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11.11.2011 09:03

Sechs Hochschulen machen sich gemeinsam für die Umwelt stark

Michael Seifert Hochschulkommunikation
Eberhard Karls Universität Tübingen

    Gemeinsame Pressemitteilung der Hochschulen der Region Tübingen-Hohenheim: Erster Nachhaltigkeitstag der Hochschulregion Tübingen-Hohenheim

    Am heutigen 11. November 2011 findet im Kupferbau der Universität Tübingen der erste Nachhaltigkeitstag der Hochschulregion Tübingen-Hohenheim statt. Er ist ein Ergebnis des Projekts „Rendezvous mit der Zukunft“ der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes, das den Beitrag der Hochschulen zu einer nachhaltigen Entwicklung stärken will, und bildet den Auftakt für die zukünftige Zusammenarbeit aller beteiligten Hochschulen in Forschung, Lehre und Transfer für nachhaltige Entwicklung. Als gastgebende Hochschule verbindet die Universität Tübingen den Tag der Region mit der feierlichen EMAS-Auszeichnung sowie der Verleihung des Nachhaltigkeitspreises der Universität Tübingen.
    Im Mittelpunkt des Programms steht die transdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen und regionalen Akteuren. Was benötigen Akteure aus der Region für ihr Nachhaltigkeitsengagement? Wie können die Hochschulen hier Unterstützung leisten und wie können Impulse aus der Region in Sachen Nachhaltigkeit gebündelt und an den Hochschulen gestärkt werden?
    Eröffnet wird der Tag um 9.15 Uhr durch Prof. Bernd Engler, Rektor der Universität Tübingen, und durch Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer. Als Referenten sprechen Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Prof. Gerhard de Haan, Vorsitzender des Nationalkomitees der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung“, Dr. Markus Röhl und Dr. Christiane Grube von der Hochschule Nürtingen-Geislingen. Der ehemalige Bundesumweltminister, Prof. Klaus Töpfer, hält am Abend die erste Tübinger Sustainability-Lecture.
    Am Nachmittag präsentieren sich beim Nachhaltigkeitsbasar Akteure zur nachhaltigen Entwicklung der Region, das „Expeditionsmobil N“ der Baden-Württemberg-Stiftung steht zur Besichtigung bereit. Vier Foren bieten die Möglichkeit zum Austausch. Diskutiert werden Fragestellungen wie „Wie können wir transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung in und mit der Region organisieren?“, „Wie kann die Nachhaltigkeitslehre in der Region koordiniert und in die Region exportiert werden?“, „Wie kann nachhaltiges Handeln in Unternehmen von Hochschulen profitieren?“ und „Wie kann der Betrieb von Hochschulen nachhaltiger werden?“.

    Weitere Informationen:
    Zum Nachhaltigkeitstag der Hochschulregion Tübingen-Hohenheim http://www.hfwu.de/de/kowu/veranstaltungen/nachhaltigkeitstag.html
    Zur Maßnahme „Nachhaltige Entwicklung in der Hochschulregion Tübingen-Hohenheim: http://www.hfwu.de/de/kowu/projekte/forum-fuer-nachhaltige-entwicklung.html
    Zur Hochschulregion Tübingen-Hohenheim: http://www.hochschulregion.de/
    Nachhaltigkeit an den Hochschulen der Hochschulregion Tübingen-Hohenheim

    An der Hochschule Albstadt-Sigmaringen spielt das Thema Nachhaltigkeit in verschiedenen Fachbereichen eine Rolle. Die Wirtschaftsingenieure beschäftigen sich beispielsweise mit regenerativen Energien und im Kompetenz- und Forschungsbereich für Produktionsanlagen und innovative Systemlösungen für die Lebensmittelindustrie geht es unter anderem um den energieeffizienten Betrieb von Produktionsanlagen. Am konkretesten ist das Thema Nachhaltigkeit bei den Facility Managern. Sie beschäftigen sich intensiv mit Energiemanagement und betrachten Gebäude und industrielle Anlagen über deren gesamten Lebenszyklus. Ziel ist es, Gebäude vorausschauend zu planen und zu realisieren. Die Forschung im Bereich Energie soll intensiviert werden. Deshalb will die Hochschule ein Kompetenzzentrum für Energiemanagement einrichten.

    An der Universität Hohenheim verknüpft der Nachhaltigkeitsgedanke in einzigartiger Weise Forschung, Lehre und Verwaltung. Seit Januar bezieht sie ausschließlich Ökostrom mit Gold Label. Ihre Forschungs-Biogasanlage produziert Gas, Strom und Wärme. Seit Frühjahr 2011 modernisiert ein Energiespar-Contractor die Heiz- und Regelungstechnik. Je nach Fakultät thematisieren 35 bis 80 Prozent der Dozenten Nachhaltigkeitsaspekte in aktuellen Lehrveranstaltungen. In der Forschung profiliert sich die Universität unter anderem durch das neue Zentrum für Bioenergie und Nachwachsende Rohstoffe, das Verbundprojekt Regionaler Klimawandel oder den Lehrstuhl für Umweltmanagement. Aktuell bereitet die Universität Hohenheim die Zertifizierung nach dem Umweltmanagementsystem EMAS vor. Studentische Arbeiten und Gruppen wie Greening Hohenheim und treiben den Prozess durch aktive Mitarbeit voran.

    Nachhaltige Entwicklung ist das Hauptmerkmal des Profils der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU). Nahezu alle Studiengänge haben das Thema Nachhaltigkeit mit eigenen Lehrveranstaltungen in den Lehrplan integriert. Dazu werden neue Angebote entwickelt: 2012 startet der Studiengang Betriebswirtschaft mit einem neuen Schwerpunkt Nachhaltiges Management, am Standort Geislingen beginnt der neuen Studiengang „Nachhaltiges Produktmanagement“. Das Studium Generale, als außerfachliches Lehrangebot, hat seinen Schwerpunkt im Bereich „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“. Auch in der Forschung wird Nachhaltigkeit mit Themen wie Nachhaltiger Kommunal- und Regionalentwicklung und Nachhaltiger Tourismus groß geschrieben. Mit Projekten wie dem regionalem Forum für nachhaltige Entwicklung, in dessen Rahmen der Nachhaltigkeitstag stattfindet, ist die HfWU in der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württemberg engagiert. Für Journalisten wird an der Hochschule jährlich der Medienpreis für Nachhaltige Entwicklung des Studienganges Energie- und Ressourcenmanagement ausgeschrieben.

    Eine Flotte von zehn Elektrofahrzeugen (fünf Elektroroller und fünf Elektrofahrräder) stehen seit kurzem auf dem Campus der Hochschule Reutlingen und können von Hochschulmitgliedern kostenlos genutzt werden. Die Fahrzeuge wurden durch die Firmen FairEnergie und Bosch zur Verfügung gestellt. Jeder, der möchte, kann die Fahrzeuge ausleihen und ausprobieren, aber auch als Transportmittel zwischen dem Wohnort und der Hochschule sowie zwischen den Hochschulstandorten einsetzen. „Wir sind der Meinung, Nachhaltigkeit muss für alle ‚erfahrbar‘ sein“, sagt Prof. Gerhard Gruhler, Vizepräsident Forschung an der Hochschule Reutlingen. In den Laboren der Hochschule werden zudem Mini-Blockheizkraftwerke als Energiequelle für Privathäuser untersucht und bewertet, um die Kraft-Wärmekopplung als Nachhaltigkeitsbaustein im privaten Sektor voranzubringen. Ein Lehr- und Forschungszentrum für erneuerbare Energien ist an der Hochschule Reutlingen in Planung.

    Die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR) hat sich in den vergangen Jahren sehr erfolgreich und dynamisch zu einer Lehr- und Forschungsstätte zu Nachhaltigkeitsaspekten entwickelt. Alle Studiengänge beschäftigen sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu Ressourcenfragen. Das sind im Einzelnen die Bachelor-Studiengänge Forstwirtschaft (mit 5 Vertiefungsmöglichkeiten), BioEnergie, Ressourcenmanagement Wasser und Holzverarbeitung - Holzverwendung. Der kooperative Master-Studiengang SENCE (Nachhaltige Energiewirtschaft und -technik) mit den Hochschulen Ulm und Stuttgart rundet das Angebot ab. Im Bereich angewandter Forschung hat sich die HFR zu einer der forschungsaktivsten Hochschulen in Baden-Württemberg entwickelt. Die aktuellen Projekte gruppieren sich zu den Themenfeldern Forst- und Holzwirtschaft, Erneuerbare Energien, Landschaftsmanagement, Angewandte Geoinformatik und Natur und Bildung. Dieses Jahr konnte ein neues Zentrallabor mit vielfältigen neuen Möglichkeiten für moderne Lehre und anspruchsvolle apparative Forschung in Betrieb genommen werden.

    Die Universität Tübingen wird als erste Hochschule in Baden-Württemberg das EMAS-Zertifikat, ein europäisches Zertifikat für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung, erhalten. In ihren Umweltleitlinien bekennt sich die Universität Tübingen zu Nachhaltigkeit als integralem Bestandteil von Forschung und Lehre und zur Einbeziehung und Schulung ihrer Beschäftigten. Sie verpflichtet sich zu einem Umweltschutz, der über das gesetzlich geforderte Maß hinausgeht und will dafür ihren Ressourcenverbrauch und ihre Umweltbelastungen reduzieren. Zu den ersten durchgeführten Maßnahmen gehörte unter anderem die vollständige Umstellung auf Kopierpapiere in Recyclingqualität, mit der jährlich 13 Tonnen Kohlendioxid und 2,5 Millionen Liter Wasser eingespart werden können. Das interdisziplinäre Kursangebot Studium Oecologicum, das Studierenden Kompetenzen für nachhaltige Entwicklung vermittelt, ist ein bundesweit modellhafter Bottom-Up-Ansatz in der Lehre. Seit Anfang 2011 besitzt die Universität einen „Beirat für Nachhaltige Entwicklung“. Der Beirat formuliert als beratende Kommission des Rektorats Empfehlungen für Nachhaltigkeitsstrategien, die in Lehre, Forschung und Verwaltung umgesetzt werden sollen. Mit Studiengängen wie Geoökologie/Umweltmanagement, Umweltnaturwissenschaften oder Applied Environmental Geoscience ist der Nachhaltigkeitsgedanke in Forschung und Lehre interdisziplinär verankert.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Gesellschaft, Pädagogik / Bildung, Umwelt / Ökologie, Wirtschaft
    überregional
    Kooperationen, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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