idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
03.04.2012 11:32

UDE-Institut untersucht Lebenssituation von Alleinerziehenden - Arm trotz Arbeit

Katrin Koster Pressestelle
Universität Duisburg-Essen

    Alleinerziehende Mütter sind heute häufiger berufstätig als vor 2000, trotzdem aber oft armutsgefährdet. Das gilt auch für andere Länder: Wie ein Vergleich zwischen Deutschland, Frankreich, Schweden und Großbritannien zeigt, haben Alleinerziehende weniger Teilhabechancen als Mütter in Paarhaushalten – sie sind seltener erwerbstätig, häufiger von Armut bedroht und öfter krank. Darauf weist das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) in einer aktuellen Studie für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hin.

    In allen Ländern sind es überwiegend Frauen, die ihre Kinder alleine großziehen. Besonders niedrig ist die Erwerbsbeteiligung von Müttern mit Kleinkindern. Wenn sie arbeiten, dann aber oft mehr Stunden als Frauen mit Partner. Trotz der Erfolge beim Ausbau der Kinderbetreuung stellte die IAQ-Forscherin Dr. Karen Jaehrling deutliche Länderunterschiede fest: „In Schweden und Frankreich, wo in Kindergarten und Schule traditionell kostengünstige und zeitlich umfangreiche Betreuungsangebote bestehen, können alleinstehende Mütter Berufs- und Familienarbeit besser vereinbaren, sind häufiger erwerbstätig und seltener armutsgefährdet“.

    „Auch die Arbeitsmarktstrukturen in Deutschland und England mit hoher Niedriglohnbeschäftigung und Tätigkeiten mit geringem Stundenumfang wirken sich negativ auf die Erwerbssituation von Alleinerziehenden aus“, so Prof. Dr. Marcel Erlinghagen. Während allerdings im Vereinigten Königreich der Mindestlohn eine Grenze nach unten setzt, fehlt dies in Deutschland in vielen weiblich dominierten Dienstleistungsbereichen. Zudem sind die Jobverhältnisse von Singlemüttern instabiler als von jenen in Paarhaushalten: Sie sind häufiger befristet beschäftigt und werden häufiger arbeitslos.

    Ein überraschender Befund ist, dass Alleinerziehende trotz niedrigerer Erwerbsbeteiligung in Deutschland seltener Sozialleistungen erhalten als in den Vergleichsländern. Dort gibt es etwa durch Wohngeld ergänzende Leistungen auch bei relativ hohen Erwerbseinkommen, zudem sind zum Teil weniger Abgaben zu zahlen. In Deutschland haben sie aufgrund der Gleichbehandlung bei den Sozialversicherungsabgaben hohe Abzüge und zählen bereits bei relativ niedrigen Einkommen zu den „Nettozahlern“.

    Weitere Informationen: http://www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/Forschungsberichte/Forschungsbericht...
    Dr. Karen Jaehrling, Tel. 0203/379-2635, karen.jaehrling@uni-due.de

    Redaktion: Claudia Braczko, Tel. 0170/8761608, presse-iaq@uni-due.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Gesellschaft, Politik, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay