Erneut hat die Mineralogical Society of America (MSA) einen Bochumer Geowissenschaftler zum “distinguished lecturer“ ernannt. Im vergangenen Jahr wurde Prof. Sumit Chakraborty mit dieser Ehre bedacht, nun erhält Dr. Hans-Peter Schertl die hochrangige Auszeichnung. Die MSA als weltweit größte mineralogische Gesellschaft mit nahezu 3.000 Mitgliedern vergibt den Titel “distinguished lecturer“ jedes Jahr an zwei Wissenschaftler aus den USA und einen aus Europa.
Drei Vortragsreisen
Die ausgezeichneten Forscher unternehmen drei ca. einwöchige Vortragsreisen mit insgesamt zehn bis zwölf Vorträgen. Zwei Reisen haben Hochschulen und Forschungseinrichtungen in den USA zum Ziel, eine führt zu ähnlichen Institutionen in Europa. Die MSA übernimmt die Reisekosten. In den stets allgemein verständlichen Vorträgen geht es um aktuelle Entwicklungen und Forschungsinhalte in der Mineralogie.
Freude an Forschung
Schertl spricht auf seinen Vortragsreisen über die Themen „How do mountains form? The critical evidence from small-scale petrological observation“ und „A time machine for rocks: Cathodoluminescence microscopy of metamorphic and magmatic minerals”. “Woher wissen wir zum Beispiel, dass ehemalige oberflächennahe Gesteine bis in Erdtiefen von 150 km versenkt werden und anschließend wieder zur Erdoberfläche zurückkehren können“, fragt Dr. Schertl und liefert auch gleich die Antworten. Möglich sind solche Aussagen über großräumige gebirgsbildende Prozesse ausschließlich durch das sehr sorgfältige Analysieren der Minerale und ihrer Einschlüsse, die zum Teil nur wenige Tausendstel mm messen. In besagten Tiefen kommt es zur Neueinstellung von Mineralgleichgewichten und zu chemischen und strukturellen Änderungen – verknüpfende Untersuchungen von Naturbeobachtung, Experiment und thermodynamischer Berechnung ergeben dann die richtigen Schlussfolgerungen. „Unter anderem möchte ich aber auch den Studierenden deutlich machen, dass Forschung Freude machen kann, dass Forschung wirklich spannend ist, und dass auch heutzutage bedeutende und interessante Entdeckungen möglich sind.“
Über Hans-Peter Schertl
Hans-Peter Schertl selbst zog es bereits zu seinem Studium aus dem Hessenland in die Ruhrmetropole; 1992 promovierte er über Ultrahochdruck-metamorphe Gesteine aus den Italienischen Westalpen. Zwei kurze Forschungsaufenthalte führten ihn nach Santa Barbara in Kalifornien. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Petrologie, Kustos der Mineralogischen Sammlung und aktuell Mitglied der Leibniz-Graduiertenschule „Rohstoffe, Innovation, Technologie alter Kulturen (RITaK)“, einer Kooperation zwischen dem Deutschen Bergbau-Museum und der Ruhr-Universität.
Weitere Informationen
Dr. Hans-Peter Schertl, Institut für Geologie, Mineralogie und Geophysik (GMG) der Ruhr-Universität Bochum, Tel. 0234/32-23520, hans-peter.schertl@rub.de
Redaktion: Jens Wylkop
Dr. Hans-Peter Schertl
Quelle: Foto: privat
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Geowissenschaften
überregional
Personalia
Deutsch

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