Im Barrique gereifte 2009er trockene Spätlese vom Geilweilerhof überzeugt internationale Jury
Dass ein Weißburgunder im Barrique (Eichenholz-Fass) reift, ist kein übliches Prozedere. Der Kellermeister des Julius Kühn-Instituts aus Siebeldingen ist dieses Wagnis eingegangen. Seine Mühe wurde jetzt von der Jury des Mundus Vini Wettbewerbes, der im Rahmen der BioFach-Messe in Nürnberg stattfindet, belohnt. Der mit Trauben vom Geilweilerhof produzierte 2009er Bio-Weißburgunder ist heute auf der Messe mit einer Goldmedaille ausgezeichnet worden.
Für die trockene Spätlese wurden im Jahr 2009 ca. 400 kg Trauben per Handlese geerntet. Nachdem die Trauben abgebeert waren, machte Kellermeister Thomas Ertel eine so genannte Maischestandzeit. Die Trauben wurden für eine Nacht in ihrem eigenen Saft stehen gelassen. Dann wurde der Most in ein 228 Liter fassendes Fass aus französischer Eiche umgefüllt und für 10,5 Monate dort belassen. Insgesamt wurden nur ca. 300 Flaschen abgefüllt. Die Jury schätzt das Potenzial des Weines hoch ein. „Er wird sich also in der Flasche noch weiter entwickeln“, erklärt Thomas Ertel. Geruchlich überwiegen neben der erwünschten Barriquenote gelbe und exotische Früchte. „Der Wein hat einen langen Abgang, das heißt, nachdem man den Wein auf der Zunge geschmeckt hat, entfalten sich am Gaumen noch verschiedene Aromen“, ergänzt der JKI-Kellermeister. Im Fachjargon heißt das „der Wein hat Körper“. Für Körper und Harmonie und die Komplexität gab es ebenfalls gute Noten, was letztlich dem JKI-Wein zur Goldmedaille gereichte. Die Wertungen der Jury lassen sich in einem so genannten Aromarad, das den Preisträgern zur Verfügung gestellt wird, ablesen.
Zum Prozedere bei Mundus Vini:
Über 30 Juroren aus 15 Nationen hatten Anfang Dezember 2011 die eingereichten Weine professionell verkostet und Medaillen für hervorragende Qualität vergeben. Insgesamt vergab die Jury in diesem Jahr 8 der begehrten Großen Gold- Medaillen, 102 Gold-Medaillen und 114 Silber-Medaillen. Durch die strengen Richtlinien des OIV (Organisation internationale de la vigne et du vin in Paris) ist die Medaillen-Vergabe auf maximal 30 Prozent der Anstellungen beschränkt. Diese Hürde hat der JKI-Weißburgunder mit Bravour gemeistert.
Zur Rebenzüchtung am Julius Kühn-Institut in Siebeldingen:
Das Institut für Rebenzüchtung unter dem Dach des Julius Kühn-Instituts bewirtschaftet seit 2007? einen kleinen Teil seiner Versuchsflächen (1,2 ha) rund um den Geilweilerhof nach Ökorichtlinien. Angebaut werden die Sorten Regent, Calandro, Spätburgunder und Weißburgunder. Bekannt geworden ist der Standort durch die hier 1967 gezüchtete pilzresistente Rebsorte Regent. Das Verständnis, welche Gene zur Widerstandsfähigkeit einer Rebe beitragen, ist ein Fokus der Arbeiten am Standort. Ein weiterer liegt auf der Bewahrung der Rebenvielfalt, als Ressource für Neuzüchtungen, Stichwort Genbank Reben.
Das JKI auf der BioFach 2012:
Die Wissenschaftler des Julius Kühn-Instituts (JKI) beschäftigen sich nicht nur mit Fragen der Züchtung resistenter Rebsorten, sondern auch mit Pflanzenkrankheiten und Bekämpfungsstrategien. Sie tragen mit ihrer Forschung dazu bei, dass ökologisch angebaute Kulturen vor und nach der Ernte nicht von Schädlingen vernichtet oder durch Krankheiten zerstört werden. Auf der BioFach in Nürnberg werden noch bis zum 18.2. aus der breiten Palette der Forschungsaktivitäten des Bundesforschungsinstituts für Kulturpflanzen exemplarisch Aspekte auf dem Stand des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Halle 9/9-341 präsentiert. (siehe dazu JKI-Presseinfo vom 14.2.).
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Tier / Land / Forst
überregional
Wettbewerbe / Auszeichnungen
Deutsch

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