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29.07.2011 13:50

Älteste moderne Menschen in Südosteuropa nachgewiesen

Michael Seifert Hochschulkommunikation
Eberhard Karls Universität Tübingen

    Publikation unter Beteiligung der Universität Tübingen über erste wissenschaftliche Studie menschlicher Überreste aus der Ukraine

    Die jüngste Publikation des Online-Journals „PlosOne“, an der Wissenschaftler der Universität Tübingen beteiligt sind, enthält die erste Studie über die menschlichen Überreste aus der Fossillagerstätte „Buran-Kaya III“ in der Ukraine. Den Wissenschaftlern gelang es, die ältesten modernen Menschen in Südosteuropa nachzuweisen. Die Fundstelle Buran-Kaya III befindet sich im Ostteil der Krim und wurde bereits im Jahre 1990 entdeckt.

    Die Fundschichten reichen vom Mittelpaläolithikum (vor etwa 300.000-40.000 Jahren) bis ins Ende des Jungpaläolithikum (vor etwa 40.000-12.000 Jahren) und in die Jungsteinzeit (vor etwa 12.000 Jahren). Mehr als 150 Menschenknochen wurden dort im Jahre 2001 zusammen mit Stein- und Knochenartefakten, Elfenbeinornamenten, Tierresten und paläobotanischen Resten in der Fundschicht 6-1 ausgegraben. Diese Schicht wird der Zeitspanne 31.000 bis 25.000 v. Chr. zugeordnet.

    Die Morphologie der dort gefundenen menschlichen Zähne und Schädelknochen ist typisch für die moderner Menschen. Eine genaue Datierung an einem menschlichen Schädelbein und an einem Hirschknochen ergaben ein Alter von rund 35.500-36.900 v. Chr. für das menschliche Schädelbein und rund 34.500-38.000 v. Chr. für den Hirschknochen. Damit sind die Menschenknochen aus der Fundschicht 6-1 in Buran-Kaya III der erste Beweis für ein relativ frühes Vorhandensein moderner Menschen in Südosteuropa.
    An dieser Datierung war unter anderem Dr. Dorothée Drucker von der Universität Tübingen, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Fachbereich Geowissenschaften, beteiligt. Sie wurde mit einer Radiokarbondatierung durchgeführt, wobei es möglich war, die gute Erhaltung des Proteins Kollagen zu bestätigen. Dadurch konnte die Zuverlässigkeit der Datierung bestätigt werden. Die Kollagenanalysen wurden durch die Laborarbeit der Biogeologie der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät gemacht.

    Kontakt:
    Dr. Dorothée G. Drucker
    Universität Tübingen
    Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
    Fachbereich Geowissenschaften
    Hölderlinstr. 12 • 72074 Tübingen
    Telefon: +49 7071 29-72487
    Telefax: +49 7071 29-5059
    Dorothee.drucker[at]ifu.uni-tuebingen.de

    Hochschulkommunikation der Universität Tübingen:
    Myriam Hönig
    Leitung

    Michael Seifert
    Abteilung Presse, Forschungs-berichterstattung, Information
    Telefon +49 7071 29-76789
    Telefax +49 7071 29-5566
    Michael.seifert@uni-tuebingen.de
    www.uni-tuebingen.de/aktuell

    Wir bitten um Zusendung von Belegexemplaren! Danke.


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Biologie, Geowissenschaften, Geschichte / Archäologie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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