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05.07.2011 13:29

Neuer Bachelor-Studiengang „Rohstoff-Geowissenschaften“ startet

Christian Ernst Pressestelle
Technische Universität Clausthal

    Clausthal-Zellerfeld. Deutschland will die Energiewende, doch die Rohstoffe zum Bau von Windkraftanlagen könnten beispielsweise bald knapp werden. Davor warnt Professor Kurt Mengel, Mineraloge an der Technischen Universität Clausthal. Jedes moderne Windrad benötigt Magnete, die aus Hightech-Metallen bestehen, zu denen die Seltenen Erden gehören. China kontrolliert 97 Prozent der weltweiten Produktion der Seltenen Erden und verknappt das globale Angebot durch Exportquoten.

    Um die Energiewende hierzulande in den kommenden Jahren umzusetzen, werden umfassende, aktuelle Kenntnisse auf allen wesentlichen Gebieten des Rohstoffsektors immer wichtiger. Da liegt es nahe, dass die Universität im Oberharz vom kommenden Wintersemester an den neuen Bachelor-Studiengang Rohstoff-Geowissenschaften anbietet. „Die Versorgung mit Rohstoffen ist eine der großen globalen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte“, betont Professor Mengel, Studienfachberater des neuen Studiengangs.

    Sind die Seltenen Erden für neue Windparks oder das Repowering älterer Windräder unverzichtbar, so ist es das Leichtmetall Lithium für die Elektromobilität ebenso. Lithium-Ionen-Akkus bilden in den Planungen zahlreicher Automobilkonzerne die Antriebsbasis für künftige Elektrofahrzeuge. Da die Nachfrage nach Lithium stark steigen dürfte, gilt es auch hier, die Gewinnung des entsprechenden Rohstoffes zu verbessern. Lithium wird derzeit etwa im Hochland der Anden gewonnen. Weltmarktführer für Lithium und Lithium-Verbindungen ist die Chemetall GmbH, die eine Niederlassung in der Nähe der TU Clausthal in Langelsheim hat und mit mehreren Instituten der Universität zusammenarbeitet.

    „Ein ganz wichtiger Faktor, um die Rohstoffversorgung in den Industrieländern auch in Zukunft zu gewährleisten, ist das Recycling“, unterstreicht Professor Mengel. Mancher Abfall könnte zum Rohstoff der Zukunft werden. Auch Halden, die in Jahrhunderten des Bergbaus aufgeschüttet wurden, rücken wieder in den Fokus von Forschern. Viele Metalle, die für heutige Werkstoffe und Technologien gebraucht werden, etwa Zink, wurden einst mit dem Abraum entsorgt.

    All diese Aspekte fließen in den neuen, sechssemestrigen Studiengang Rohstoff-Geowissenschaften ein, der auf geo- und ingenieurwissenschaftlichen Fächern basiert. Die Ausbildung beinhaltet auch eine Fülle praktisch orientierter Veranstaltungen im Labor und im Gelände, beispielsweise Exkursionen zu bedeutenden Kupfer- und Goldvorkommen in den Anden. Nach dem Bachelor-Abschluss bietet sich ein zweijähriges Masterstudium zur Vertiefung der Rohstoff-Geowissenschaften an. Der spätere Arbeitsmarkt hält Jobs in Deutschland, aber auch auf internationaler Ebene vor.


    Weitere Informationen:

    http://www.studium.tu-clausthal.de/studienangebot/energie-und-rohstoffe/rohstoff...


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende
    Energie, Geowissenschaften, Gesellschaft
    überregional
    Studium und Lehre
    Deutsch


     

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