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04.11.2011 14:15

"Brisante Begegnungen": Hallesche "Nomaden" in Hamburger Ausstellung

Corinna Bertz Pressestelle
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

    Wie Nomaden leben und wie sie mit sesshaften Kulturen interagieren, zeigt die Ausstellung „Brisante Begegnungen. Nomaden in einer sesshaften Welt" ab dem 17. November 2011 im Museum für Völkerkunde in Hamburg. Mit der fast 1000 Quadratmeter großen Schau geben die Wissenschaftler des Sonderforschungsbereichs „Differenz und Integration" (SFB 586) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Universität Leipzig Einblick in ihre elfjährige Forschungsarbeit.

    „Ungefähr die Hälfte aller Exponate wurde vom Sonderforschungsbereich zusammengetragen. Viele der Ausstellungsstücke, die das Leben der Nomaden heute zeigen, haben die Forscher von ihren Forschungsreisen mitgebracht", sagt Prof. Dr. Jürgen Paul von der MLU, stellvertretender Sprecher des SFB. Die Ausstellung ist so umfangreich, dass sie zum Teil auch in den Dauerausstellungsräumen zu sehen sein wird. Aus den Sammlungen der halleschen Universität werden unter anderem Präparate eines Murmeltiers und eines Karakulschafs sowie der Abguss eines Herrscherkopfes aus der "Karawanenstadt" Hatra (im heutigen Irak) in Hamburg gezeigt.

    „Vor allem wollen wir mit unserer Ausstellung das Leben der Nomaden als eine eigene selbstständige Lebensform vorstellen und zeigen, dass es eben nicht einfach ein rückständiges Leben einer früheren Zeit ist", erklärt Prof. Dr. Annegret Nippa, eine der beiden Leipziger Kuratorinnen. In vier Themenblöcken erzählt die Ausstellung von Spannungen zwischen nomadischen und sesshaften Menschen, zwischen verschiedenen Kulturen, Wirtschaftsweisen und politischen Strukturen und bildet damit Forschungsfragen und -thesen des Sonderforschungsbereichs ab. „Unser Ansatz war es, die Nomaden nicht isoliert zu betrachten, sondern sie in einen Zusammenhang zu anderen Kulturen, zu Geschichte, Wirtschaft und politischer Struktur zu stellen. Dieser Zusammenhang wird in der Ausstellung deutlich", erläutert der Islamwissenschaftler Jürgen Paul.

    Bis Mai 2012 präsentieren Archäologen, Ethnologen, Geographen, Historiker und Orientwissenschaftler im Museum für Völkerkunde die Vielfalt nomadischer Lebenswelten von Marokko bis Tibet und Sibirien. Gräser der Steppenlandschaften Mittelasiens, kunstvoll verzierte Ledersättel für Pferde aus Zentralasien und Utensilien aus dem Leben in einer turkmenischen Jurte werden unter anderem zu sehen sein. Statt des üblichen Ausstellungskatalogs wird begleitend ein „ABC des Nomadischen" in Taschenbuchformat veröffentlicht.

    Hintergrund:

    Mit der Abschlussausstellung im Museum für Völkerkunde Hamburg bietet der Sonderforschungsbereich 586 „Differenz und Integration" vom 17. November 2011 bis Ende Mai 2012 Einblick in seine elfjährige Forschungsarbeit. Es wird ein Zeitraum von 5.000 Jahren interdisziplinär betrachtet. Die Ausstellung beleuchtet das Leben der Nomaden, die Wirtschaftsweise mobiler Familienverbände und deren Verhältnis zu den Sesshaften. Die Schau wird von Prof. Dr. Annegret Nippa, Projektleiterin für die Ausstellung und amtierende Direktorin des Instituts für Ethnologie, und Dr. Andreea Bretan, wissenschaftliche Mitarbeiterin am gleichen Institut, kuratiert.

    Seit 2001 untersucht der Sonderforschungsbereich 586, finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, das Zusammenwirken von nomadischen und sesshaften Lebensformen in der regionalen und zeitlichen Erstreckung, in der dieses Beziehungsgeflecht zivilisatorische Prozesse mitbestimmt. Am Forschungsverbund sind die Universität Leipzig und die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg beteiligt sowie das Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle, das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig sowie das Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig.

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    Einladung zum Pressegespräch

    Zur Presskonferenz am Dienstag, 15.11.2011, anlässlich der Eröffnung der Ausstellung "Brisante Begegnungen. Nomaden in einer sesshaften Welt" sind Medienvertreter herzlich eingeladen. Die Abschlussausstellung des Sonderforschungsbereichs "Differenz und Integration" der Universität Leipzig und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) findet im Museum für Völkerkunde Hamburg statt.

    Zeit: 15. November 2011, 11:00 Uhr
    Ort: Museum für Völkerkunde Hamburg, Rothenbaumchaussee 64, 20148 Hamburg

    Gesprächspartner sind:
    Prof. Dr. Wulf Köpke, Direktor des Museums für Völkerkunde Hamburg
    Prof. Dr. Jörg Gertel, Sprecher des Sonderforschungsbereichs 586 der Universitäten Leipzig und Halle-Wittenberg
    Prof. Dr. Jürgen Paul, Stellvertretender Sprecher des SFB 586
    Prof. Dr. Annegret Nippa, Kuratorin der Ausstellung, SFB 586

    Bitte melden Sie sich unter presse@voelkerkundemuseum.com an.

    Die feierliche Ausstellungseröffnung findet am 17. November um 19 Uhr statt. Am 17. November startet auch die viertägige Internationale Tagung "From Nomadic Empires to Neoliberal Conquests", zu der Sie ebenfalls herzlich eingeladen sind.

    Ansprechpartner:

    Christine Ziesmer
    Völkerkundemuseum Hamburg
    Telefon: 040 428879 511
    E-Mail: presse@mvhamburg.de

    Prof. Dr. Jürgen Paul
    Stellv. Sprecher des SFB 586
    Telefon: 0345 55 24074
    E-Mail: juergen.paul@orientphil.uni-halle.de


    Weitere Informationen:

    http://www.voelkerkundemuseum.com/306-0-Brisante-Begegnungen-Nomaden-in-einer-se... - Informationen zur Ausstellung
    http://www.nomadsed.de - Informationen zum SFB "Differen und Integration"


    Bilder

    1903 wurden die ersten Karakulschafe nach Halle importiert. Ein solches präpariertes Steppenschaf wird in Hamburg gezeigt.
    1903 wurden die ersten Karakulschafe nach Halle importiert. Ein solches präpariertes Steppenschaf wi ...
    Quelle: Foto: Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen der MLU

    Exponat der Ausstellung "Brisante Begegnungen": Die Büste eines Herrschers der Karawanenstadt Hatra aus dem Achäologischen Museum Robertinum der MLU.
    Exponat der Ausstellung "Brisante Begegnungen": Die Büste eines Herrschers der Karawanenstadt Hatra ...
    Quelle: Foto: Maike Glöckner


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften
    überregional
    Forschungsergebnisse, Pressetermine
    Deutsch


     

    1903 wurden die ersten Karakulschafe nach Halle importiert. Ein solches präpariertes Steppenschaf wird in Hamburg gezeigt.


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    Exponat der Ausstellung "Brisante Begegnungen": Die Büste eines Herrschers der Karawanenstadt Hatra aus dem Achäologischen Museum Robertinum der MLU.


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