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07.05.2012 15:41

Neues Berufsbild: Kreative als Motor und Garanten für ein erfolgreiches Unternehmen

Sabine Laartz Pressestelle
Hochschule Pforzheim

    Innovationen, Mut und kreatives Potenzial – in Unternehmen sind diese Charak-teristika zurzeit gefragt. Kreativität und Innovationskraft werden als herausragende Wettbewerbs- und Standortvorteil gesehen. Die entscheidende Frage aber bleibt: Wer bringt diese Eigenschaften in ein Unternehmen und sorgt für deren Umsetzung? Christoph Roman Schroeder widmete diesem Thema seine Abschlussarbeit. Der Absolvent des Masterstudiengangs Creative Direction der Pforzheimer Fakultät für Gestaltung entwickelte ein neues Berufsbild, den Chief Visioneering Officer (CVO), dem er neben zentralen Managereigenschaften auch den visionären Blick in die Zukunft zuschreibt

    Im Gegensatz zu vielen Firmenphilosophien und Leitbildern, in denen sich Unternehmen Innovation und Kreativität auf die Fahnen schreiben, stößt die Umsetzung dieser Gedanken auf vielfältige Hindernisse. „Der Schrei nach Verände-rungen ist groß“, so die Recherche von Christoph Schroeder in seiner Arbeit. „Konkrete Konsequenzen sind aber die Ausnahme!“ Die häufigsten Sätze von Seiten der Entscheider in den Unternehmen - „Das bleibt so“ und „Das haben wir schon immer so gemacht“ - seien symptomatisch.

    Sich lediglich den Begriff „Innovation“ in die Markenwerte zu schreiben sei leicht, so Schroeder. Doch die meisten Unternehmen scheiterten daran, eine tatsächlich innovationsorientierte Unternehmenskultur zu schaffen. Hierfür ständen selten geeignete Positionen zur Verfügung. Sollte in Einzelfällen doch einmal eine solche Stelle eingerichtet sein, würde sie vielfach mit ungenügenden Kompetenzen ausgestattet und falsch besetzt. Akademiker, die sich während ihrer Ausbildung nie mit dem Gestalten von Zukunftslösungen auseinandergesetzt hätten, fehlten grundsätzliche Voraussetzungen.

    Schroeder entwirft dagegen ein von Grund auf neues Berufsbild: Den Chief Visioneering Officer – ein Manager mit Durchsetzungskraft, dem Blick für das Ganze, der kreativ handelt und steuert. Er ist ein Innovationsmanager/ Visionär im Unternehmen mit umfangreichen Befugnissen. Die Abteilung des CVO bildet eine Schnittstelle aus Trendforschung, Innovationsentwicklung, Design und strategischem Management. „So etwas findet sich, wenn überhaupt, bisher nur bei beratenden Designagenturen“, stellt Schroeder fest. Nach seiner Auffassung muss Visioneering / Innovationsmanagement jedoch im Unternehmen selbst und hierarchisch ganz oben verankert sein.

    Mit dieser Aussage steht der Absolvent nicht allein. Vielfach ist in den vergangenen Monaten der Gedanke aufgegriffen wurden, dass ein nachhaltiger Unternehmenserfolg nur mit permanenter Innovation zu realisieren sei. Auch die umfangreiche Internet-Recherche Schroeders im Vorfeld seiner Thesis und die Interviews, die er mit hochrangigen Firmenvertretern zu diesem Thema führte, bestätigten diese Aussage.

    Nur wenige Unternehmen haben bisher konsequent den Weg zu Ende gedacht. So richtete beispielsweise das amerikanischen Vorzeigeunternehmen Microsoft die Position eines Chief Visionary Officer ein – besetzt mit dem Firmengründer Bill Gates. Diese Funktion, die vielfach für die strategische Ausrichtung des Unternehmens steht, unterscheidet sich aber von dem CVO nach Schroeder. Die wenigen „Chefvisionäre“, die bisher existieren, haben einen Managerhintergrund. Erfolgreiches Innovationsmanagement benötige aber Fähigkeiten, die über das reine Managerwissen hinausgeht, so Schroeder. Für die Schnittstellenfunktion des CVOs sei ein breit angelegtes Wissen, das Entdecken ungewöhnlicher Zusammenhänge, der Perspektivwechsel und eine konzeptionelle Herangehensweise ausschlaggebend. Diese Eigenschaften sieht der Absolvent hauptsächlich bei den Designern verortet. Trotzdem bemerkt er „Nicht jeder Designer ist automatisch auf Grund seiner Ausbildung dazu befähigt, die Anforderungen eines CVOs zu erfüllen.“

    Deshalb unterscheidet Schroeder in seiner Arbeit zwischen Gestaltern und Kreativen. Während Gestalter vorrangig durch die geschickte Kombination von visueller Ästhetik und Funktionalität angetrieben seien, ständen Kreative für eine konzeptionellere Arbeitsweise. Sie würden das große Ganze im Blick haben und stellten den Verbraucher ins Zentrum der Überlegungen. Auf Grund dieser Differenzierung sieht Schroeder die Kreativen in der Position der künftigen CVOs, deren Aufgaben er klar beschreibt: Innovationskultur aufbauen, Schnittstellenmanagement, Vergrößerung des Innovationspotenzials, Initiieren und Aufgreifen von Ideen und die Durchsetzung dieser Strukturen im internen sowie externen Umfeld.

    Alles zusammen eine „Herkulesaufgabe“, der in der globalen, schnelllebigen Wirtschaftswelt eine große Bedeutung zuwächst. Auch Professor Thomas Gerlach, Studiengangsleiter des Master of Creative Direcition, befürwortet das Konzept Schroeders: „Große Kreativität ist beim Chief Visioneering Officer Grundvo-raussetzung. Keine Angst vor Neuem und Unbekanntem seine Grundeinstellung. Die Fähigkeit sich in Wirtschaftssystemen und Unternehmensorganisationen zurechtzufinden, zeichnet ihn aus. Er lebt nicht nur in seinen Visionen und Ideen, sondern kann diese visualisieren und umsetzen. Damit kommt er dem, was in der Zukunft liegt, ein Stück näher.“


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter
    Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Kunst / Design, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
    Deutsch


    Der Chief Visioneering Officer soll Kreativität und Innovation im Unternehmen verankern - Matserthesis von Christoph Schroeder


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    Christoph Schroeder - Absolvent des Pforzheimer Studiengangs Master of Creative Direction


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