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13.12.2001 13:51

Amploniana zurück zur Universität

Jens Panse Pressestelle
Universität Erfurt

    Vertragsunterzeichnung über die Dauerleihgabe der Bibliotheca Amploniana zwischen Stadt und Universität Erfurt

    Die berühmte Bibliotheca Amploniana - eine Handschriftensammlung mit Texten ab dem 6. Jahrhundert - und weitere wertvolle Altbestände der Erfurter Universität kehren als Dauerleihgabe an die wiedergegründete Hochschule zurück. Am 12. Dezember wurden im Rathausfestsaal der Stadt Erfurt im Rahmen einer Feierstunde die Verträge von Oberbürgermeister Manfred Ruge und Universitätspräsident Dr. Wolfgang Bergsdorf unterzeichnet. Der Umzug in den eigens in der neuen Universitätsbibliothek geschaffenen Sondersammlungsbereich wird aus klimatischen Gründen erst im Spätsommer des nächsten Jahres erfolgen. Die Grundlage der Vertragsunterzeichnung bildete ein Stadtratsbeschluss vom September diesen Jahres.

    "Wer diesen kulturhistorischen Schatz der Vergangenheit bewahren will, muss ihm eine Zukunft geben", sagte Oberbürgermeister Ruge. Mit der Umlagerung in die Universitätsbibliothek erhielten diese wertvollen Bestände nicht nur einen höheren Sicherheitsstandard, sondern würden auch eine wissenschaftliche Aufwertung erfahren. Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Dagmar Schipanski hob die verbesserten Nutzungsmöglichkeiten in dem klimatisierten Sonderlesesaal der modernen Bibliothek hervor. Die Sammlung werde damit grundsätzlich für jeden Bürger der Stadt zugänglich. Der Übergang sei nicht nur ein Gewinn für die Universität, sondern auch für die Sammlung selbst.

    "Heute wie damals bei der Stiftung im Jahre 1412 ging es darum, beste Studienmöglichkeiten zu schaffen, um im Wettbewerb zwischen den Universitäten bestehen zu können", sagte Präsident Dr. Wolfgang Bergsdorf. Die Universität Erfurt werde nach der Übernahme dieses einzigartigen Schatzes noch attraktiver. "Mit der Amploniana wird ein Kernstück der einstigen Hierana wieder ihrer Bestimmung zugeführt. Die Universität bekennt sich mit der Übernahme dieser einzigartigen Bibliothek als Dauerleihgabe zugleich zu ihrer großen Tradition". Dass die Universität Erfurt der richtige und beste Platz für die Amploniana sei, ergebe sich nicht nur aus der Geschichte, sondern auch aus dem spezifischen Profil der wiederbegründeten Universität Erfurt. "Ich danke der Stadt Erfurt, dass Sie den Schatz des Amplonius, dieses große Erbe der Alten Erfurter Universität für die wiedergegründete Universität fast über zwei Jahrhunderte hinweg betreut und gepflegt hat", sagte Bergsdorf.
    Den anschließenden Festvortrag hielt Prof. Dr. Kurt Flasch (Bochum) zum Thema "Ideen und Medien: Nicolaus von Cues und Gutenberg".

    Die Dauerleihgabe umfasst ca. 1.000 Handschriften und 40.000 alte Drucke der Stadt- und Regionalbibliothek. Hierbei handelt es sich zum einen um Bestände der 1816 aufgelösten Erfurter Universität und mehrerer Erfurter Klöster, zum anderen um die bedeutendste erhaltene Handschriftensammlung eines mittelalterlichen Gelehrten. Amplonius Rating de Berka studierte 1392-1395 in Erfurt und bekleidete als zweiter das Amt des Rektors der damals neugegründeten Universität. Aus Verbundenheit mit seiner Hochschule stiftete er 1412 das Collegium zur Himmelspforte und stattete es mit seiner für damalige Verhältnisse ungewöhnlich großen Bibliothek von 633 Bänden aus. Noch heute sind die allermeisten Bände seiner Privatbibliothek erhalten und führen zahlreiche Wissenschaftler aus dem In- und Ausland für Forschungsaufenthalte nach Erfurt. Besondere Interessenschwerpunkte bilden dabei mittelalterliche Philosophie und Theologie sowie zahlreiche medizinische Texte. Als wissenschaftliche Gebrauchsbibliothek beinhaltet sie zwar keine Zimelien mittelalterlicher Buchmalerei, jedoch zahlreiche Handschriften, welche aufgrund ihrer Qualität und Singularität für die Überlieferung ihrer Texte heute konstitutiv sind.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Philosophie / Ethik, Religion, Sprache / Literatur
    überregional
    Forschungsprojekte, Organisatorisches
    Deutsch


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