idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
13.03.2012 12:49

Mit der Magnet-Resonanz-Tomographie Krankheitsprozessen auf der Spur

Barbara Bachtler Pressestelle
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch

    Mit neuen bildgebenden Verfahren der Magnetresonanz-Tomographie (MRT) versuchen Grundlagenforscher der Entstehung von Krankheiten auf die Spur zu kommen. Eine Forschergruppe des Experimental and Clinical Research Center (ECRC), einer gemeinsamen Einrichtung der Charité und des Max-Delbrück-Centrums (MDC) Berlin-Buch, sowie der Ultrahigh Field Facility des MDC hat in Mäusen Entzündungsprozesse im Gehirn untersucht, die der Multiplen Sklerose (MS) des Menschen ähneln. Sie konnten zeigen, dass es mit einem hochauflösenden MRT möglich ist, Schädigungen des Hirns lange vor Ausbruch der Erkrankung und dem Auftreten klinischer Symptome nachzuweisen (Plos One, 10.1371/journal.pone.0032796)*.

    Dr. Helmar Waiczies, Prof. Thoralf Niendorf und Dr. Sonia Waiczies nutzten ein 9,4 Tesla-MRT, das speziell für die Untersuchung von Mäusen eingesetzt wird. Mit Hilfe einer Kryostatspule, die mit Helium auf rund minus 243 Grad Celsius (30 Kelvin) gekühlt wurde, konnten sie die Empfindlichkeit ihrer Messungen soweit erhöhen, dass in den MRT-Bildern eine räumliche Auflösung und Detailtreue von bis zu 35 Mikrometer - das entspricht etwa der Hälfte des Durchmessers eines menschlichen Haares - in einer lebenden Maus bei einer Messzeit von wenigen Minuten möglich wurde. Um diese Auflösung mit konventionellen Techniken zu erreichen, wären ein MRT-System mit einer Feldstärke von 20 Tesla (dieses Magnetfeld entspricht ca. 450 000 mal der Stärke des Erdmagnetfeldes) oder eine Messzeit von über drei Stunden notwendig. Jetzt wollen die Forscher mit dem 9,4 Tesla MRT-Gerät prüfen, ob sich die aufgetretenen Schädigungen mit therapeutischen Mitteln zurückbilden oder die Entzündungsprozesse des Gehirns hemmen lassen. Aus diesen Forschungsarbeiten sollen mögliche Strategien für die Früherkennung und Therapie von Multipler Sklerose abgeleitet werden.

    *Identification of Cellular Infiltrates during Early Stages of Brain Inflammation with Magnetic Resonance Microscopy
    Helmar Waiczies1,2 *, Jason M. Millward1,3 *, Stefano Lepore1,2, Carmen Infante-Duarte1,3 Andreas Pohlmann2, Thoralf Niendorf1,2§, Sonia Waiczies1,2,4 §#
    1 Experimental and Clinical Research Center, a joint cooperation between the Charité Medical Faculty and the Max-Delbrück Center for Molecular Medicine, 13125 Berlin, Germany
    2 Berlin Ultrahigh Field Facility, Max-Delbrück Center for Molecular Medicine, 13125 Berlin, Germany
    3 Experimental Neuroimmunology, Charité Universitätsmedizin Berlin, 10117 Berlin, Germany
    4 Department of Anatomy, University of Malta, Msida, Malta
    * equally contributing § equally contributing

    Kontakt:
    Barbara Bachtler
    Pressestelle
    Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
    in der Helmholtz-Gemeinschaft
    Robert-Rössle-Straße 10
    13125 Berlin
    Tel.: +49 (0) 30 94 06 - 38 96
    Fax: +49 (0) 30 94 06 - 38 33
    e-mail: presse@mdc-berlin.de
    http://www.mdc-berlin.de/


    Weitere Informationen:

    http://www.plosone.org/
    http://www.mdc-berlin.de/de/ecrc/Ultrahigh_Field_MR/index.html


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Biologie, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).