur Universitätsbibliothek Eichstätt gebracht - insgesamt etwa 400.000 Bände, die zum größten Teil nicht katalogisiert und teilweise restaurierungsbedürftig waren. Jetzt zeigt die Bibliothek der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt in einer Ausstellung die ersten Ergebnisse der bibliothekarischen Erschließung und Restaurierung der Bestände, die neben umfangreichem theologischen und katechetischen Schrifttum Literatur aller Fächer enthält, typische Gebrauchsliteratur, bedeutendes Ordensschrifttum wie auch eine Reihe wertvoller Zimelien.

    Insgesamt wird die Bearbeitung der Kapuziner-Bestände noch mehrere Jahre dauern. Die sechs Mitarbeiter der Eichstätter Universitätsbibliothek, die sich damit befassen, haben bislang etwa 10.400 Titel bearbeitet, 4.000 davon stammen aus der Zeit vor der Säkularisierung, die in Bayern 1802 begann. Zum Bestand gehören auch Handschriften, graphische Blätter, Fotos, Dias und Tonträger. Gerade die Fotos, Atlanten, Karten und Wörterbücher dokumentieren die weltweite missionarische Tätigkeit des Kapuzinerordens. Unter den erfassten Werken befindet sich auch einer der ersten Bestseller der Buchdruck-Kunst, die Weltchronik des Nürnbergers Hartmann Schedel von 1493, die in einem handcolorierten lateinischen Exemplares sowie in einer uncolorierten deutschen Ausgabe vorliegt.

    Am Beispiel der deutschen Ausgabe wird in der Ausstellung beispielsweise gezeigt, wie teilweise zerstörte Werke handwerklich restauriert werden: Dazu zählt das Säubern von Schimmel, das Auffasern nur teilweise vorliegender Buchseiten oder das Binden mit Nadel und Faden. Dokumentiert wird auch das Vorgehen bei der bibliothekarischen Erfassung. Außerdem gibt die Ausstellung einen Einblick in die Reichhaltigkeit der Bestände.

    Diese Bestände waren durch die Aufhebung von etwa 20 Kapuzinerklöstern in der Bayerischen Provinz seit 1966 deutlich gewachsen. Deren Bibliotheken wurden in die Altöttinger Zentralbibliothek der Kapuziner verbracht. Da die Kapuziner ihre zentrale Bibliothek nach dem Tod ihres Bibliothekars 1997 nicht mehr selbst betreuen konnten, schloss die Provinz der Bayerischen Kapuziner im Juli 1999 mit der Stiftung Katholische Universität Eichstätt und dem Freistaat Bayern einen Vertrag über die Übergabe dieser Zentralbibliothek an die Universitätsbibliothek Eichstätt unter Einschluss aller Bibliotheken, deren Konvente künftig noch aufgehoben werden sollten (so 1999 Vilsbiburg, 2000 Passau).

    Die Ausstellung: "Die Zentralbibliothek der Bayerischen Kapuziner seit 1999 in Eichstätt - erste Ergebnisse" ist von 14. Dezember 2001 bis 12. April 2002 in der Staats- und Seminarbibliothek (Hofgarten 1, 85072 Eichstätt) jeweils von Montag bis Freitag von 8.30 Uhr bis 17.00 Uhr zu sehen. Die Ausstellungseröffnung findet am 13. Dezember 2001 um 19.30 Uhr statt.


    Weitere Informationen:

    http://www.ub.ku-eichstaett.de/bib/ausstellung/ kapuziner.html


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


    Am Beispiel der Schedel'schen Weltchronik von 1492 wird gezeigt, wie restaurierungsbedürftige Titel handwerklich mit Nadel und Faden wieder gebunden werden. Foto: KU


    Zum Download

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    Stadtansicht von Nürnberg aus dem ersten Atlas mit Städteansichten der ganzen Welt (Georg Braun: Civitates Orbis Terrarum, Köln 1572-1618)


    Zum Download

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