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29.09.2011 10:57

Weltweit einzigartiger Saurierfund in der Universität Greifswald ausgestellt

Jan Meßerschmidt Presse- und Informationsstelle
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

    Die Universität Greifswald ist im Besitz eines bedeutenden Dinosauriers. Sein Name: Emausaurus ernsti Haubold. Vom 8. Oktober bis zum 6. November 2011 findet im Konferenzsaal im Hauptgebäude der Universität Greifswald eine Sonderausstellung zum spektakulären Fund des Sauriers statt.

    Das weltweit einzigartige Exemplar wurde 1963 in der Nähe von Greifswald gefunden. Erstmals werden die Fundzusammenhänge umfassend öffentlich präsentiert. Neben den Abgüssen der Knochenreste des Fossilfundes wird das berühmte Porträt des Emausaurus der Künstlerin Cornelia Haubold gezeigt. Ergänzt wird die Ausstellung durch 20 weitere in Öl festgehaltene Lebensbilder von Dinosauriern sowie spektakuläre Fossilien der Saurierfundstelle Grimmen. Leiter der Ausstellung ist Dr. Stefan Meng vom Institut für Geographie und Geologie der Universität Greifswald.

    In einer Tongrube östlich des Dorfes Klein-Lehmhagen bei Grimmen wurde im Jahre 1963 ein spektakulärer Fund gemacht: Dr. Werner Ernst, Wissenschaftler der Universität Greifswald, entdeckte eine 20 cm große Kalkknolle mit den Knochenresten eines jungen Dinosauriers. In jahrelanger Präparation mit Essig- und Ameisensäure wurden die Knochen aus dem harten Gestein befreit. In der Sonderausstellung, die am Tag der Wissenschaft am Samstag, 8. Oktober 2011, um 15:00 Uhr feierlich eröffnet wird, werden die Abgüsse der Saurierknochen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Gezeigt werden auch weitere spektakuläre Fossilien von der Saurierfundstelle Grimmen sowie ein Dinosaurierei aus der Mongolei. Einen Höhepunkt der Ausstellung bilden das Portrait des Emausaurus sowie 20 weitere Lebensbilder (Gemälde) von Dinosauriern der bekannten Künstlerin Cornelia Haubold.

    Benannt wurde Emausaurus ernsti Haubold nach der Ernst-Moritz-Arndt-Universität, dem Entdecker Dr. Werner Ernst sowie dem wissenschaftlichen Bearbeiter des Fundes, Prof. Hartmut Haubold. Letzterer, der Hallenser Wirbeltierpaläontologe, beschrieb den Emausaurus im Jahr 1990. Er wird im Rahmen der Veranstaltung am 19. Oktober einen Vortrag über den Erkenntniszuwachs bei den Dinosauriern halten. Auch der Entdecker des Emausaurus, Dr. Werner Ernst wird anwesend sein.

    Nach Haubold liegen mehr als 50 identifizierbare Einzelknochen vor. Davon gehören allein schon 25 zum fast vollständigen Schädel. Die vorliegenden Skelettreste vom Emausaurus stammen von einem Jungtier mit einer rekonstruierten Länge von etwas mehr als einem Meter. Die aus dem Unteren Jura stammenden Fossilien sind in zweierlei Hinsicht außergewöhnlich bedeutend: Zum einen gibt es kaum Nachweise von Dinosaurierresten in Norddeutschland. Außerdem liegt weltweit generell nur sehr wenig Material aus dem Unteren Jura vor. Der Fund aus Mecklenburg-Vorpommern ist deshalb ein Glücksfall für die Wissenschaft. Weltweit handelt es sich bis heute um das einzige Exemplar seiner Art.

    Die Erhaltung der Knochen ist sehr problematisch. Die Universität Greifswald stellte erhebliche finanzielle Mittel zur Verfügung, um die Fossilien konservieren zu können. Aktuell werden die Knochen in der Henssen PaläoWerkstatt in Nordrhein-Westfalen restauriert. Während der Präparation in den 1960er/70er Jahren wurden die prähistorischen Funde mit Essig- und Ameisensäure aus dem festen Gestein gelöst. Das Problem ist nun, dass sie die Minerale Pyrit und Markasit enthalten, die längerfristig zu Zerfallserscheinungen führen. Zudem wurden die Knochen, wie nach dem damaligen Stand des Wissens üblich, mit Geiseltallack imprägniert. Dieser enthält verschiedene Weichmacher.

    Nun muss mit einer kontrollierten Lösungsmittelwäsche die alte Konservierung entfernt und die Säuren der Knochenmatrix neutralisiert werden. Dann können die Knochen neukonserviert und in entsprechender Schutzatmosphäre aufbewahrt werden.

    In Planung ist weiterhin eine originalgetreue Rekonstruktion des Sauriers in Form einer Bronzeplastik, die zentral in der Stadt Greifswald aufgestellt werden soll. Für die Finanzierung werden dringend Spender gesucht.

    Spendenkonto
    Greifswald University Club e. V.
    Kennwort: EMAUSAURUS
    Konto 230 009 549
    BLZ 150 505 00
    Sparkasse Vorpommern

    Die Fotos können in höherer Auflösung in der Presse- und Informationsstelle der Universität abgerufen werden. Die Bilder können für redaktionelle Zwecke kostenlos genutzt werden.

    Ansprechpartner an der Universität Greifswald
    Dr. Stefan Meng
    Lehrstuhl Paläontologie und Historische Geographie
    Institut für Geographie und Geologie
    Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 17a, 17487 Greifswald
    Telefon 03834 86-4551
    stefan.meng@uni-greifswald.de


    Weitere Informationen:

    http://www.mnf.uni-greifswald.de/institute/geo/geologie/plaeo/fossil-des-jahres.... - Universität Greifswald
    http://www.uni-greifswald.de/informieren/555-wissen-lockt.html - Tag der Wissenschaft
    http://www.uni-greifswald.de/informieren/pressestelle/download-presseinformation... - Fotodownload


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Geowissenschaften, Geschichte / Archäologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


    Emausaurus ernsti Haubold 1990 – Portrait von Cornelia Haubold.


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    Ankylosauria


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