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10.05.2012 10:36

RUB-Kriminologen: Ein alter Hase mit neuen Erkenntnissen

Dr. Josef König Pressestelle
Ruhr-Universität Bochum

    Mit einer großen Graduierungsfeier im Veranstaltungszentrum der RUB ist der Masterstudiengang Kriminologie und Polizeiwissenschaft für 55 Absolventinnen und Absolventen zu Ende gegangen. Der Jahrgangsbeste ist ein „alter Hase“: Frank Kawelovski. Der 51-Jährige wohnt in Mülheim, arbeitet als Kriminalhauptkommissar in Essen und hat auch noch die beste Masterarbeit geschrieben.

    Ein alter Hase mit neuen Erkenntnissen
    Was nach Wohnungseinbrüchen Wirkung zeigt
    RUB-Absolventen: 55 Master in Kriminologie und Polizeiwissenschaft

    Mit einer großen Graduierungsfeier im Veranstaltungszentrum der RUB ist der Masterstudiengang Kriminologie und Polizeiwissenschaft für 55 Absolventinnen und Absolventen zu Ende gegangen. Der Jahrgangsbeste ist ein „alter Hase“: Frank Kawelovski. Der 51-Jährige wohnt in Mülheim, arbeitet als Kriminalhauptkommissar in Essen und hat auch noch die beste Masterarbeit geschrieben.

    1500 Stunden studieren

    „Ich war der Zweitälteste. Die jüngste Studentin war erst 23“, erzählt Kawelovski. Doch das hat den Vater zweier Kinder nicht davon abgehalten, sein berufsbegleitendes Studium zu genießen. 1500 Stunden Arbeitsumfang in zwei Jahren – zusätzlich zu den 41 Stunden pro Woche, die der gebürtige Schwelmer als Kriminalbeamter leistet. Da geht ein gehöriger Teil der Freizeit für das Studium drauf. „Das war kein Problem. Ich lerne sehr gerne. Mich juckt einfach alles rund um Polizei und Kriminologie.“ Zudem konnte Kawelovski, dessen polizeiliche Karriere 1980 mit der Ausbildung in der Polizeischule Bochum begann, weitgehend von zu Hause aus lernen. Der Masterstudiengang ist E-Learning-basiert. Nur einmal pro Quartal trafen sich die Studierenden zu einer Wochenendklausur.

    Ergebnisse sorgen für Diskussionen

    In seiner herausragenden Masterarbeit (Note 1,0) zum Thema „Bekämpfung des Wohnungseinbruchs“ wertete der Westfale über 300 Akten der Staatsanwaltschaft Duisburg aus. Anhand von rund 10.000 Daten im Jahr 2009 aufgeklärter Einbrüche kam Kawelovski zu dem Ergebnis, dass die von der Polizei nach Wohnungseinbrüchen ergriffenen Maßnahmen in vielen Bereichen nur sehr geringe Wirkung haben. „Das hat bei den Kollegen für Diskussionen gesorgt. Aber das ist nun mal Tatsache.“ Die Arbeit der Spurensicherung bliebe beispielsweise oft nutzlos, was daran liege, dass die besser informierten Täter weniger Spuren zurücklassen als noch vor 20 Jahren. Erheblich wirkungsvoller sei demnach der verstärkte Einsatz von zivilen Beamten vor Ort.

    Reibungsloser Ablauf

    Das Masterstudium mit dem Schwerpunkt Kriminologie und Polizeiwissenschaft vermittelt auch Wissen aus den Bereichen Soziologie und Psychologie. „Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ein berufsbegleitendes Studium so reibungslos ablaufen kann. Ich kann nur jedem dazu raten, der Interesse in diesem Bereich hat. Man lernt sehr viele interessante Menschen kennen, die die Kriminologie aus anderen Blickwinkeln betrachten.“ Parallel zu seiner Masterarbeit hat Kawelovski, der 15 Jahre auch als nebenamtlicher Lehrbeauftragter an der FH Gelsenkirchen Kriminologie und Kriminaltechnik gelehrt hat, zwei Bücher zum Wohnungseinbruch publiziert: „Von Söhnen, Liebhabern und anderen Einbrechern“ und „Die Bekämpfung des Wohnungseinbruchs“. Das zweite ist ein Praktikerhandbuch und basiert auf den Ergebnissen der Masterarbeit.

    Zwei Bücher folgen

    Neben den fachlichen Kompetenzen hat Frank Kawelovski vor allem zwei Dinge aus dem Studium mitgenommen: „Das ist ein Stück weit Persönlichkeitsbildung. Und das ist somit auch ein Stück weit Reichtum.“ Ein wenig vernachlässigt habe er während der gut zwei Jahre die sozialen Kontakte. „Aber die hole ich jetzt umso intensiver nach“, sagt er und lächelt zu seiner Frau und seinen zwei Töchtern. Wobei: Zwei weitere Bücher – diesmal zur Geschichte der Polizei von der Kaiserzeit bis heute – sind schon wieder in Arbeit und erscheinen im Juni.

    Weitere Informationen

    Professor Dr. Thomas Feltes M.A., Lehrstuhl für Kriminologie, Kriminalpolitik, Polizeiwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum, 0234/32-28245

    Angeklickt

    Lehrstuhl für Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizeiwissenschaft
    www.rub.de/kriminologie

    Redaktion: Daniel Duhr


    Bilder

    Frank Kawelovski, Jahrgangsbester RUB-Kriminologe
    Frank Kawelovski, Jahrgangsbester RUB-Kriminologe
    Quelle: Foto: RUB/Marion Nelle


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Gesellschaft, Recht
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


     

    Frank Kawelovski, Jahrgangsbester RUB-Kriminologe


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