Die sogenannte Grenzschicht ist der unterste Teil der Atmosphäre vom Boden bis in etwa 500 bis 2000 m Höhe. Sie ist besonders wichtig für die Menschen. Denn in dieser Schicht findet ein direkter Übergang von Energie, Wasserdampf und anderen Stoffen vom Boden in die Atmosphäre statt. Die Grenzschicht wächst mit der Stärke der Sonneneinstrahlung. Mittags reicht sie am weitesten nach oben, in der Nacht erreicht sie nur niedrige Höhen. Das Institut für Luft- und Raumfahrtsysteme der Technischen Universität Braunschweig unter der Leitung von Prof. Peter Vörsmann will diesem Phänomen auf den Grund gehen. Es beteiligte sich an einer internationalen meteorologischen Messkampagne in Südfrankreich.
Zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ganz Europa betrieben vom 14. Juni bis zum 8. Juli 2011 unterschiedliche meteorologische Messinstrumente. Bemannte Messflugzeuge, Energie-Bilanz-Messstationen, Scintillometer, Windradar Profiler, Ceilometer, Messballone, Radiosonden, Lidar sowie un-bemannte Flugsysteme kamen dabei zum Einsatz. Die physikalischen Prozesse, die den Zusammenbruch der Grenzschicht im Laufe des Nachmittags charakterisieren, sollen durch die Messungen besser verstanden werden.
Das Institut für Luft- und Raumfahrtsysteme (ILR) setzte das eigens entwickelte unbemannte Forschungsflugzeug "Mini Meteorological Aerial Vehicle" M²AV ein, um hoch aufgelöste und genaue Messungen von Temperatur, Feuchte, Wind und Luftdruck zu erhalten. Das automatisch, also ohne Fernsteuerung fliegende Flugzeug hat eine Spannweite von 2 m und wiegt 6 kg. Es ist weltweit das erste unbemannte Flugsystem, das den Windvektor im automatischen Flugbetrieb genau genug messen kann, um damit Turbulenz zu erforschen.
Einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Grenzschicht hat der Untergrund, also die Bodennutzung und Vegetation. Mit dem Messflugzeug können verschiedene Bodenbedingungen abgeflogen und die Variabilität der Grenzschicht vermessen werden. Bei dem vor Ort gegeben Untergrund hatten besonders die Waldgebiete großen Einfluss auf die gemessene Turbulenz. Ein Vergleich zwischen den Ergebnissen der unterschiedlichen Messflugzeuge wird genauere Informationen dazu liefern können.
Kontakt:
Institut für Luft- und Raumfahrtsysteme
der Technischen Universität Braunschweig
Hermann-Blenk-Str. 23, 38108 Braunschweig
Dr. Astrid Lampert
Tel.: 0531 391-9973
astrid.lampert@tu-braunschweig.de
Sabrina Martin
Tel.: 0531 391-9965
sabrina.martin@tu-braunschweig.de
http://www.tu-braunschweig.de/ilr
Das M2AV wird mit einem Bungee-Seil gestartet. Thomas Krüger bringt das Präzisionsmessgerät dafür in ...
Quelle: Foto: Institut für Luft- und Raumfahrtsysteme, TU Braunschweig
Mitarbeiter des ILR (Thomas Krüger, Andreas Scholtz und Sabrina Martin) bereiten das Flugzeug auf ei ...
Quelle: Foto: Institut für Luft- und Raumfahrtsysteme, TU Braunschweig
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Geowissenschaften, Meer / Klima, Verkehr / Transport
überregional
Forschungsprojekte
Deutsch

Das M2AV wird mit einem Bungee-Seil gestartet. Thomas Krüger bringt das Präzisionsmessgerät dafür in ...
Quelle: Foto: Institut für Luft- und Raumfahrtsysteme, TU Braunschweig
Mitarbeiter des ILR (Thomas Krüger, Andreas Scholtz und Sabrina Martin) bereiten das Flugzeug auf ei ...
Quelle: Foto: Institut für Luft- und Raumfahrtsysteme, TU Braunschweig
Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.
Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).
Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.
Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).
Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).