Die tropischen Regenwälder in Amazonien und ihre anthropogenen Veränderungen

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03.04.1998 00:00

Die tropischen Regenwälder in Amazonien und ihre anthropogenen Veränderungen

Dr. Peter Merlet Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für Chemie

    Die tropischen Regenwälder in Amazonien und ihre anthropogenen Veränderungen.

    Das MPI für Chemie untersucht die Einflüsse auf Klima und Atmosphärenchemie

    Für die chemische Zusammensetzung der Erdatmosphäre und damit das Klima sind die tropischen Gebiete mit ihren ausgedehnten Regenwäldern von zentraler Bedeutung. Sie beeinflussen den globalen Kohlenstoffhaushalt und sind wichtige Quellen und Senken von langlebigen Treibhausgasen und reaktiven Spurengasen, die maßgeblich an den Oxidationsprozessen in der Atmosphäre sowie an der Bildung und dem Abbau von Ozon in der Troposphäre beteiligt sind. Das größte tropische Ökosystem liegt in Südamerika mit dem Amazonasgebiet im Zentrum. Hier spielen sich zur Zeit tiefgreifende Veränderungen ab, die auf den Eingriff des Menschen zurückgehen, erinnert sei an großflächige Abholzungen und Brandrodungen.

    Wie diese Veränderungen die klimatischen und ökologischen Gegebenheiten der Amazonasregion beeinflussen und welche Wechselwirkungen daraus mit dem globalen Klima resultieren, ist weitestgehend unbekannt. Aus diesem Grunde wurde ein internationales Forschungsprogramm unter brasilianischer Leitung ins Leben gerufen, das "Large Scale Biosphere-Atmosphere Experiment in Amazonia" (LBA), das im größeren Rahmen des "International Geosphere/Biosphere Programme" (IGBP) eingebunden ist und interdisziplinäre Forschung im Bereich von Ökologie, Meteorologie, Hydrologie, Biogeochemie und Atmosphärenchemie betreiben soll.

    Eine erste Phase des Forschungprogramms LBA bildet das "Cooperative LBA Airborne Regional Experiment" (CLAIRE), woran sich Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz unter Leitung von Prof. Dr. Meinrat O. Andreae (Biogeochemie) und Prof. Dr. Paul J. Crutzen (Luftchemie) sowie niederländischer Forschungseinrichtungen stark beteiligen. So ist jetzt ein Team nach Surinam in Südamerika aufgebrochen, um im Gebiet zwischen Paramaribo (Surinam) - Belem - Manaus - Boa Vista Messungen durchzuführen. Diese Messungen erfolgen auf verschiedenen Routen vom Flugzeug aus. Zum Vergleich werden entsprechende Untersuchungen auch am Boden durchgeführt.

    Die Meßkampagne soll zur Klärung folgender Fragen beitragen: - Wie sind die Emissionsraten biogener Stickstoffoxide und Kohlenwasserstoffe im Amazonasgebiet? Wie wird dadurch die Bildung (oder Zerstörung) von troposphärischem Ozon und anderer reaktiver Verbindungen beeinflußt? - Wie sind die Bildungsraten und -mechanismen biogener und anthropogener Aerosole in der Region und wie ist ihr Einfluß auf die Sonneneinstrahlung? Hat die chemische Zusammensetzung der Aerosole einen signifikanten Einfluß auf den Nährstoffkreislauf? Oder auf die biogeochemischen Kreisläufe? - Wie schnell und bedeutend ist der Austausch der langlebigen Treibhausgase Kohlendioxid (CO2), Lachgas (N2O) und Methan (CH4) sowie reaktiver Spurengase und Aerosole zwischen Amazonasbecken und weiträumiger Atmosphäre?

    Ziel der Untersuchung ist es, die Meßwerte in Modelle zu integrieren, um damit Chemie und Transport biogener und anthropogener Spurengase und Aerosole über dem nördlichen Südamerika und darüber hinaus zu simulieren und ihre Bedeutung für die Umwelt aufzuzeigen.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Chemie, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Es wurden keine Arten angegeben
    Deutsch


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